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	<title>Nuevalandia &#187; viajero</title>
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	<description>Eine Reise von Altland nach Neuland</description>
	<lastBuildDate>Thu, 15 Dec 2011 12:17:18 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Weg mit dem ganzen Ballast</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 12:16:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>viajero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausblicke auf Neuland]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft & Geld]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein netter Artikel aus der Zeit: http://www.zeit.de/2011/50/Kapitalismus-Wirtschaftskreislauf Kapitalismus Weg mit dem ganzen Ballast                       11.12.11 Wie Menschen in Deutschland versuchen, sich aus dem gro&#223;en kapitalistischen Wirtschaftskreislauf zu befreien.                          © Rainer Jensen/dpa In Neunkirchen im Hunsr&#252;ck hat der Kampf gegen den Kapitalismus ein erstes Opfer gefordert. Es ist eine Stra&#223;enlaterne. Sie steht in der Mitte des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein netter Artikel aus der Zeit:<a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=http%3A%2F%2Fwww.zeit.de%2F2011%2F50%2FKapitalismus-Wirtschaftskreislauf" target="_blank"> http://www.zeit.de/2011/50/Kapitalismus-Wirtschaftskreislauf</a></p>
<p>Kapitalismus</p>
<p><strong>Weg mit dem ganzen Ballast                       11.12.11</strong></p>
<p>Wie Menschen in Deutschland versuchen, sich aus dem gro&#223;en kapitalistischen Wirtschaftskreislauf zu befreien.                          © Rainer Jensen/dpa</p>
<p>In Neunkirchen im Hunsr&#252;ck hat der Kampf gegen den Kapitalismus ein erstes Opfer gefordert. Es ist eine Stra&#223;enlaterne. Sie steht in der Mitte des kleinen Dorfes, nicht weit vom Haus des B&#252;rgermeisters. Seit 15 Jahren steht sie dort. Jetzt steht sie schief. Der Konflikt mit dem System begann vor einem Jahr, als die Neunkirchner den Strom f&#252;r die Stra&#223;enbeleuchtung nicht l&#228;nger vom Energieriesen RWE beziehen wollten. Sie wollten ihn selbst herstellen, das halbe Dorf hat Solaranlagen auf dem Dach.</p>
<p>So einfach sei der Ausstieg nicht, lie&#223; RWE wissen. Schlie&#223;lich geh&#246;rten die Laternen dem Konzern. Dann werde man von nun an Miete verlangen, antwortete der B&#252;rgermeister. Schlie&#223;lich st&#252;nden die Laternen auf dem Grund und Boden von Neunkirchen. Es entbrannte ein ergebnisloser Streit um Paragrafen und Bestimmungen. Dann, vor sechs Wochen, knallte ein Auto gegen die Laterne. Seitdem steht sie schief. Solange nicht klar ist, wer ihr Eigent&#252;mer ist, wird das wohl so bleiben und allen vor Augen f&#252;hren, was passieren kann, wenn sich der B&#252;rgermeister eines kleinen Dorfes gegen den Kapitalismus stellt.</p>
<p>Der B&#252;rgermeister ist der 65 Jahre alte Richard Pestemer. Von seinem Holztisch mit Blick auf den eigenen Gem&#252;segarten schreibt er Protestbriefe an RWE, im Briefkopf das Ortswappen mit zwei H&#228;mmern, in seinem R&#252;cken das Regal mit Werken von Marx, Mao und Laotse. Neben den B&#252;chern steht ein Foto des jungen Pestemer. Mit langem Bart und langen Haaren schaut er dem alten, jetzt kurzhaarigen B&#252;rgermeister dabei zu, wie er den Widerstand organisiert.<br />
Pestemer schien nicht recht in dieses Dorf zu passen, als er vor 20 Jahren auf der Suche nach l&#228;ndlicher Idylle mit seiner Frau hierherzog. Im Hunsr&#252;ck w&#228;hlte man CDU, Pestemer aber war in K&#246;ln bei den Gr&#252;nen gewesen, bald sprach er davon, die Neunkirchner sollten doch den Wald hinter dem Dorf wieder selbst bewirtschaften, sie sollten Gem&#252;se anbauen. Mit solchen Reden wird man schnell zum Au&#223;enseiter in einem Dorf mit nur 159 Einwohnern. Pestemer wurde kein Au&#223;enseiter, er wurde B&#252;rgermeister, den Leuten gef&#228;llt, was »der Richie« sagt. Vor zwei Jahren haben sie ihn wiedergew&#228;hlt.</p>
<p>»Alle klagen doch &#252;ber den Kasinokapitalismus mit seinem Profitwahn«, sagt Richard Pestemer. Aber was ist die Alternative? Der Sozialismus ist gescheitert, ein anderes gro&#223;es Gegenmodell hat niemand parat. Daf&#252;r bewegt sich etwas im Kleinen. An den unterschiedlichsten Orten in Deutschland versuchen Menschen, abseits des Systems zu leben. Mit weniger Markt, weniger Wirtschaftswachstum, manchmal auch mit weniger Geld. Aber wie sieht es aus, ein solches Leben?</p>
<p>Diese Frage steht am Anfang einer Reise, die bei Richard Pestemer beginnt. Sie wird weiterf&#252;hren nach Berlin, wo es Gesch&#228;fte gibt, in denen man Waren erstehen kann, ohne daf&#252;r bezahlen zu m&#252;ssen. Ein Wirtschaftsprofessor wird unterwegs auftauchen, der aus &#220;berzeugung nicht Auto f&#228;hrt und nur selten in Z&#252;ge steigt. Er wird einem ein schlechtes Gewissen mit auf den Weg geben zur letzten Station, die im Alpenvorland liegt, in der oberbayerischen Provinz, wo ein ehemaliger Lehrer eine neue Art von Geld erfunden hat.</p>
<p>Am Anfang aber, im S&#252;dwesten des Hunsr&#252;ck, wo nur dreimal am Tag ein Bus aus Trier vorbeikommt, blickt man hinab in ein tiefes Tal, in dem an diesem Herbstmorgen noch die Wolken h&#228;ngen. Dort unten wohnt Richard Pestemer. Eine unebene Stra&#223;e ohne Mittelstreifen f&#252;hrt nach Neunkirchen hinein, alte Bauernh&#246;fe stehen neben roten Holzh&#228;usern, wie man sie sonst in Schweden oder Norwegen sieht.</p>
<p>Pestemer ist hier seit sieben Jahren parteiloser, ehrenamtlicher B&#252;rgermeister. Fr&#252;her war er Dolmetscher f&#252;r Japanisch. Mittlerweile ist er in Rente. Pestemer sagt, er suche seit fast f&#252;nfzig Jahren nach einer Alternative zum Kapitalismus. Ausgerechnet hier, in diesem Dorf, in dem es kein DSL und keinen Handyempfang gibt, scheint er sie gefunden zu haben</p>
<p>Pestemer steht in der K&#252;che und kocht Mittagessen. Ofenkartoffeln und Salat aus dem eigenen Garten. Vor dem Fenster breiten sich die Gem&#252;sefelder der Nachbarn aus, noch Anfang Dezember wachsen dort Lauch und Kohl. Pestemer hat drei H&#252;hner und ein Schwein, das bei einem Nachbarn im Stall steht. »Nach der Energiewende kommt die Nahrungsmittelwende«, sagt er voraus.</p>
<p>Weniger Kapitalismus – f&#252;r Richard Pestemer bedeutet das ganz einfach: weniger kaufen, mehr selbst machen. Selbstversorgerstrukturen seien auch in den St&#228;dten m&#246;glich, glaubt er. Pestemer spricht von der »solarangetriebenen, nachhaltigen Regionalgesellschaft«, einem regionalen Kreislaufsystem aus Produktion und Konsum. Erst vor Kurzem hat er einen Vortrag an der Uni Trier dar&#252;ber gehalten.</p>
<p>Hinterm Dorf beginnt der Wald. Auf den Lichtungen sprie&#223;en Buchensetzlinge zwischen achtzig Jahre alten Fichten. Fr&#252;her war der Wald Teil des Forstzweckverbandes, in dem mehrere Gemeindew&#228;lder der Region verwaltet wurden. Damals machte man mit dem Wald noch Verlust. Seitdem die Gemeinde ihn wieder selbst bewirtschaftet, erzielt sie daraus Gewinn. Mitunter ist auch eine Wirtschaftsform rentabel, der es nicht zuerst um dem Profit geht.</p>
<p>Ein Arbeitsplatz f&#252;r die F&#246;rsterin Anne Koch wurde geschaffen. Die Bewohner holen ihr Brennholz jetzt aus dem eigenen Wald. Seitdem Pestemer nicht mehr mit &#214;l, sondern mit Holz heizt, sind seine Energiekosten auf ein Drittel gesunken. Er ist unabh&#228;ngig vom knappen Rohstoff &#214;l, und au&#223;erdem ist Holz nachhaltig: Es wird nur so viel aus dem Wald geholt, wie auch wieder nachwachsen kann.</p>
<p>Pestemer hat vor langer Zeit ein Buch gelesen, das jetzt wieder aktuell ist. Vor fast 40 Jahren schrieb der aus Deutschland stammende, britische &#214;konom Ernst Friedrich Schumacher den Bestseller Small is beautiful. Er passt hervorragend zu Pestemers Versuch der Regionalisierung. Schumacher kritisiert in seinem Buch die Verg&#246;tterung des Gigantismus. Unendliches Wachstum, angetrieben von endlichen Ressourcen, das k&#246;nne auf Dauer nicht funktionieren. Schumacher war vor den Nazis nach Gro&#223;britannien geflohen, wo er nach dem Krieg die Regierung beriet. In seinem Buch pl&#228;diert er f&#252;r eine Philosophie der Gen&#252;gsamkeit, weil Wirtschaftswachstum nicht automatisch gut ist und »gr&#246;&#223;er« nicht »besser«. Konsum sei kein Selbstzweck, echter Wohlstand nicht an der H&#246;he des Bruttosozialproduktes messbar.</p>
<p>In Neunkirchen schneiden die Leute heute selbst die Friedhofshecke, anstatt Unternehmen zu beauftragen. Sie kehren selbst die Stra&#223;en. Das spart Geld und f&#246;rdert den Gemeinsinn. Nur dem Land Rheinland-Pfalz ist dieses Klein-Klein ein Dorn im Auge. Die Kommunalverwaltungsreform k&#246;nnte f&#252;r Neunkirchen bedeuten, dass es bald einer gr&#246;&#223;eren Einheitsgemeinde zugeschlagen wird. Dann w&#228;re die Selbstverwaltung des Dorfes dahin. Deshalb k&#228;mpft Richard Pestemer jetzt nicht nur gegen RWE, er schreibt auch w&#252;tende Briefe an die Landesregierung in Mainz.</p>
<p>Man muss nicht unbedingt aufs Land fahren, um in Deutschland kleine Inseln zu finden, die sich dem Kapitalismus widersetzen. In fast allen Gro&#223;st&#228;dten haben sich Umsonstl&#228;den gegr&#252;ndet, Gesch&#228;fte, in deren Regalen Waren liegen, die irgendjemand einmal irgendwo gekauft hat und dann irgendwann nicht mehr brauchte. Kunden, die in diese L&#228;den gehen, k&#246;nnen sich gratis bedienen. Hier wird Handel ohne Geld betrieben, praktische Kapitalismuskritik.</p>
<p>Robert Podzuweit wei&#223; noch, wie er sich wunderte, als er vor sieben Jahren vom ersten Berliner Umsonstladen h&#246;rte. Podzuweit hat ein paar Semster Betriebswirtschaftslehre studiert, er sagt, er kenne die Gesetze der &#214;konomie. Warum sollten Menschen Dinge, die sie nicht mehr brauchen, extra in einen Laden bringen, wenn sie davon keinen Nutzen haben? Er sah sich dieses Umsonstgesch&#228;ft an und war begeistert, dass eine Unternehmung, die gegen alle &#246;konomischen Gesetzm&#228;&#223;igkeiten verst&#246;&#223;t, funktioniert.</p>
<p>In Berlin-Friedrichshain gr&#252;ndete er vor f&#252;nf Jahren dann mit einer Gruppe anderer Leute den »Schenkladen Systemfehler«. Er ist jeden Tag ein paar Stunden ge&#246;ffnet. Robert Podzuweit, der eine kleine Druckerei betreibt, hat heute Abenddienst – unentgeltlich, versteht sich. Offenbar muss man erst einmal ehrenamtlich arbeiten, um einen Ausweg aus dem Kapitalismus zu finden.</p>
<p>Im Schenkladen h&#228;ngt ein Geruch wie in allen Secondhandl&#228;den, nach gebrauchten Kleidern und PVC. Es stehen B&#252;cher im Regal, Geschirr, Gl&#228;ser, Computer. Dinge, die sauber sind und nicht kaputt und von denen die Ladenbetreiber glauben, dass sie ein anderer wieder mitnehmen wird. Ein paar Dutzend Umsonstl&#228;den gibt es mittlerweile in Deutschland. »Wir nennen unseren Laden Schenkladen, weil das Wort umsonst auch eine negative Konnotation hat«, sagt Podzuweit. Systemfehler ist kein Tauschladen, man muss nichts bringen, um etwas mitnehmen zu d&#252;rfen. Die Regale sind trotzdem voll. Ein junges Paar mit kleiner Tochter st&#246;bert in den Kleidern. Ein Mann kommt herein, er bringt zwei Laptops vorbei, erst wenige Jahre alt. Er hat jetzt einen neuen Computer, die alten braucht er nicht mehr.<br />
Robert Podzuweit st&#246;rt es nicht, seinen Feierabend im Laden zu verbringen. »Ich darf hier ja auch Sachen mitnehmen, dadurch brauche ich weniger Geld und bin unabh&#228;ngig«, sagt er. Im Kapitalismus bedeutet Unabh&#228;ngigkeit, so viel Geld zu haben, dass man nicht dar&#252;ber nachdenken muss, wof&#252;r man es ausgibt. F&#252;r Podzuweit bedeutet Freiheit, ohne Gelddruck zu leben. Nicht dass Podzuweit ein Systemfeind w&#228;re, er ist SPD-Mitglied und sieht sehr b&#252;rgerlich aus mit seinen zur&#252;ckgek&#228;mmten Haaren, blauem Hemd und beiger Hose. Aber seiner Meinung nach denkt seine Partei zu wenig &#252;ber den Systemwandel nach, der dringend notwendig w&#228;re. »Indem man das, was im &#220;berfluss existiert, umverteilt, muss weniger produziert werden. Die Nachfrage sinkt, und das ist ein Angriff auf den Kapitalismus.«</p>
<p>Ganz ohne Geld aber funktioniert der Angriff auf den Kapitalismus nicht. Der Laden kostet Miete. Das Projekt kann nur &#252;berleben, weil es Spender gibt und Paten, die es unterst&#252;tzen. Solidarische &#214;konomie nennt man das im Schenkladen.</p>
<p>Postwachstums&#246;konomie sagt Niko Paech dazu. Paech lehrt an der Uni Oldenburg, er ist der vielleicht ungew&#246;hnlichste Wirtschaftsprofessor in Deutschland. Denn in einem waren sich Marxisten und Neoliberale, linke und rechte &#214;konomen immer einig: dass Wachstum etwas Gutes ist, dass es in der Wirtschaft stets darum gehen sollte, m&#246;glichst viel Geld zu verdienen.</p>
<p>Paech geht es nicht nur darum, anders zu wirtschaften, sondern vor allem darum, anders zu leben. Nur zwanzig Stunden in der Woche zu arbeiten, zum Beispiel. Mehr Freizeit, um den Kapitalismus zu &#252;berwinden, das klingt nach einem interessanten Konzept.</p>
<p>Niko Paech ist nicht leicht zu sprechen. Ein Handy besitzt er aus &#220;berzeugung nicht – f&#252;r ihn ist das Wohlstandsschrott. Man muss versuchen, ihn im B&#252;ro zu erreichen, wo er aber nur Teilzeit arbeitet. Auch seine E-Mails liest er selten. Hat man ihn dann am Apparat, erz&#228;hlt er von einer Kollegin, die ihn neulich &#252;berreden wollte, zu einer Konferenz nach Indien zu reisen. Auch die Inder h&#228;tten ein Recht darauf, von der Postwachstums&#246;konomie zu erfahren, meinte sie. Paech aber sagt, er wolle nicht Teil der »hoch dotierten Klimaschutzschickeria« sein, »die im Namen der guten Sache genauso pausen- wie wirkungslos von Kontinent zu Kontinent jettet«.</p>
<p>Fast alle wissen heute, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen &#246;kologischen Sch&#228;den und menschlichem Wohlstand. Nicht viele aber stellen deshalb ihr Leben so konsequent um wie Niko Paech. Er hat nicht nur kein Handy, er steigt auch in kein Auto, fliegt nicht, schr&#228;nkt Bahnreisen auf ein Minimum ein und teilt sich einen alten Laptop mit einem Kollegen. Paech sieht das alles nicht als Verzicht, sondern als »Befreiung von Wohlstandsballast und Wiedererlangung von Souver&#228;nit&#228;t«. In reichen L&#228;ndern wie Deutschland f&#252;hre noch mehr materieller Wohlstand l&#228;ngst nicht mehr dazu, dass die Menschen gl&#252;cklicher w&#252;rden.</p>
<p>Paech hat das Ideal des Prosumenten entwickelt: eines Menschen, der zwar noch Geld verdient und konsumiert, aber eben auch produziert. Paech selbst nutzt seine freie Zeit, um Brot zu backen oder an seinem Fahrrad herumzuschrauben. Braucht er neues Werkzeug, versucht er zuerst, es durch Tauschhandel mit seinen Freunden und Nachbarn zu bekommen. »Suffizienz und urbane Selbstversorgung« nennt er das im Wissenschaftsjargon. So f&#252;hrt der &#214;konomieprofessor ein Leben, das mit der Marktwirtschaft nur noch am Rande zu tun hat. Paech wei&#223;, dass er mit seinem Konzept nur wenige begeistern kann. Aber er glaubt, dass die Leute irgendwann nicht mehr anders k&#246;nnen, als so zu leben. Mit seinen Ideen hat er es im wachsenden Kreis der Wachstumskritiker zu einiger Prominenz gebracht. B&#252;rgermeister Richard Pestemer beruft sich auf ihn, auch Christian Gelleri, der Gelderfinder, ist begeistert von Paechs Ideen. Zu ihm f&#252;hrt die letzte Etappe dieser Reise.</p>
<p>In der oberbayerischen Stadt Rosenheim, eine halbe Zugstunde von M&#252;nchen entfernt, hat der fr&#252;here Waldorflehrer Christian Gelleri im Kleinen etwas entwickelt, von dem er glaubt, dass es eine Antwort auf die gro&#223;e Euro-Krise sein k&#246;nnte: eine andere Art des Geldes. Gelleri ist der Erfinder des Chiemgauers, einer W&#228;hrung, die nur im Chiemgau gilt. Dort ist sie zum zweiten Zahlungsmittel neben dem Euro geworden. Mehr als 600 Gesch&#228;fte und Unternehmen akzeptieren den Chiemgauer inzwischen. Die Leute benutzen das neue Geld l&#228;ngst wie das alte. Sie kaufen Semmeln, Gem&#252;se, Fernseher. Und verkleinern dabei den Kapitalismus.<br />
Alles begann im Jahr 2002 mit einem Unterrichtsprojekt. Gelleri war damals noch Wirtschaftslehrer an der Waldorfschule in Prien am Chiemsee. Gemeinsam mit seinen Sch&#252;lern entwickelte er die Idee des neuen Geldes. Eine Idee, die eigentlich sehr alt ist.</p>
<p>Als das Geld vor Tausenden von Jahren erfunden wurde, da war es ein Tauschmittel, nichts weiter. Die Leute benutzten es, weil es l&#228;stig war, Ziegen gegen Weizen zu tauschen oder K&#252;he gegen Hosen. Heute aber dient das Geld l&#228;ngst nicht mehr nur dazu, Waren auszutauschen. Es wird gehortet, gelangt an die B&#246;rsen, bl&#228;st Spekulationsblasen auf, verwandelt sich in Zinsen und Schulden und rei&#223;t die halbe Welt in die Krise. Damit das Geld keinen Schaden mehr anrichtet, muss es zum reinen Tauschmittel werden. Die Leute sollen nicht damit spekulieren, sie sollen es ausgeben. Das Geld soll in Umlauf bleiben, statt an die Finanzm&#228;rkte zu flie&#223;en. Das ist die Grundidee des Chiemgauers.</p>
<p>Ein Chiemgauer ist einen Euro wert. Aber nicht sehr lange. Jeder Schein der regionalen W&#228;hrung beh&#228;lt seinen aufgedruckten Wert nur drei Monate. Wer ihn dann immer noch im Geldbeutel hat, muss eine Marke kaufen und auf den Schein kleben. So verliert das Geld mit der Zeit seinen Wert. Au&#223;er man gibt es aus.</p>
<p>Ein schlechtes Gesch&#228;ft, m&#246;chte man meinen. Aber die Leute im Chiemgau sehen das anders. Die Ladenbesitzer m&#246;gen das neue Geld, weil der Chiemgauer die Kunden an sie bindet. Die Kunden m&#246;gen ihn, weil sie damit die regionale Wirtschaft f&#246;rdern. Und wenn ein Unternehmer die Chiemgauer in Euro zur&#252;cktauscht, flie&#223;en drei Prozent des Umsatzes an gemeinn&#252;tzige Vereine. Der Chiemgauer ist rot, gelb, blau. Die Scheine sehen aus wie Spielgeld und f&#252;hlen sich an wie bedrucktes Papier. Wertlos. Auch das ist Absicht. Die Leute sollen gar nicht erst eine emotionale Bindung zu dem neuen Geld aufbauen.</p>
<p>Vor sechs Jahren gab Christian Gelleri seinen sicheren Job als Lehrer auf. Heute ist er Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft, die den Chiemgauer herstellt und in Umlauf bringt. Etwas abgehetzt st&#252;rmt er ins B&#252;ro im Industriegebiet von Rosenheim, die Gesellschafterversammlung am Vorabend war turbulent. Es ging um die Frage, wie schnell die W&#228;hrung wachsen soll. 550.000 Chiemgauer sind im Umlauf. Demn&#228;chst wird ein dritter Mitarbeiter eingestellt, neue Investitionen w&#228;ren m&#246;glich. Gelleri geh&#246;rt zur Gruppe derer, die ein langsames Wachstum wollen, ein »organisches«, sagt er.</p>
<p>Reich wird er nicht mit seiner neuen Arbeit. Er bekommt nur ein symbolisches Gehalt, verdient sich etwas mit Tagungen und Vortr&#228;gen dazu. Er nennt es das »Prinzip Selbstausbeutung«.</p>
<p>Gelleri glaubt, eine Regionalw&#228;hrung k&#246;nnte auch in Krisenl&#228;ndern wie Griechenland funktionieren. Die Griechen k&#246;nnten damit ihre Binnenwirtschaft st&#228;rken, k&#246;nnten verhindern, dass das Geld ins Ausland abflie&#223;t. »Was hat man denn zu verlieren? Wenn alles so weitergeht wie bisher, fliegt Griechenland aus dem Euro«, sagt Gelleri.</p>
<p>L&#228;ngst ist er nicht mehr der Einzige, der glaubt, das Geldsystem m&#252;sse von Grund auf &#252;berdacht werden. Im Gegenteil, Christian Gelleri ist gerade viel gefragt. K&#252;rzlich war er in der Talkshow Beckmann in der ARD eingeladen, wenig sp&#228;ter diskutierte er auf einer Tagung &#252;ber ein nationales Parallelgeld f&#252;r Griechenland. Selbst die britische Zeitung The Guardian hat schon &#252;ber ihn berichtet.</p>
<p>Es d&#252;rfte schwierig sein, mit dem Chiemgauer Kapitalrenditen von 25 Prozent zu erzielen. Eine W&#228;hrung, die st&#228;ndig an Wert verliert, bringt keine Zinsen. Aber auch keine Krisen. Letztlich, sagt Gelleri, geht es darum, ob man ein System, das auf Risiko setzt, eintauschen will gegen eines, das auf Stabilit&#228;t baut. Das ist auch eine Mentalit&#228;tsfrage. Gelleri findet, es ist Zeit, zufrieden zu sein mit dem, was man hat, auch wenn es nicht so viel ist. Vielleicht stehen in den Tagen der Finanzkrise die Aktien gar nicht schlecht f&#252;r diese Sichtweise.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Finanzkrise: Pest oder Cholera?</title>
		<link>http://www.nuevalandia.net/archives/448</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Nov 2011 21:32:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>viajero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grundsätzliches]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist schon sehr traurig (oder auch lustig?!) wie seit Monaten versucht wird dem Schuldenproblem in Europa beizukommen. Wie seit Jahren geht es dabei nur um die Behandlung von Symptomen und kurzfristiger Schadensbegrenzung. &#220;ber die tiefer liegenden Ursachen dagegen wird kaum diskutiert. Solange wir hier wegschauen, werden wir nie Ruhe bekommen. Im Gegenteil, der Kessel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist schon sehr traurig (oder auch lustig?!) wie seit Monaten versucht wird dem <strong>Schuldenproblem in Europa</strong> beizukommen. Wie seit Jahren geht es dabei nur um die Behandlung von Symptomen und kurzfristiger Schadensbegrenzung. &#220;ber die tiefer liegenden Ursachen dagegen wird kaum diskutiert. Solange wir hier wegschauen, werden wir nie Ruhe bekommen. Im Gegenteil, der Kessel wird immer hei&#223;er&#8230; ! :</p>
<p>Derzeit werden als L&#246;sung des Schuldenproblems vor allem 3 M&#246;glichkeiten gesehen:</p>
<ul>
<li>A) Einf&#252;hrung von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/EU-Anleihe" target="_blank">Euro-Bonds</a>, wobei alle L&#228;nder f&#252;r alle mithaften w&#252;rden.</li>
<li>B) Aufkauf der Schulden (Staatsanleihen der betroffenen L&#228;nder) durch die Europ&#228;ische Zentralbank (EZB)</li>
<li>C) Beschneidung der nationalen Fiskalpolitik und Bestimmung aus Br&#252;ssel</li>
</ul>
<p><strong>A) Euro-Bonds</strong></p>
<ul>
<li>Voraussichtlich w&#252;rde sich die Lage erstmal etwas beruhigen und ein Fl&#228;chenbrand vermieden: Denn jetzt haften die &#8220;besseren Schuldner&#8221; f&#252;r die &#8220;schludrigeren Schuldner&#8221; mit. Griechenland, Portugal usw. w&#228;ren auf einmal wieder viel Kreditw&#252;rdiger und k&#246;nnten wieder Kredite zu g&#252;nstigeren Zinss&#228;tzen aufnehmen.</li>
<li>Dies w&#228;re allerdings nur kurzfristig, denn die &#252;berschuldeten L&#228;nder werden es trotzdem kaum schaffen ihre Finanzen &#8220;in Ordnung&#8221; zu bringen: Dazu w&#228;ren a) die Einschnitte im sozialen Bereich viel zu hart und auch unverst&#228;ndlich, da der &#8220;kleine Mann&#8221; am wenigsten Schuld am Problem hat. b) an die &#8220;Reichen&#8221; und &#8220;Gewinner&#8221; (bzw. Verursacher der Krise) wird kaum ein &#8220;rankommen&#8221; sein bzw. haben diese einen zu gro&#223;en Einfluss. Au&#223;erdem w&#252;rde immer versucht werden das Thema aufzuschieben, da die Politiker (systembedingt) meist nur max. 4 Jahre (1 Legislaturperiode) voraus denken (also kurzfristig).</li>
<li>Die Schulden w&#252;rden also weiter wachsen und dann w&#228;ren auch die Euro-Bonds immer weniger kreditw&#252;rdig. Die Krise w&#252;rde genauso wieder vor der T&#252;r stehen, aber nur ein paar Nummern gr&#246;&#223;er und mit &#8220;Geiselhaft&#8221; aller EU-Staaten&#8230;</li>
</ul>
<p><strong>B) Ankauf Staatsanleihen durch EZB</strong></p>
<ul>
<li> Die hochverschuldeten L&#228;nder k&#246;nnten sich erstmal etwas Luft verschaffen, da die Kredite von der EZB weniger Zinsen kosten w&#252;rden als auf dem &#8220;normalen&#8221; Markt.</li>
<li>Das Problem w&#252;rde aber aller Voraussicht nach wie bei <strong>A)</strong> nur etwas nach hinten verschoben.</li>
<li>Falls dann doch der Bankrott k&#228;me, w&#252;rde die EZB (und damit alle Euro-L&#228;nder) haften.</li>
</ul>
<p><strong>C) Verlust der nationalen Unabh&#228;ngigkeit und Bestimmung aus Br&#252;ssel </strong>(als Gegenleistung zu Krediten)</p>
<ul>
<li>Damit k&#246;nnte aus Br&#252;ssel ein Sparplan in dem jeweiligen Land durchgesetzt werden.</li>
<li>In der Praxis richtet sich der Sparplan aber meist gegen den &#8220;kleinen Mann&#8221;, Sozialleistungen und Rente. Da gibt es keine so gro&#223;e Lobby-Gegner bzw. sitzen nicht mit in der Regierung.</li>
<li>Solche einseitigen und ungerechten Sparpl&#228;ne lie&#223;en sich aus Br&#252;ssel viel leichter durchsetzen, da die betroffenen Einwohner kaum nach Br&#252;ssel demonstrieren kommen w&#252;rden.</li>
</ul>
<p><strong>Was w&#228;re, wenn die Staatsschulden tats&#228;chlich nicht weiter wachsen w&#252;rden?</strong></p>
<ul>
<li>O.K., sehen wir mal nicht so schwarz. Nehmen wir tats&#228;chlich einmal an, die L&#228;nder schaffen es irgendwie ihr Schuldenproblem doch noch in den Griff zu bekommen und mittelfristig tats&#228;chlich einen ausgeglichenen Haushalt. (In der Theorie w&#228;re dies gar nicht so schwer und man br&#228;uchte nicht einmal &#8220;den kleinen Mann&#8221; schr&#246;pfen ! (aber dies ist ein anderes Thema)).</li>
<li>Was passiert am Finanzmarkt, wenn die Staaten sich nicht mehr wie seit Jahrzehnten jedes Jahr weiter Verschulden w&#252;rden? Was passiert, wenn dieser &#8220;treue Schuldner&#8221; weg f&#228;llt oder sogar Kredite zur&#252;ckzahlt?</li>
<li>Dann w&#252;rden die Gl&#228;ubiger (in erster Linie die Banken) ein gro&#223;es Problem bekommen: Wer nimmt stattdessen das viele Geld?</li>
<li>Das meiste w&#252;rde vermutlich in Spekulationen flie&#223;en und die sowieso schon wieder wachsenden Blasen weiter aufbl&#228;hen. Oder es w&#252;rde in der Politik Druck machen um weitere Anlagem&#246;glichkeiten &#8220;zu schaffen&#8221;. Z.B. mit der weiteren <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Aneignung_von_Lebensgrundlagen" target="_blank">privaten Aneignung von Lebensgrundlagen</a>.</li>
<li>Wozu das f&#252;hrt ist ja inzwischen auch bekannt&#8230;</li>
</ul>
<p>Was bleibt dem Staat also &#252;brig? Er muss weiterhin die &#8220;&#252;brigen&#8221; Gelder vom Kapitalmarkt aufnehmen und mit Zinsen vern&#252;nftig bedienen, damit das Finanzsystem nicht zusammenbricht ?!</p>
<p>Dies geht allerdings nur, wenn die Schulden nicht ewig prozentual steigen (sonst w&#228;re das Land ja irgendwann bankrott). Die prozentuale Verschuldung bliebe aber gleich, wenn im Verh&#228;ltnis der neuen Schulden auch die Wirtschaft (und damit die Staatseinnahmen) mit wachsen w&#252;rden.</p>
<p>Aha! Da haben wir doch die L&#246;sung: Wir setzen alles auf Wirtschaftswachstum und brauchen uns dann um die Schulden nicht mehr zu sorgen !!! Am besten jedes Jahr um 3-4% (also exponentiell). Dann w&#252;rden vielleicht sogar wieder Arbeitspl&#228;tze geschaffen (2% reichen daf&#252;r noch nicht!)?!</p>
<p>Aber Mist! Da gibt es auch wieder ein Problem: Exponentielles Wirtschaftswachstum geht langfristig &#252;berhaupt nicht (s. <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Wirtschaftswachstum" target="_blank">Wirtschaftswachstum</a> und <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Bruttoinlandsprodukt" target="_blank">Bruttoinlandsprodukt</a>). Schon jetzt erreichen wir unser hoch gelobtes Wirtschaftswachstum haupts&#228;chlich aus Sch&#228;den an Natur und Gesellschaft.</p>
<p>Aha, nun kommen wir dem <strong>Wurm in unserem Wirtschaftssystem </strong>langsam auf die Schliche:</p>
<ul>
<li>Wir haben eigentlich nicht nur zu wenig Geld (zu viel Schulden), sondern wir haben (mindestens genauso schlimm) viel zu viel Geld, welches um die Welt vagabundiert (die summe aller Schulden und Geldverm&#246;gen ist immer 0, den riesigen Schuldenbergen stehen also genauso riesige Verm&#246;gensberge gegen&#252;ber, diese aber eher selten beim Ottonormalb&#252;rger):</li>
<li>Es gibt mehrere Billionen! Euro, welche um die Welt schwappen auf der Suche nach guten Anlagem&#246;glichkeiten. Diese vielen Billionen stammen haupts&#228;chlich aus den zur&#252;ckgelegten Geldern von Versicherungen (z.B.Lebensversicherungen), Rentenanspr&#252;chen, Bankspar-Produkten (z.B. Investmentfonds) und sonstige Finanzinvestoren (z.B.HedgeFonds).</li>
<li>Nun ist allerdings eine gute Rendite mit geringem Risiko in der <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Altland#Realwirtschaft_.28Konkurrenzwirtschaft.29" target="_blank">Realwirtschaft</a> nicht mehr zu machen. Die Renditen sind zum allergr&#246;&#223;ten Teil nur noch auf Kosten der Gesellschaft (bzw. kommenden Generationen) oder der Umwelt zu erzielen. Z.B:</li>
<li>- In der<a href="http://wiki.nuevalandia.net/Altland#Leistungslose_Wirtschaft_.28Monopolwirtschaft.2C_Profite_aus_Verknappung.29" target="_blank"> leistungslosen Wirtschaft</a>, wobei einfach nur anderen etwas weggenommen wird.</li>
<li>- Durch Raubbau und Zerst&#246;rung der Natur &#252;ber die <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Externalisierung_von_Umweltkosten" target="_blank">Externalisierung von Umweltkosten</a></li>
<li>- Durch Aufnahme des Kapitals durch Staaten, die sich immer mehr Verschulden (eben das oben besprochene Thema) oder</li>
<li>- sonstige Spekulationsgewinne mit der Entstehung von Blasen (z.B. die<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Finanzkrise_ab_2007" target="_blank"> Immobilienblase der USA,</a> welche sich zur Weltfinanzkrise entwickelte).</li>
</ul>
<p>Man sieht hier, dass alle diese attraktiven Anlagem&#246;glichkeiten f&#252;r die immer schneller wachsenden und suchenden Billionen €, <strong>allesamt sch&#228;dlich sind</strong>.</p>
<p>Aber das ist noch nicht alles: Zudem vermehrt und konzentriert sich das Geld bei der Hochfinanz immer weiter  (diese Leute haben soviel Geld, dass man es beim besten Willen nicht mehr ausgeben kann, man legt es also wieder an usw. usw&#8230; &#252;ber die Zinskosten in den Produkten d&#252;rfen es dann alle zahlen)  -&gt; Dadurch geht die<strong> Schere zwischen Arm und Reich</strong> immer weiter auseinander. Dann muss oft der Staat wieder einspringen (um das gr&#246;bste zu verhindern)</p>
<p><em><strong>Was also tun?</strong></em></p>
<p>Was w&#228;re, wenn wir diese attraktiven aber sch&#228;dlichen Anlageformen &#8220;auschalten&#8221; ? Das k&#246;nnten wir ziemlich gut machen mit:</p>
<ul>
<li>der Schaffung von<a href="http://wiki.nuevalandia.net/Freie_Lebensgrundlagen" target="_blank"> freien Lebensgrundlagen</a> anstatt der leistungslosen Wirtschaft, welche auf der privaten Aneignung der Lebensgrundlagen basiert.</li>
<li>der Einf&#252;hrung einer Art (bzw. ein Mix daraus) <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Minderwertsteuer" target="_blank">Minderwertsteuer</a> um die Umwelt- &amp; Sozialkosten in die Produktpreise einzurechnen</li>
<li>Die Staaten gleichen ihre Haushalte aus (z.B. durch Streichung von <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Beispiele_struktureller_Ineffizienz#Beispiele_aus_der_Politik" target="_blank">sinnlosen Subventionen</a> und durch Einf&#252;hrung von <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Neuland-Steuersystem" target="_blank">zukunftsf&#228;higeren Steuern</a> (auch im Austausch gegen unzeitgem&#228;&#223;e Steuern).</li>
<li>Die Spekulationen mit Instrumenten wie einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Finanztransaktionssteuer" target="_blank">Finanztransaktionssteuer</a> unterbinden.</li>
</ul>
<p>-&gt; Aber was passiert mit dem angelegten Geld? Es w&#252;rde sich kaum mehr lohnen!</p>
<p>-&gt; Ein Gro&#223;teil des Geldes w&#252;rde:</p>
<ul>
<li>in Sachg&#252;ter flie&#223;en: dann bek&#228;men wir eine ordentliche Inflation, die k&#246;nnte sich selbstverst&#228;rken und es kommt zum W&#228;hrungscrash mit Geldentwertung. oder</li>
<li>w&#252;rde einfach abgezogen und &#8220;unter der Matraze&#8221; (bzw. auf dem Girokonto) gehortet (da die Anlage ja kaum etwas bringt). Damit steht das Geld der Wirtschaft nicht mehr zur Verf&#252;gung. Diese m&#252;ssen aber ihre Kredite nach Ablauf durch neue Abl&#246;sen, was dann nicht mehr richtig klappt (bzw. nur zu einem viel h&#246;herem Zinssatz).  Es k&#228;me zur Deflation. Auch diese k&#246;nnte sich schnell selbstverst&#228;rkend entwickeln und am Ende st&#252;nde genauso ein Crash des W&#228;hrungssystems.</li>
</ul>
<p>O.K., so geht das also auch nicht. Wie war nochmal das Problem? Ach ja:</p>
<ul>
<li>wir haben eigentlich zu viel Geld (bzw. eigentlich ist dies ja Geldverm&#246;gen, f&#252;r Volkswirte die Geldmenge M3). Diese (aufgrund der Zinsen/Renditen) <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Altland-Geldsystem" target="_blank">immer weiter wachsenden Geldverm&#246;gen</a> brauchen immer weitere Anlagem&#246;glichkeiten, damit es nicht zum Crash kommt.</li>
<li>Diese Anlagem&#246;glichkeiten richten aber inzwischen immer gr&#246;&#223;ere Sch&#228;den an.</li>
</ul>
<p><strong>Was nun? Pest oder Cholera?</strong></p>
<p>Es gibt vermutlich nur einen Ausweg um langfristig Ruhe zu bekommen und die o.g. Ma&#223;nahmen gegen die derzeitigen Sch&#228;digungen durchzuf&#252;hren:</p>
<ul>
<li>Die extremen Geldverm&#246;gen ohne Nachfrage in der Realwirtschaft m&#252;ssen Schritt f&#252;r Schritt zur&#252;ckgefahren werden. Dies z.B. durch hohe Steuern auf Geldverm&#246;gen.  Wenn nicht, wird dies durch einen zuk&#252;nftigen Crash erledigt, dann aber chaotisch &amp; unkontrolliert.</li>
<li>Es sollten <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Freie_Geldsysteme" target="_blank">parallele, selbstregulierte Geldsysteme</a> (die nicht selbstverst&#228;rkend immer weiter wachsen, sondern sich selbst&#228;ndig an den optimalen Bedarf anpassen) geschaffen  bzw. vorhandene unterst&#252;tzt werden. Dann w&#252;rde ein Crash auch weniger chaotisch werden. Wir h&#228;tten dann auch eine bedeutend krisenfreiere Wirtschaft, denn das Geld w&#228;re dann f&#252;r die Wirtschaft in dem Moment da, wo es wirklich gebraucht w&#252;rde. Im Moment ist es dagegen so, dass die Wirtschaft sich dem Gelddruck anpassen muss (s.auch: <a href="http://konsumpf.de/?p=13423" target="_blank">Die Euro-Krise beschleunigt sich</a>).</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><em><strong>Na dann schauen wir mal, die Spiele sind er&#246;ffnet&#8230;.!</strong></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
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		<title>Internet-Zensur stoppen</title>
		<link>http://www.nuevalandia.net/archives/447</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Nov 2011 21:08:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>viajero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt einen neuen, aktuellen Versuch der US-Regierung weiteres Wissen zu monopolisieren.  Ein aktueller Aufruf des Netzwerkes Avaaz zur Verteidigung des freien Wissens: Gerade ber&#228;t der US-Kongress &#252;ber ein Gesetz, das ihm eine weltweite Internet-Zensur erlauben w&#252;rde &#8212; mit einer schwarzen Liste, die auf YouTube, WikiLeaks und sogar Gruppen wie Avaaz abzielen k&#246;nnte! Das Gesetz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt einen neuen, aktuellen Versuch der US-Regierung weiteres <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Monopolisiertes_Wissen" target="_blank">Wissen zu monopolisieren</a>.  Ein aktueller Aufruf des Netzwerkes <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Verantwortliches_Handeln#B.C3.BCrger_beeinflu.C3.9Fen_Politik" target="_blank">Avaaz</a> zur Verteidigung des <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Freies_Wissen" target="_blank">freien Wissens</a>:</p>
<p><strong>Gerade ber&#228;t der US-Kongress &#252;ber ein Gesetz, das ihm eine weltweite Internet-Zensur erlauben w&#252;rde</strong> &#8212; mit einer schwarzen Liste, die auf YouTube, WikiLeaks und sogar Gruppen wie Avaaz abzielen k&#246;nnte!</p>
<p>Das Gesetz w&#252;rde es den USA erlauben, <strong>Internetanbieter zur Sperrung von Webseiten zu zwingen &#8212; wenn auch nur der Verdacht einer Verletzung eines Urheberrechts oder Markenzeichens besteht</strong>, oder wenn ein Anbieter die Aktivit&#228;t der Nutzer nicht ausreichend &#252;berwacht. Da sich der Gro&#223;teil der Datenbank- und Hardwarebetreiber in den USA befinden, w&#252;rde diese schwarze Liste f&#252;r uns alle eine Bedrohung des freien Internets darstellen.</p>
<p><strong>Die Abstimmung steht kurz bevor</strong>, aber wir k&#246;nnen mithelfen, das Gesetz aufzuhalten &#8212; Verfechter der Meinungsfreiheit im Kongress teilten uns mit, dass ihnen ein weltweiter Sturm der Emp&#246;rung den R&#252;cken st&#228;rken w&#252;rde. Lassen Sie uns dringend &#252;berall auf der Welt Alarm schlagen. Mit einem gewaltigen internationalen Aufruf dr&#228;ngen wir die Entscheidungstr&#228;ger in den USA dazu, das Gesetz abzulehnen und <strong>Internet-Zensur zu stoppen</strong>. Klicken Sie auf den Link zum Unterzeichnen und leiten Sie die Email an alle weiter &#8212; unsere Botschaft wird vor der entscheidenden Abstimmung direkt an wichtige Abgeordnete &#252;berreicht:</p>
<p><a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=http%3A%2F%2Fwww.avaaz.org%2Fde%2Fsave_the_internet%2F%3Fcl%3D1393972937%26amp%3Bv%3D11164" target="_blank">http://www.avaaz.org/de/save_the_internet/?vl</a></p>
<p>Jahrelang <strong>hat die US-Regierung L&#228;nder wie China und Iran f&#252;r ihre Internet-Kontrolle verurteilt.</strong> Doch nun k&#246;nnten die Auswirkungen von Amerikas neuen Zensurgesetzen viel schwerwiegender sein &#8212; indem Webseiten f&#252;r jeden Internetnutzer auf der Welt blockiert werden.</p>
<p>Letztes Jahr wurde ein &#228;hnliches Internet-Zensurgesetz verhindert, bevor es den Senat erreichte, aber jetzt ist es in einer neuen Form zur&#252;ckgekehrt. Urheberrechte existieren bereits und werden gerichtlich vollstreckt. Doch dieses Gesetz geht viel weiter &#8212; es gibt der Regierung und <strong>Gro&#223;konzernen die Macht, Anbieter und Suchmaschinen zum Blockieren von Webseiten zu zwingen</strong>, wenn nur ein Verdacht besteht, ohne Prozess oder Beweis, dass eine Straftat vorliegt!</p>
<p>Bef&#252;rworter der Meinungsfreiheit in den USA haben bereits Alarm geschlagen, und einige Senatoren versuchen, genug Unterst&#252;tzung zu sammeln, um dieses gef&#228;hrliche Gesetz aufzuhalten. Wir d&#252;rfen keine Zeit verlieren. <strong>St&#228;rken wir ihnen den R&#252;cken um sicherzustellen, dass Amerikas Gesetzgeber das Recht auf ein freies und offenes Internet sch&#252;tzen</strong> &#8212; unerl&#228;sslich f&#252;r den weltweiten Gedankenaustausch, Kommunikation, und gemeinsame Arbeit an der Welt, die wir alle wollen. Unterzeichnen Sie unten um US-Zensur zu stoppen und unser Internet zu retten:</p>
<p><a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=http%3A%2F%2Fwww.avaaz.org%2Fde%2Fsave_the_internet%2F%3Fcl%3D1393972937%26amp%3Bv%3D11164" target="_blank">http://www.avaaz.org/de/save_the_internet/?vl</a></p>
<p>Ob beim arabischen Fr&#252;hling oder der weltweiten Occupy-Bewegung &#8212; die vergangenen Monate zeigen uns, wie das Internet die Welt wachr&#252;tteln, vereinen und ver&#228;ndern kann. Wenn wir uns jetzt alle daf&#252;r einsetzen, k&#246;nnen wir diesen neuen Angriff auf Internet-Freiheit aufhalten. Wir haben’s schon einmal geschafft &#8212; in Brasilien und Italien haben Avaaz-Mitglieder wichtige Erfolge f&#252;r ein freies Internet errungen. <strong>Lassen Sie uns auch global aktiv werden und gemeinsam die gr&#246;&#223;te Gefahr, die das Internet bisher gesehen hat, bek&#228;mpfen.</strong></p>
<p>Voller Hoffnung,</p>
<p>Luis, Dalia, Diego, Emma, Ricken, Aaron, Antonia, Benjamin und das ganze Avaaz-Team</p>
<p>Weitere Informationen:</p>
<p>USA: bisher unerreichte Web-Zensur droht (Die Presse)<br />
<a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=http%3A%2F%2Fdiepresse.com%2Fhome%2Ftechscience%2Finternet%2F708838%2FUSA_Bisher-unerreichte-WebZensur-droht%3F_vl_backlink%3D%2Fhome%2Ftechscience%2Finternet%2Findex.do" target="_blank">http://diepresse.com/home/techscience/internet/708838/USA_Bisher-unerreichte-WebZensur-droht?_vl_backlink=/home/techscience/internet/index.do</a></p>
<p>Infografik: SOPA – weltweite Internetzensur aus den USA (Vasistas blog)<br />
<a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=http%3A%2F%2Fvasistas-blog.net%2F2011%2F11%2F16%2Finfografik-sopa-weltweite-internetzensur-aus-den-usa%2F" target="_blank">http://vasistas-blog.net/2011/11/16/infografik-sopa-weltweite-internetzensur-aus-den-usa/</a></p>
<p>USA: Entw&#252;rfe f&#252;r Anti-Piraterie-Gesetz eingebracht (Golem.de)<br />
<a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=http%3A%2F%2Fwww.golem.de%2F1110%2F87333.html" target="_blank">http://www.golem.de/1110/87333.html</a></p>
<p>SOPA: Die USA auf weltweitem Feldzug (Netzpolitik.org)<br />
<a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=http%3A%2F%2Fnetzpolitik.org%2F2011%2Fsopa-die-usa-auf-weltweitem-feldzug%2F" target="_blank">http://netzpolitik.org/2011/sopa-die-usa-auf-weltweitem-feldzug/</a></p>
<p>Op-Ed: Schwarze Liste erlaubt es Webseiten vom Internet zu sperren (Digital Journal auf Englisch)<br />
<a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=http%3A%2F%2Fdigitaljournal.com%2Farticle%2F313463" target="_blank">http://digitaljournal.com/article/313463</a></p>
<p>Katastrophales IP-Gesetz ist zur&#252;ck – Und es ist schlimmer denn je (EFF, auf Englisch)<br />
<a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=https%3A%2F%2Fwww.eff.org%2Fdeeplinks%2F2011%2F10%2Fdisastrous-ip-legislation-back-%25E2%2580%2593-and-it%25E2%2580%2599s-worse-ever" target="_blank">https://www.eff.org/deeplinks/2011/10/disastrous-ip-legislation-back-%E2%80%93-and-it%E2%80%99s-worse-ever</a></p>
<p>Immer mehr Opposition gegen den &#8220;Stop Online Piracy Act&#8221; (auf Englisch)<br />
<a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=https%3A%2F%2Fwww.cdt.org%2Freport%2Fgrowing-chorus-opposition-stop-online-piracy-act" target="_blank">https://www.cdt.org/report/growing-chorus-opposition-stop-online-piracy-act</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>SUPER-GAU vs. Rationalem Handeln</title>
		<link>http://www.nuevalandia.net/archives/430</link>
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		<pubDate>Sat, 19 Mar 2011 04:17:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>viajero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausblicke auf Neuland]]></category>
		<category><![CDATA[Größenproblematik]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Masse der Menschen handelt nicht rational (erst denken, dann handeln), sondern rationalisierend: Erst wenn man auf dem Scherbenhaufen sitzt, wird nachgedacht wie das denn passieren konnte&#8230; Atomkatastrophe Japan Ein trauriges Beispiel dazu liefert die aktuelle Atomreaktorkatastrophe in Japan: Allen die sich objektiv mit der Atomkraft besch&#228;ftigt haben, d&#252;rfte klar sein, da&#223; diese Art der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Masse der Menschen handelt nicht rational (erst denken, dann handeln), sondern <strong>rationalisierend</strong>: Erst wenn man auf dem Scherbenhaufen sitzt, wird nachgedacht wie das denn passieren konnte&#8230;</p>
<p><strong>Atomkatastrophe Japan</strong></p>
<p>Ein trauriges Beispiel dazu liefert die aktuelle <a href="http://nachrichten.t-online.de/liveticker-japans-kampf-gegen-die-atomkatastrophe/id_45096292/index" target="_blank">Atomreaktorkatastrophe in Japan</a>:</p>
<ul>
<li>Allen die sich objektiv mit der Atomkraft besch&#228;ftigt haben, d&#252;rfte klar sein, da&#223; diese Art der Energieerzeugung zum derzeitigen Stand der Technik und der Menschen unverantwortlich (irrational) ist. Gute Gr&#252;nde daf&#252;r gibt&#8217;s hier: <a href="http://100-gute-gruende.de/lesen.xhtml" target="_blank">100 Gute Gr&#252;nde</a>. Fundierter:  <a href="http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=208864" target="_blank">Was bedeutet die Atomkatastrophe f&#252;r uns?</a></li>
<li>Trotzdem wurden (und werden) vermehrt Reaktoren gebaut. Warum? Vielleicht weil vielen Menschen die Problematik gar nicht so bekannt ist und sie den Politikern + Atomkonzernen glauben? Und diejenigen, welche Bescheid wissen m&#252;ssten gr&#246;&#223;tenteils ihr Geld damit verdienen und sich also nicht gegen ihren Arbeitsplatz (oder Dividendenbezug) aussprechen w&#252;rden?</li>
<li>Vielleicht sind aber die meisten einfach zu bequem und man kann ja auch nicht &#252;berall informiert sein und die Welt retten?!</li>
<li>Erst nach einer Trag&#246;die wie derzeit in Japan, werden die Menschen mal wieder aus dem Tagesablauf gerissen und erschrecken, was da eigentlich gerade passiert und warum es denn soweit kommen konnte&#8230;</li>
<li></li>
</ul>
<p><strong>Fehlende Einsicht</strong></p>
<p>Meistens reichen allerdings leider auch solche Beispiele wie Tschernobyl oder Fukushima nicht aus um wirklich eine Kehrtwende zu vollziehen. Was wird passieren? Aus bisherigen Erfahrungen, wird vorraussichtlich :</p>
<ul>
<li>global weiter kr&#228;ftig an Atomkraftwerken gebaut! Auch in Deutschland wird nach einer Beruhigung der Massen durch Sicherheitskontrollen &amp; Stress-Tests wieder alles seinen gewohnten Gang nehmen (vielleicht bleiben 1-2 alte Reaktoren wirklich aus)</li>
<li>Irgendwann wird der n&#228;chste &#8220;Ausrutscher&#8221; passieren. Vielleicht st&#252;rmt mal eine Guerilla-Rebellen-Gruppe in Ru&#223;land, China oder Indien einen Reaktor mit ausgebildeten Ingenieuren und halten das Land als Geisel im Atem? Oder&#8230; (&#220;brigens ist das schleichende Gift der bis heute nicht gekl&#228;rten Endlagerung langfristig vielleicht viel gravierender?)</li>
</ul>
<p><strong>Kein Spielraum f&#252;r neue Scherbenhaufen</strong></p>
<p>&#8230;Und dann? Wie weit wollen wir es drauf ankommen lassen? Bisher sind die gro&#223;en Zivilisationen (R&#246;mer, Maya, Inka, Alexander d. Gro&#223;e, &#196;gypter&#8230;) allesamt an ihrem rationalisierenden anstatt rationalem Verhalten von der Erde verschwunden.</p>
<p>&#8230;damals war das alles f&#252;r die Weltgeschichte nicht so tragisch. Anstelle der einen Hochkultur trat eben eine andere (nicht immer &#8220;Hochkultur&#8221;)</p>
<p>&#8230;Aufgrund der heutigen Globalisierung w&#252;rde ein Super-Gau in gro&#223;em Stil allerdings nahezu alle betreffen.</p>
<p>Das w&#228;re sehr Schade. F&#252;r unseren Planet und die Menschheit.</p>
<p style="text-align: center;"><em>-&gt; Wir sollten demnach langsam dazu &#252;bergehen etwas rationaler zu handeln und</em><strong><em> vorher anstatt nachher &#252;berlegen !</em></strong></p>
<p style="text-align: center;">(das betrifft Wirtschaft, Politiker und B&#252;rger alle gemeinsam!)<strong><em><br />
</em></strong></p>
<p><strong>Neue L&#246;sungen</strong></p>
<ul>
<li>Wozu diese absurden Risiken eingehen? Um ein paar Dollar bei der Energieerzeugung zu sparen, welche am Ende beim Scherben wegr&#228;umen den Steuerzahler und betroffene B&#252;rger ein vielfaches kostet (<a href="http://wiki.nuevalandia.net/Bruttoinlandsprodukt#Bewertungsproblem" target="_blank">s.BIP</a>)?</li>
<li>Technisch und organisatorisch k&#246;nnten wir uns ohne Probleme gut und friedlich zu 10-milliardend auf unserem Planeten zukunftsf&#228;hig weiterentwickeln und Spa&#223; am Leben haben&#8230;</li>
</ul>
<ul>
<li>Ein Schritt in eine &#8220;gesichertere&#8221; Zukunft w&#228;re unsere &#252;bergro&#223;en, riskanten Systeme und Strukturen in  kleinere, kontrollierbarere Systeme umzuwandeln. Wobei diese kleineren Systeme beim Kollaps nicht soviel Schaden anrichten k&#246;nnen.</li>
<li>Den &#8220;Vogel abgeschossen&#8221; zu dieser &#8220;Gr&#246;&#223;enproblematik&#8221; hat wohl der t&#252;rkische Ministerpr&#228;sident  Erdogan. Er bekannte sich &#246;ffentlich weiterhin zum Bau der Atommeiler im  Erdbebenland. Er meinte sinngem&#228;&#223;: Man kann ja sowieso nicht alle  Risiken ausschlie&#223;en, wenn es danach ginge d&#252;rfte in keiner K&#252;che mehr  eine Gasflasche zum kochen stehen. Der kleine Unterschied zwischen  explodierender Gasflasche und Kernschmelze  ist ihm wohl dabei entgangen? Vielleicht sollte Herr Erdogan ein paar Wochen bei der Rettungsmannschaft in Fukushima verbringen und nochmal &#252;ber das gesagte nachdenken ?!</li>
<li>Es geht also nicht nur darum immer perfekter zu werden um m&#246;glichst alle Fehler auszuschliessen. Vor allem geht es darum einzusehen, da&#223; es nie Gewissheit geben wird und man nie alles 100% kontrollieren kann. -&gt; Die Schlu&#223;folgerung daraus ist dann, da&#223; wir Systeme entwickeln, welche im &#8220;Worst case&#8221; immer noch tragbare Sch&#228;den anrichten k&#246;nnen.</li>
</ul>
<p>Den gleichen Ansatz sollte man nicht nur in der Technik, sondern auch in der Organisation unserer Wirtschaft und Politik verwenden:</p>
<ul>
<li>Derzeit kranken unsere gro&#223;en Organisationen an einer<a href="http://wiki.nuevalandia.net/Strukturelle_Verantwortungslosigkeit" target="_blank"> &#8220;strukturellen Verantwortlichkeit&#8221;</a>. Diese kann man organisatorisch z.B. mittels <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Peer-Management" target="_blank">&#8220;Peer-Management&#8221;</a> ausschlie&#223;en.</li>
<li>Neben dem Schritt der &#8220;Umorganisation&#8221;, m&#252;sste u.a. auch mit einigen falschen <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Grundannahmen_%26_Steuerungsinstrumente" target="_blank">Grundannahmen &amp; Steuerungsinstrumenten</a> aufger&#228;umt werden&#8230;</li>
</ul>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Was Sie sofort tun koennen um die Welt zu retten</title>
		<link>http://www.nuevalandia.net/archives/429</link>
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		<pubDate>Mon, 14 Mar 2011 16:17:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>viajero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausblicke auf Neuland]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[ideen]]></category>

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		<description><![CDATA[Artikel, erschienen in der FAZ am 27.12.2010: Rettung der Welt Was Sie sofort tun k&#246;nnen:  Zehn Empfehlungen Beginnen Sie, einfache Fragen zu stellen; h&#246;ren Sie auf, Europapolitikern zu glauben; nutzen Sie Ihre Handlungsspielr&#228;ume; haben Sie Spa&#223; dabei: Die Rettung der Welt zum Mitmachen in zehn Empfehlungen. Von Harald Welzer 1. Selber denken. 2. Trauen Sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Artikel, erschienen in der FAZ am 27.12.2010:</p>
<p>Rettung der Welt</p>
<p>Was Sie sofort tun k&#246;nnen:  Zehn Empfehlungen</p>
<p>Beginnen Sie, einfache Fragen zu stellen; h&#246;ren Sie auf, Europapolitikern zu<br />
glauben; nutzen Sie Ihre Handlungsspielr&#228;ume; haben Sie Spa&#223; dabei: Die<br />
Rettung der Welt zum Mitmachen in zehn Empfehlungen.</p>
<p>Von Harald Welzer</p>
<p>1. Selber denken.</p>
<p>2. Trauen Sie endlich Ihrem Gef&#252;hl, dass um Sie herum ein gro&#223;es<br />
Illusionstheater stattfindet. Die Kulissen simulieren Stabilit&#228;t, aber das<br />
St&#252;ck ist eine Farce: Immerfort treten dicke M&#228;nner auf und br&#252;llen<br />
&#8220;Wachstum!&#8221;, Spekulanten spielen L&#228;nderdomino, und dauernd t&#228;nzeln<br />
Nummerngirls mit Katastrophenbildern &#252;ber die B&#252;hne. Das Publikum ist<br />
genervt und w&#252;tend, bleibt gleichwohl bis zum Ende der Vorstellung sitzen.<br />
Aber: Wann wird das wohl kommen?</p>
<p>3. Verlassen Sie besser die Vorstellung und beginnen Sie, ganz einfache<br />
Fragen zu stellen. Zum Beispiel: Warum muss man immer mehr arbeiten, wenn<br />
man immer mehr arbeitet? Warum werden die Schulden gr&#246;&#223;er, wenn immer mehr<br />
gespart wird? Warum schrumpft alles andere, wenn die Wirtschaft w&#228;chst?<br />
Anzeige</p>
<p>4. Suchen Sie zusammen mit Ihren Freundinnen und Freunden nach Antworten.<br />
Zum Beispiel: Weil alle Idioten auch mehr arbeiten. Weil das Gesparte in<br />
fremde Taschen wandert. Weil viele b&#246;rsennotierte Unternehmen staatsferne<br />
Parallelgesellschaften bilden.</p>
<p>5. Beschlie&#223;en Sie, ab sofort nicht mehr mitzumachen, falls Ihre Antworten<br />
Sie beunruhigen.</p>
<p>6. Fangen Sie damit an, aufzuh&#246;ren. H&#246;ren Sie auf, Europapolitikern zu<br />
glauben. H&#246;ren Sie erst recht auf, Wirtschaftsforschungsinstituten zu<br />
glauben. Und h&#246;ren Sie um Gottes willen damit auf, sich widerspruchslos<br />
erz&#228;hlen zu lassen, irgendeine Entscheidung sei alternativlos gewesen. So<br />
etwas gibt es in Demokratien nicht.</p>
<p>7. Wenn Sie jetzt so weit sind, dass Sie nicht mehr jeden Bl&#246;dsinn<br />
tolerieren, nutzen Sie Ihre Handlungsspielr&#228;ume. Sie leben in einem der<br />
reichsten L&#228;nder der Erde, Sie sind hervorragend ausgebildet, Sie haben Spa&#223;<br />
am Leben und finden sich ganz gut. Warum zum Teufel machen Sie jeden Tag<br />
dasselbe und nie etwas anderes?</p>
<p>8. Wie Sie Ihre Spielr&#228;ume nutzen sollen? Schauen Sie sich einfach an, was<br />
andere machen. Es gibt doch unglaublich tolle Ans&#228;tze und Projekte:<br />
Energiegenossenschaften, Nachbarschaftsg&#228;rten, fairen Konsum, lokale<br />
W&#228;hrungen, gro&#223;artige Stiftungen, Unternehmen, die sich dem Wachstumszwang<br />
verweigern. Schreiben Sie politischer, falls Sie Journalist sind. Forschen<br />
Sie f&#252;r eine andere Zukunft, falls Sie in der Wissenschaft sind. Wechseln<br />
Sie die Pausenthemen, falls Sie am Band arbeiten. Kaufen Sie anders ein,<br />
falls Sie ein Restaurant haben. Fragen Sie, wo der Fisch herkommt, wenn Sie<br />
essen gehen. Interessieren Sie sich f&#252;r die Zukunft Ihrer Sch&#252;ler, falls Sie<br />
Lehrerin oder Lehrer sind. Fusionieren Sie mit einem Kindergarten, wenn Sie<br />
ein Seniorenheim leiten. Denken Sie ans H&#246;llenfeuer, wenn Sie einem der vier<br />
gro&#223;en Energiekonzerne vorstehen. Produzieren Sie cradle to cradle, wenn Sie<br />
eine Fabrik besitzen. Riskieren Sie etwas, wenn Sie sich f&#252;r intellektuell<br />
halten.</p>
<p>9. Versuchen Sie irgendwo dazuzugeh&#246;ren, wo Sie stolz sagen k&#246;nnen: &#8220;Wir<br />
machen das anders!&#8221; Zum Beispiel eine Kultur der Achtsamkeit entwickeln,<br />
Ideen interessanter finden als Erfahrung, nicht auf Kosten anderer leben,<br />
oder was Ihnen sonst noch einf&#228;llt. Zukunftsf&#228;hig zu sein bedeutet das<br />
Gegenteil vom business as usual: lernend, fehlerfreundlich, reversibel zu<br />
handeln.</p>
<p>10. Bilden Sie Labore der Zukunft und haben Sie Spa&#223; dabei. Vergessen Sie<br />
das &#8220;5-vor-12&#8243;-Blabla der &#214;kobewegung und das Gerede von der<br />
&#8220;Weltgemeinschaft&#8221; und der Notwendigkeit globaler L&#246;sungen. Niemand hat an<br />
Ihrer Wiege gestanden und mit hohler Stimme gesagt: &#8220;Lars, du bist zu uns<br />
gekommen, um die Welt zu retten!&#8221; Es gen&#252;gt v&#246;llig, wenn Sie beginnen, mit<br />
Ihrem Leben, Ihren Lieben und Ihrem Land verantwortungsvoll und<br />
zukunftsf&#228;hig umzugehen. Das aber bitte gleich.</p>
<p>Stornieren Sie Ihre n&#228;chste bl&#246;de Flugreise (Sie wollen da sowieso nicht<br />
hin), bestellen Sie Ihr n&#228;chstes Auto erst gar nicht (es wird Sie<br />
ungl&#252;cklicher machen, weil Sie glaubten, es mache Sie gl&#252;cklicher), kaufen<br />
Sie nichts mehr, was zu billig ist (denn dann hat irgendjemand zu wenig<br />
bekommen). S&#228;beln Sie in Ihre Weihnachtsgans und teilen Sie Ihren Kindern<br />
oder Enkeln mit, dass Sie ab jetzt Ihr Leben &#228;ndern werden. Das wird Ihnen<br />
helfen, es tats&#228;chlich zu tun (denn jetzt k&#246;nnen Sie nicht mehr zur&#252;ck).</p>
<p>Harald Welzer, 52, lehrt am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen und<br />
ver&#246;ffentlichte zuletzt mit Claus Leggewie &#8220;Das Ende der Welt, wie wir sie<br />
kannten&#8221; (S. Fischer).</p>
<p><a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=http%3A%2F%2Fwww.kwi-nrw.de%2Fhome%2Fprofil-hwelzer.html" target="_blank">http://www.kwi-nrw.de/home/profil-hwelzer.html</a><br />
<a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=http%3A%2F%2Fwww.fischerverlage.de%2Fbuch%2F9783100433114" target="_blank">http://www.fischerverlage.de/buch/9783100433114</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Staatsbankrott Griechenland</title>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 12:33:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>viajero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Altland]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft & Geld]]></category>
		<category><![CDATA[geld]]></category>
		<category><![CDATA[Verschuldung]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt immer mehr Menschen, welche Glauben die immense Verschuldung Griechenlands kommt daher, das die Griechen faul sind und ihre Finanzen nicht ordentlich verwalten. Und wir m&#252;ssen jetzt daf&#252;r zahlen? Das erscheint nat&#252;rlich als ungerecht. Steuergelder werden aber in jedem Land verschwendet. Solche Griechenland-Stories k&#246;nnten &#228;hnlich von jedem Land geschrieben werden. Der eigentlich Grund liegt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt immer mehr Menschen, welche Glauben die immense Verschuldung Griechenlands kommt daher, das die Griechen faul sind und ihre Finanzen nicht ordentlich verwalten. Und wir m&#252;ssen jetzt daf&#252;r zahlen? Das erscheint nat&#252;rlich als ungerecht.</p>
<ul>
<li> Steuergelder werden aber in jedem Land verschwendet. Solche Griechenland-Stories k&#246;nnten &#228;hnlich von jedem Land geschrieben werden.</li>
<li>Der eigentlich Grund liegt viel tiefer und schaukelt sich schon seit 40 Jahren hoch. Griechenland ist hier der erste Schwachpunkt, wird aber nicht der letzte bleiben.</li>
<li>Einen Artikel mit anschaulicher Erkl&#228;rung dazu und was uns noch erwartet: <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32551/1.html" target="_blank">Krisenmythos Griechenland</a>.</li>
<li>Ein finanzcrash im gro&#223;en Stil g&#228;be wenigstens die Chance auf einen Neuanfang mit einem ges&#252;nderen Fundament (<a href="http://wiki.nuevalandia.net/Neuland-Geldsystem" target="_blank">Neuland-Geldsystem</a>)</li>
</ul>
<p>Gerne zum weitergeben. Es w&#228;re sch&#246;n, wenn der eine oder andere Stammtisch zur&#252;ckgewonnen werden k&#246;nnte und nicht auf den “ausl&#228;ndischen S&#252;ndenbock” hereinf&#228;llt… Bei der Schweinegrippe hat&#8217;s ja auch schon nicht geklappt und die Menschen waren schlauer als die Medien+Politiker&#8230; ;-)</p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Die 2. Wende</title>
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		<comments>http://www.nuevalandia.net/archives/418#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Apr 2010 17:12:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>viajero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausblicke auf Neuland]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[neubeginn]]></category>
		<category><![CDATA[Verschuldung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Die 1. Wende Ich bin in der DDR gro&#223; geworden. Meine Eltern waren in der Kirche (dem einzigen institutionellen Gegenspieler der DDR-Diktatur) und schon immer kritisch gegen&#252;ber dem System gewesen. Es war f&#252;r die meisten offensichtlich, da&#223; sie vom DDR-Staat verarscht werden. Die Mauer um die b&#246;sen Imperialisten abzuwehren, hatte den Stacheldraht nach innen! Ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die 1. Wende</strong></p>
<p>Ich bin in der DDR gro&#223; geworden. Meine Eltern waren in der Kirche (dem einzigen institutionellen Gegenspieler der DDR-Diktatur) und schon immer kritisch gegen&#252;ber dem System gewesen.</p>
<p>Es war f&#252;r die meisten offensichtlich, da&#223; sie vom DDR-Staat verarscht werden. Die Mauer um die b&#246;sen Imperialisten abzuwehren, hatte den Stacheldraht nach innen! Ein Konstruktionsfehler?</p>
<p>Trotzdem gab es tats&#228;chlich Leute, welche den Schmus glaubten (das war bei Hitler ja auch schon so). Und viele die sich anpassten+mitmachten um studieren zu k&#246;nnen oder Karriere zu machen.</p>
<p>Im Herbst &#8217;89 war die Verarschung aber zu vielen bewu&#223;t und das Anpassen zu doof. Es ging los mit Gespr&#228;chskreisen und nat&#252;rlich den Montagsdemos. Die Leute wachten pl&#246;tzlich auf, hatten wieder viel mehr Freude und Tatendrang. Man konnte pl&#246;tzlich &#246;ffentlich frei reden und es gab tausende Gleichgesinnte. Es war eine sehr sch&#246;ne Zeit! Wie Fr&#252;hling!</p>
<p>Es lag in der Luft, da&#223; etwas Gro&#223;es passieren w&#252;rde. Tats&#228;chlich und gl&#252;cklicherweise war das Gro&#223;e nicht eine blutige Niederschlagung wie in Prag oder Peking, sondern ein friedlicher Umsturz. Es knisterte wirklich in der Luft, als wir bei den Montagsdemos den bewaffneten Polizisten Kerzen schenkten.</p>
<p>Man merkte auch, da&#223; die Sicherheitsbeamten selbst nicht richtig wu&#223;ten, wie sie reagieren sollten. Sicher hatten sie vorher eine Gehirnw&#228;sche bekommen und erwarteten b&#246;se, gewaltbereite Umst&#252;rzler. Als es dann Familien mit Kindern, Rentner und Professoren waren, kamen ihnen vielleicht sp&#228;testens jetzt die ersten Zweifel an ihrem System-Glauben.</p>
<p>Der Mauerfall war dann nat&#252;rlich ein Highlight und es gab eine richtige Jubelstimmung wie bei einem gro&#223;en Sieg der eigenen Fu&#223;ballmannschaft.</p>
<p><strong>1 Jahr Machtvakuum</strong></p>
<p>Aber auch danach blieb es bis zur Wiedervereinigung unheimlich aufregend. Der Himmel schien das erste Mal ge&#246;ffnet, alles schien m&#246;glich zu sein und viel besser zu werden. Vor allem: wir selbst hatten es in der Hand. Die Politiker waren pl&#246;tzlich normale B&#252;rger von den Montagsdemos und nicht mehr unpers&#246;nliche Typen im Elfenbeinturm. Man konnte wirklich etwas bewegen!</p>
<p>Vor allem gab es dieses Jahr lang soviel Freiheit wie vorher und nachher nicht mehr. Die DDR-Diktatur hatte ausgedient und konnte einem nichts mehr anhaben und der Kapitalismus hatte die Ossies noch nicht einsortiert. Wir befanden uns sozusagen f&#252;r 1 Jahr in einem Macht-Vakuum wo die B&#252;rger mal nicht &#252;ber den Tisch gezogen wurden. Da wurden auch ein paar richtig gute Gesetze gemacht (z.B. die Einrichtung der Nationalparks)</p>
<p>Im Sommer &#8217;90 war ich im besten Ferienlager aller Zeiten. Ich war in der gr&#246;&#223;ten Gruppe. Die fr&#252;here G&#228;ngelei mit Apellen und so gab es nat&#252;rlich nicht mehr. Daf&#252;r gab es unglaublich viele Rechte+M&#246;glichkeiten. Vor allem f&#252;r uns &#196;lteste. Deutschland gewann auch noch die Weltmeisterschaft!</p>
<p>Sp&#228;ter war ich selbst Ferienbetreuer. Diese Freiheiten f&#252;r die Jugendlichen wurden nach der Vereinigung schnell wieder kassiert aufgrund von Sicherheitsdenken/Angst oder dem Klagerecht der Eltern usw. Daf&#252;r mu&#223;te man die richtigen Markenklamotten und Videospiele haben.</p>
<p>Das Machtvakuum sp&#252;rte man auch bei Beamten+Polizei. Weder vorher noch nachher gab es so wenig Kontrolle und Willk&#252;r (und trotzdem wurde es von den B&#252;rgern nicht ausgenutzt, sondern als Lebensqualit&#228;t erfahren)</p>
<p>Nat&#252;rlich waren nicht alle gl&#252;cklich. Es gab z.B. diejenigen, welche bis zum Schluss an die sozialistischen M&#228;rchen geglaubt haben. Als es nun in Scherben lag, passierte das bei einigen auch mit der Psyche. Oder die fr&#252;heren Nutznie&#223;er, welche nicht schnell genug die Kurve kriegten und ihrer Macht entledigt wurden, verfielen dem Alkohol.</p>
<p><strong>Besetzung der Macht<br />
</strong></p>
<p>Der Kapitalismus brauchte nur 1 Jahr um das entstandene Vakuum zu &#252;bernehmen. Dies lief genauso wie am Anfang des Sozialismus mit Versprechungen von der besseren Welt und den &#8220;bl&#252;henden Landschaften&#8221;. Die Menschen wurden mit genau dem angef&#252;ttert, was sie vorher nicht hatten (Reisefreiheit + alles ist k&#228;uflich). Auf was es dann langfristig zu verzichten galt, stand im Kleingedruckten. Das hat aber sowieso niemand lesen wollen.</p>
<p>Ob nun Abschaffung der Sklaverei, Feudalismus, franz&#246;sische Revolution&#8230;  in der Geschichte war es bisher immer so. Nach einer Revolution (egal ob friedlich oder blutig), gab es nach nicht allzu langer Zeit wieder Strukturen, welche die einen zu Lemminge und die anderen zu einer Art von Herrschern machte. Dies sicher meist sogar unbewu&#223;t ohne wirkliche &#8220;Strippenzieher&#8221; im Hintergrund (siehe &#8220;<a href="http://wiki.nuevalandia.net/Unbewu%C3%9Fte_Ausbeutung" target="_blank">unbewu&#223;te Ausbeutung</a>&#8220;). Nur dadurch, da&#223; die M&#246;glichkeit der Ausbeutung bestand, findet sich jemand der sie nutzt. Dieses oft sogar unwissentlich (wie z.B. bei der <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Altland-Geldsystem" target="_blank">Zinsproblematik</a>).</p>
<p><strong>Das schleichende Gift</strong></p>
<p>Das jetzige System zieht genauso die Masse sowie die Natur &#252;ber den Tisch. Nutznie&#223;er ist eine Minderheit. Es ist nur nicht so offensichtlich.</p>
<p>Finanzkrise, marode Sozialsysteme, Arbeitslosigkeit, Wirtschaftsrezessionen, sinkende Realeinkommen, globale Umweltzerst&#246;rung, vermehrter Stress auf Arbeit + &#8220;Burnouts&#8221;, unsichere Renten, sinkende Lebensqualit&#228;t, Schlie&#223;ungen von Schulen, B&#228;dern+Bibliotheken&#8230;</p>
<p>Es fehlt immer mehr am Geld f&#252;r die &#8220;richtigen Sachen&#8221;. Die Milliarden, welche &#252;ber den Solidarpakt nach Ostdeutschland gekippt werden, gehen z&#252;gig mit anderen Milliarden &#252;ber die Filialen von Aldi+Co. in die Konzernzentralen nach Westdeutschland oder in den Rest der Welt. Inzwischen bleibt das Geld aber auch nicht mehr in Westdeutschland oder dem Rest der Welt: T&#228;glich sind in Deutschland inzwischen mehrere Milliarden € an Zinsen f&#228;llig, welche die Unternehmer f&#252;r ihre Kredite zahlen m&#252;ssen. Vor wenigen Jahrzehnten waren es lediglich Millionen. Diese Milliarden stecken in den Preisen der G&#252;ter. Somit zahlt jeder inzwischen durchschnittlich 40% vom Produktpreis diese Zinsen. Wenn jeder auch wieder von den Zinsen etwas abbeckommt, w&#228;re ja alles in Ordnung. Allerdings gewinnen nur 10% der Haushalte in Deutschland dabei (diese aber richtig!). Damit existiert eine riesige Umverteilungsmaschine, welche t&#228;glich Milliarden von 90% der Deutschen zu den 10% reichsten Deutschen verteilt. Diese k&#246;nnen soviel gar nicht ausgeben, sondern nur wieder anlegen -&gt; Die Schere &#246;ffnet sich weiter&#8230; Bis wann???</p>
<p>Nicht nur die Wirtschaft dr&#252;ckt auf die Arbeitnehmer, sondern auch der Staat. Obwohl er ja jedes Jahr immer soviel Geld einnimmt und zus&#228;tzlich an Krediten aufnimmt (<a href="http://wiki.nuevalandia.net/Staatsverschuldung" target="_blank">Staatsverschuldung</a>). Dem gegen&#252;ber beschweren sich die Volkswirte+Zentralbanker, da&#223; zu viel Geld an den B&#246;rsenm&#228;rkten ist und die Spekulationen anheizen bis sie platzen.</p>
<p>Das Geld ist also da, nur an der falschen Stelle. Die einen haben soviel, dass sie nicht wissen wohin damit und andere verhungern. Damit verwehrt es nicht nur den Nutzen, den das Geld an der richtigen Stelle (z.B. Bildung) h&#228;tte, sondern es schafft sogar zus&#228;tzliche Risiken und Zusammenbr&#252;che zuerst im Finanzmarkt und dann in der Realwirtschaft mit Arbeitslosigkeit &amp; Co.</p>
<p><strong>Die 2. Wende</strong></p>
<p>Inzwischen merken immer mehr Menschen, wie damals in der DDR, dass etwas faul ist und stinkt. Immer mehr Menschen glauben nicht mehr an die Versprechungen und Hinhaltetaktik der Politiker und wissen, dass es nicht so weitergehen kann.</p>
<p>Irgendwann (in 2, 5 oder 10 Jahren?) wird der Kaiser so nackt wie Honecker &amp; Co. anno &#8217;89 dastehen. Es wird dann den meisten klar sein, wie weit der Karren im Dreck steckt und das ohne einen Systemwechsel von Altland nach Neuland nichts mehr geht.</p>
<p>Dann wird es eine 2. Wende geben. Da bin ich schon gespannt drauf! Es wird wieder eine ungeahnte Aufbruchstimmung geben, die Luft wird knistern und alles wird m&#246;glich sein. Die Leute sehen nicht mehr so m&#252;de aus und man sieht wieder mehr echte Freude am Leben und Sinn in der eigenen Arbeit&#8230;</p>
<p>Genau wie &#8217;89 wird es wieder Menschen geben, welche bis zum Schluss den Versprechungen des Kapitalismus auf den Leim gehen und z.B. denken, dass unser Problem die ganzen Sozialhilfeempf&#228;nger und faulen Leute (&#8220;Harzer&#8221;), welche sich nur ausruhen, sind. Vielleicht sind dies die gleichen, welche damals die bl&#252;henden Landschaften versprochen und den Aberglaube an den Sozialismus der Ossis bel&#228;chelt haben. Hochmut kommt vor dem Fall! Es ist nat&#252;rlich nicht einfach sein eigenes Weltbild offen &#228;ndern zu m&#252;ssen. Deswegen wird bis zum Schluss an dem nicht-funktionierenden Altland festgehalten. Aber am Ende begreifen es auch die Letzten oder landen im Alkohol !</p>
<p><strong>Nach der 2. Wende</strong></p>
<p>&#8230;Die M&#228;rchen h&#246;ren dann immer auf mit &#8220;und wenn sie nicht gestorben sind&#8230;&#8221;. Im wirklichen Leben geht es aber weiter.</p>
<p>Kommt dann z.B.? :</p>
<ul>
<li>Wir erkennen das unsere Energie komplett aus erneuerbar/&#214;ko kommen mu&#223;. Allerdings machen das wieder die gro&#223;en Energiekonzerne. Sie akkumulieren z.B. die Biomasse und nutzen sie dann in Gro&#223;kraftwerken. Die Bauern bekommen weiterhin wie bei Milch, Getreide und Fleisch vorgegebene Preise. Der Gewinn flie&#223;t wieder aus der Region ab.</li>
<li>Wir erkennen, da&#223; unser Zinssystem eine Ursache des irrsinnigen <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Wirtschaftswachstum" target="_blank">Wachstumsdrucks</a> ist und die Schere Arm/Reich immer mehr auseinandertreibt. Wir schaffen deswegen ein ges&#252;nderes Geldsystem mit Umlaufsicherung. Dies &#252;bernimmt dann aber wieder eine Zentralbank und damit wird wieder eine Machtstruktur etabliert.</li>
<li>Wir erkennen, da&#223; die Politiker nicht immer im Sinne des Volkes entscheiden und schaffen den <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Lobbyismus" target="_blank">Lobbyismus</a> ab und nehmen die Politiker auch mehr in die Verantwortung bei Fehlentscheidungen (Pensionsk&#252;rzung, Gehaltsk&#252;rzung). Aber wer macht das? Reicht das?</li>
<li>usw.</li>
</ul>
<p>&#8230;und wir werden wieder zu treuen Lemmingen degradiert&#8230;</p>
<p>&#8230;oder schaffen wir es dann uns nicht wieder die &#8220;Butter vom Brot zu nehmen&#8221;? Geben wir die Macht nicht wieder an eine Gruppe &#8220;Schlauere&#8221; ab, sondern schaffen Systeme in Wirtschaft+Gesellschaft  indenen gar keine Ausbeutung mehr erfolgen kann (s. <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Strukturelle_Nichtausbeutungsf%C3%A4higkeit" target="_blank">strukturelle Nichtausbeutungsf&#228;higkeit</a>)? &#8230;Eine wirkliche Demokratie und freie Gesellschaft mit einer nachhaltigen und zukunftsf&#228;higen Wirtschaft + Geldsystem? z.B.</p>
<ul>
<li>Wir schaffen eine <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Neuland-Energie" target="_blank">dezentrale, nachaltige Energieversorgun</a>g aus frei verf&#252;gbaren oder nachwachsenden Rohstoffen. Jede Stadt hat ihren Energie-Mix angepasst an die eigene Region und stellt das meiste auch mit kleinen+mittleren Blockkraftwerken, Wind-, Sonne- und Biomasse selbst her. Somit bleibt die Wertsch&#246;pfung auch in der Region</li>
<li>Wir stellen ein <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Neuland-Geldsystem" target="_blank">komplement&#228;res Geldsystem</a> neben das bestehende. Dieses besteht wie die Energie aus einem gesunden Mix von W&#228;hrungen, welche genau f&#252;r ihren Zweck konzipiert sind.</li>
<li>Wir f&#252;hren eine<a href="http://wiki.nuevalandia.net/Neuland-Politik#Mitspracherechte" target="_blank"> fl&#252;ssige Demokratie</a> ein, in der jeder ohne gro&#223;en Aufwand mitbestimmen kann oder aber seine Stimme jederzeit an andere verleihen kann, denen man vertraut und die mehr Ahnung haben.</li>
</ul>
<p><em>Man darf gespannt sein&#8230;</em></p>
<p><em>Jeder bekommt die Regierung und das System, was er verdient&#8230;<br />
</em></p>
<p><em>Falls es nicht klappt, dann sind die Menschen vielleicht bei der 3. Wende schlauer&#8230;?!</em></p>]]></content:encoded>
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		<title>Neuland-Modellstaat in Polynesien</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Mar 2010 19:01:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>viajero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausblicke auf Neuland]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Modellstaat]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf einer kleinen Insel in Polynesien versucht ein engagiertes, internationales Netzwerk einen Neuland-Modellstaat als praktisches Beispiel aufzubauen: Insel Moorea]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf einer kleinen Insel in Polynesien versucht ein engagiertes, internationales Netzwerk einen Neuland-Modellstaat als praktisches Beispiel aufzubauen:</p>
<p><a href="http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/schwundgeld-und-tahiti-virus/" target="_blank">Insel Moorea</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Entscheidungen im Elfenbeinturm (&#220;bergr&#246;&#223;e)</title>
		<link>http://www.nuevalandia.net/archives/395</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Dec 2009 17:04:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>viajero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grundsätzliches]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstorganisation]]></category>
		<category><![CDATA[Übergröße]]></category>

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		<description><![CDATA[Hierarchische Strukturen entscheiden oft nicht optimal. Die Entscheidungstr&#228;ger sitzen irgendwo im Glasb&#252;ro und kennen nicht die Wirklichkeit der Zahlen, mit denen sie jonglieren (das ist ihnen auch nicht vorzuwerfen, da das praktisch meist nicht geht). Ein bekanntes Beispiel daf&#252;r ist die millionenteure Eisenbahnbr&#252;cke, bei welcher am Ende festgestellt wurde, das die Z&#252;ge dort gar nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hierarchische Strukturen entscheiden oft nicht optimal. Die Entscheidungstr&#228;ger sitzen irgendwo im Glasb&#252;ro und kennen nicht die Wirklichkeit der Zahlen, mit denen sie jonglieren (das ist ihnen auch nicht vorzuwerfen, da das praktisch meist nicht geht).</p>
<p>Ein bekanntes Beispiel daf&#252;r ist die millionenteure Eisenbahnbr&#252;cke, bei welcher am Ende festgestellt wurde, das die Z&#252;ge dort gar nicht mehr fahren.</p>
<p>Eine andere nette Geschichte:<br />
<em>Au&#223;erhalb des London Bristol Zoo existiert ein Parkplatz f&#252;r 150 Autos und 8 Reisebusse.<br />
Innerhalb von 25 Jahren, wurden die Parkplatzgeb&#252;hren von einem sehr sympathischen Mann eingenommen. Die Geb&#252;hren f&#252;r ein Auto entsprechend 1,40 € und 7,00 € f&#252;r einen Reisebus.<br />
Eines Tages, nach gut 25 Jahren ununterbrochener Arbeit ohne einen einzigen Tag Ausfall, ist der Kassierer verschwunden.<br />
Die Gesch&#228;ftsleitung des Zoos wandte sich an die Stadtverwaltung und bittet um eine Ersatzperson. Die Stadtverwaltung forschte ein wenig nach und antwortete dem Zoo, dass die Verantwortung f&#252;r den Parkplatz selbst beim Zoo liege. Die Gesch&#228;ftsleitung des Zoos erwiderte, dass der Kassierer ein st&#228;dtischer Angestellter sei.<br />
Die Stadtverwaltung wiederum antwortete, das dieser Mann niemals im Dienste der Stadtverwaltung war und kein Geld in die Stadtkasse abgef&#252;hrt wurde.<br />
W&#228;hrend dessen, entspannt und zufrieden in seiner Villa an einer sch&#246;nen spanischen K&#252;ste , gibt es einen Mann, der ein Drehkreuz am Parkplatz vor dem Zoo installierte und einfach begann, jeden Tag zu kommen und die Parkgeb&#252;hren f&#252;r sich zu kassieren. Nach Absch&#228;tzung der Beh&#246;rden, beliefen sich die Einnahmen bei ca. 560,- € am Tag&#8230;und zwar 25 Jahre lang!!!<br />
Davon ausgehend, dass er auch noch 7 Tage die Woche gearbeitet hat, hat er ungef&#228;hr eine Summe von 7 Millionen Euro kassiert. Und niemand wei&#223; seinen Namen&#8230;!!! </em></p>
<p>Alternative solcher Altland-Organisation ist die Selbstorganisation der <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Neuland-Prinzipien" target="_blank">Neuland-Prinzipien</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Mit dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz aus der Krise?</title>
		<link>http://www.nuevalandia.net/archives/391</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Nov 2009 10:11:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>viajero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft & Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftswachstum]]></category>

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		<description><![CDATA[In den Nachrichten: http://www.tagesschau.de/inland/wachstumsbeschleunigungsgesetz104.html Daf&#252;r w&#252;rde ich doch glatt den Nobelpreis vergeben: Das Problem der Staatsschulden damit l&#246;sen, das ich noch mehr Schulden mache um die Wirtschaft anzukurbeln. Die dann brummende Wirtschaft erzeugt viele Steuern und es kann alles (auch die Zinsen) wieder zur&#252;ckgezahlt werden. Wer ein bisschen Realit&#228;tssinn hat d&#252;rfte wissen, das dies nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den Nachrichten:<a href="http://www.tagesschau.de/inland/wachstumsbeschleunigungsgesetz104.html" target="_blank"> http://www.tagesschau.de/inland/wachstumsbeschleunigungsgesetz104.html</a></p>
<p>Daf&#252;r w&#252;rde ich doch glatt den Nobelpreis vergeben: Das Problem der Staatsschulden damit l&#246;sen, das ich noch mehr Schulden mache um die Wirtschaft anzukurbeln. Die dann brummende Wirtschaft erzeugt viele Steuern und es kann alles (auch die Zinsen) wieder zur&#252;ckgezahlt werden.</p>
<p>Wer ein bisschen Realit&#228;tssinn hat d&#252;rfte wissen, das dies nicht gut gehen kann (ich habe zumindest noch kein Perpetuum mobile gesehen). Wer rechnen kann auch:</p>
<p><strong>Problematik Wachstum:</strong></p>
<p>Wachstum geht:</p>
<ul>
<li> A) sowieso nicht unendlich (s. <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Wirtschaftswachstum" target="_blank">Wirtschaftswachstum</a>) und</li>
<li>B) hat nicht zwingend etwas mit Lebensqualit&#228;t zu tun (s. <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Bruttoinlandsprodukt" target="_blank">BIP</a>).</li>
</ul>
<p><strong>Problematik: Wer zahlt am Ende?</strong></p>
<ul>
<li>Am Ende d&#252;rfen die Zinsen der jetzigen Verschuldung die B&#252;rger &#252;ber h&#246;here Steuern zahlen (siehe <a href="http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,jimm9cbc0kfqw67z~cm.asp" target="_blank">PlusMinus-Beitrag</a>).</li>
<li>Au&#223;erdem: Die Entlastungen aus dem Gesetz sind vor allem f&#252;r Firmen und Erben gedacht. Der Arbeitnehmer, der sowieso schon die meisten Lasten tr&#228;gt (und sich auch nichts &#8220;zurechtrechnen&#8221; kann), schaut mal wieder in die R&#246;hre&#8230;</li>
<li>Der Steueranteil ist bereits seit den 70er Jahren f&#252;r Arbeitnehmer+Mittelstand von 16 auf 35% gestiegen, f&#252;r Gro&#223;konzerne unter 20% gesunken ! Dann mal weiter so !</li>
<li>PS: Da halte ich die Abschaffung aller direkten Steuern und anstelle dessen lieber eine vern&#252;nftige Verbrauchststeuer (&#228;hnlich wie von den <a href="http://www.grundeinkommen.de/" target="_blank">Grundeinkommen-Initiativen</a> vorgeschlagen) f&#252;r die bessere Variante.</li>
</ul>
<p><strong>Problematik: Nebeneffekte</strong></p>
<ul>
<li>Vielleicht ist es ja erstmal o.k., die Weltwirtschaft mit zus&#228;tzlichen Billionen von Dollars vor dem Zusammenbruch zu wahren. Allerdings landet das vom Staat &#252;ber Schulden in den Markt gesp&#252;lte Geld zum Gro&#223;teil nicht in der Realwirtschaft, sondern im Spekulationsgesch&#228;ft und es entstehen derzeit wieder wunderbare Blasen. Vermutlich bedeutend gr&#246;&#223;ere als diejenigen, welche zur Finanzkrise gef&#252;hrt haben: <a href="http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/521692/index.do?_vl_backlink=/home/wirtschaft/international/index.do" target="_blank">Unterwegs zur Mega-Blase</a>.</li>
<li>Diese Blase wird dann kaum noch eingefangen werden. Aber es trifft dann eben nicht meine Legislaturperiode&#8230;?!</li>
<li>Ein netter Beitrag dazu in der ARD von PlusMinus auf YouTube: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=kE8B4UYxKm8" target="_blank">5min-Video</a></li>
</ul>
<p>&#8230;aber es geh&#246;ren ja immer 2 dazu, einer der veralbert und einer der veralbern l&#228;&#223;t&#8230; ;-) Mal sehen wie lange noch so viele an das M&#228;rchen vom &#8220;alles heilenden Wirtschaftswachstum&#8221; und den verantwortungsbewu&#223;ten Wirtschaftsweisen+Politikern glauben&#8230;  Fr&#252;her wurde ja auch mit abenteuerlichen wissenschaftlichen Erkl&#228;rungen versucht an der Erde als Scheibe festzuhalten. &#8230;und dann wurde sie doch irgendwann rund !</p>]]></content:encoded>
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