<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Nuevalandia &#187; Wirtschaft &amp; Geld</title>
	<atom:link href="http://www.nuevalandia.net/archives/category/wirtschaft-geld/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.nuevalandia.net</link>
	<description>Eine Reise von Altland nach Neuland</description>
	<lastBuildDate>Thu, 15 Dec 2011 12:17:18 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Weg mit dem ganzen Ballast</title>
		<link>http://www.nuevalandia.net/archives/455</link>
		<comments>http://www.nuevalandia.net/archives/455#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 12:16:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>viajero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausblicke auf Neuland]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft & Geld]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nuevalandia.net/?p=455</guid>
		<description><![CDATA[Ein netter Artikel aus der Zeit: http://www.zeit.de/2011/50/Kapitalismus-Wirtschaftskreislauf Kapitalismus Weg mit dem ganzen Ballast                       11.12.11 Wie Menschen in Deutschland versuchen, sich aus dem gro&#223;en kapitalistischen Wirtschaftskreislauf zu befreien.                          © Rainer Jensen/dpa In Neunkirchen im Hunsr&#252;ck hat der Kampf gegen den Kapitalismus ein erstes Opfer gefordert. Es ist eine Stra&#223;enlaterne. Sie steht in der Mitte des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein netter Artikel aus der Zeit:<a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=http%3A%2F%2Fwww.zeit.de%2F2011%2F50%2FKapitalismus-Wirtschaftskreislauf" target="_blank"> http://www.zeit.de/2011/50/Kapitalismus-Wirtschaftskreislauf</a></p>
<p>Kapitalismus</p>
<p><strong>Weg mit dem ganzen Ballast                       11.12.11</strong></p>
<p>Wie Menschen in Deutschland versuchen, sich aus dem gro&#223;en kapitalistischen Wirtschaftskreislauf zu befreien.                          © Rainer Jensen/dpa</p>
<p>In Neunkirchen im Hunsr&#252;ck hat der Kampf gegen den Kapitalismus ein erstes Opfer gefordert. Es ist eine Stra&#223;enlaterne. Sie steht in der Mitte des kleinen Dorfes, nicht weit vom Haus des B&#252;rgermeisters. Seit 15 Jahren steht sie dort. Jetzt steht sie schief. Der Konflikt mit dem System begann vor einem Jahr, als die Neunkirchner den Strom f&#252;r die Stra&#223;enbeleuchtung nicht l&#228;nger vom Energieriesen RWE beziehen wollten. Sie wollten ihn selbst herstellen, das halbe Dorf hat Solaranlagen auf dem Dach.</p>
<p>So einfach sei der Ausstieg nicht, lie&#223; RWE wissen. Schlie&#223;lich geh&#246;rten die Laternen dem Konzern. Dann werde man von nun an Miete verlangen, antwortete der B&#252;rgermeister. Schlie&#223;lich st&#252;nden die Laternen auf dem Grund und Boden von Neunkirchen. Es entbrannte ein ergebnisloser Streit um Paragrafen und Bestimmungen. Dann, vor sechs Wochen, knallte ein Auto gegen die Laterne. Seitdem steht sie schief. Solange nicht klar ist, wer ihr Eigent&#252;mer ist, wird das wohl so bleiben und allen vor Augen f&#252;hren, was passieren kann, wenn sich der B&#252;rgermeister eines kleinen Dorfes gegen den Kapitalismus stellt.</p>
<p>Der B&#252;rgermeister ist der 65 Jahre alte Richard Pestemer. Von seinem Holztisch mit Blick auf den eigenen Gem&#252;segarten schreibt er Protestbriefe an RWE, im Briefkopf das Ortswappen mit zwei H&#228;mmern, in seinem R&#252;cken das Regal mit Werken von Marx, Mao und Laotse. Neben den B&#252;chern steht ein Foto des jungen Pestemer. Mit langem Bart und langen Haaren schaut er dem alten, jetzt kurzhaarigen B&#252;rgermeister dabei zu, wie er den Widerstand organisiert.<br />
Pestemer schien nicht recht in dieses Dorf zu passen, als er vor 20 Jahren auf der Suche nach l&#228;ndlicher Idylle mit seiner Frau hierherzog. Im Hunsr&#252;ck w&#228;hlte man CDU, Pestemer aber war in K&#246;ln bei den Gr&#252;nen gewesen, bald sprach er davon, die Neunkirchner sollten doch den Wald hinter dem Dorf wieder selbst bewirtschaften, sie sollten Gem&#252;se anbauen. Mit solchen Reden wird man schnell zum Au&#223;enseiter in einem Dorf mit nur 159 Einwohnern. Pestemer wurde kein Au&#223;enseiter, er wurde B&#252;rgermeister, den Leuten gef&#228;llt, was »der Richie« sagt. Vor zwei Jahren haben sie ihn wiedergew&#228;hlt.</p>
<p>»Alle klagen doch &#252;ber den Kasinokapitalismus mit seinem Profitwahn«, sagt Richard Pestemer. Aber was ist die Alternative? Der Sozialismus ist gescheitert, ein anderes gro&#223;es Gegenmodell hat niemand parat. Daf&#252;r bewegt sich etwas im Kleinen. An den unterschiedlichsten Orten in Deutschland versuchen Menschen, abseits des Systems zu leben. Mit weniger Markt, weniger Wirtschaftswachstum, manchmal auch mit weniger Geld. Aber wie sieht es aus, ein solches Leben?</p>
<p>Diese Frage steht am Anfang einer Reise, die bei Richard Pestemer beginnt. Sie wird weiterf&#252;hren nach Berlin, wo es Gesch&#228;fte gibt, in denen man Waren erstehen kann, ohne daf&#252;r bezahlen zu m&#252;ssen. Ein Wirtschaftsprofessor wird unterwegs auftauchen, der aus &#220;berzeugung nicht Auto f&#228;hrt und nur selten in Z&#252;ge steigt. Er wird einem ein schlechtes Gewissen mit auf den Weg geben zur letzten Station, die im Alpenvorland liegt, in der oberbayerischen Provinz, wo ein ehemaliger Lehrer eine neue Art von Geld erfunden hat.</p>
<p>Am Anfang aber, im S&#252;dwesten des Hunsr&#252;ck, wo nur dreimal am Tag ein Bus aus Trier vorbeikommt, blickt man hinab in ein tiefes Tal, in dem an diesem Herbstmorgen noch die Wolken h&#228;ngen. Dort unten wohnt Richard Pestemer. Eine unebene Stra&#223;e ohne Mittelstreifen f&#252;hrt nach Neunkirchen hinein, alte Bauernh&#246;fe stehen neben roten Holzh&#228;usern, wie man sie sonst in Schweden oder Norwegen sieht.</p>
<p>Pestemer ist hier seit sieben Jahren parteiloser, ehrenamtlicher B&#252;rgermeister. Fr&#252;her war er Dolmetscher f&#252;r Japanisch. Mittlerweile ist er in Rente. Pestemer sagt, er suche seit fast f&#252;nfzig Jahren nach einer Alternative zum Kapitalismus. Ausgerechnet hier, in diesem Dorf, in dem es kein DSL und keinen Handyempfang gibt, scheint er sie gefunden zu haben</p>
<p>Pestemer steht in der K&#252;che und kocht Mittagessen. Ofenkartoffeln und Salat aus dem eigenen Garten. Vor dem Fenster breiten sich die Gem&#252;sefelder der Nachbarn aus, noch Anfang Dezember wachsen dort Lauch und Kohl. Pestemer hat drei H&#252;hner und ein Schwein, das bei einem Nachbarn im Stall steht. »Nach der Energiewende kommt die Nahrungsmittelwende«, sagt er voraus.</p>
<p>Weniger Kapitalismus – f&#252;r Richard Pestemer bedeutet das ganz einfach: weniger kaufen, mehr selbst machen. Selbstversorgerstrukturen seien auch in den St&#228;dten m&#246;glich, glaubt er. Pestemer spricht von der »solarangetriebenen, nachhaltigen Regionalgesellschaft«, einem regionalen Kreislaufsystem aus Produktion und Konsum. Erst vor Kurzem hat er einen Vortrag an der Uni Trier dar&#252;ber gehalten.</p>
<p>Hinterm Dorf beginnt der Wald. Auf den Lichtungen sprie&#223;en Buchensetzlinge zwischen achtzig Jahre alten Fichten. Fr&#252;her war der Wald Teil des Forstzweckverbandes, in dem mehrere Gemeindew&#228;lder der Region verwaltet wurden. Damals machte man mit dem Wald noch Verlust. Seitdem die Gemeinde ihn wieder selbst bewirtschaftet, erzielt sie daraus Gewinn. Mitunter ist auch eine Wirtschaftsform rentabel, der es nicht zuerst um dem Profit geht.</p>
<p>Ein Arbeitsplatz f&#252;r die F&#246;rsterin Anne Koch wurde geschaffen. Die Bewohner holen ihr Brennholz jetzt aus dem eigenen Wald. Seitdem Pestemer nicht mehr mit &#214;l, sondern mit Holz heizt, sind seine Energiekosten auf ein Drittel gesunken. Er ist unabh&#228;ngig vom knappen Rohstoff &#214;l, und au&#223;erdem ist Holz nachhaltig: Es wird nur so viel aus dem Wald geholt, wie auch wieder nachwachsen kann.</p>
<p>Pestemer hat vor langer Zeit ein Buch gelesen, das jetzt wieder aktuell ist. Vor fast 40 Jahren schrieb der aus Deutschland stammende, britische &#214;konom Ernst Friedrich Schumacher den Bestseller Small is beautiful. Er passt hervorragend zu Pestemers Versuch der Regionalisierung. Schumacher kritisiert in seinem Buch die Verg&#246;tterung des Gigantismus. Unendliches Wachstum, angetrieben von endlichen Ressourcen, das k&#246;nne auf Dauer nicht funktionieren. Schumacher war vor den Nazis nach Gro&#223;britannien geflohen, wo er nach dem Krieg die Regierung beriet. In seinem Buch pl&#228;diert er f&#252;r eine Philosophie der Gen&#252;gsamkeit, weil Wirtschaftswachstum nicht automatisch gut ist und »gr&#246;&#223;er« nicht »besser«. Konsum sei kein Selbstzweck, echter Wohlstand nicht an der H&#246;he des Bruttosozialproduktes messbar.</p>
<p>In Neunkirchen schneiden die Leute heute selbst die Friedhofshecke, anstatt Unternehmen zu beauftragen. Sie kehren selbst die Stra&#223;en. Das spart Geld und f&#246;rdert den Gemeinsinn. Nur dem Land Rheinland-Pfalz ist dieses Klein-Klein ein Dorn im Auge. Die Kommunalverwaltungsreform k&#246;nnte f&#252;r Neunkirchen bedeuten, dass es bald einer gr&#246;&#223;eren Einheitsgemeinde zugeschlagen wird. Dann w&#228;re die Selbstverwaltung des Dorfes dahin. Deshalb k&#228;mpft Richard Pestemer jetzt nicht nur gegen RWE, er schreibt auch w&#252;tende Briefe an die Landesregierung in Mainz.</p>
<p>Man muss nicht unbedingt aufs Land fahren, um in Deutschland kleine Inseln zu finden, die sich dem Kapitalismus widersetzen. In fast allen Gro&#223;st&#228;dten haben sich Umsonstl&#228;den gegr&#252;ndet, Gesch&#228;fte, in deren Regalen Waren liegen, die irgendjemand einmal irgendwo gekauft hat und dann irgendwann nicht mehr brauchte. Kunden, die in diese L&#228;den gehen, k&#246;nnen sich gratis bedienen. Hier wird Handel ohne Geld betrieben, praktische Kapitalismuskritik.</p>
<p>Robert Podzuweit wei&#223; noch, wie er sich wunderte, als er vor sieben Jahren vom ersten Berliner Umsonstladen h&#246;rte. Podzuweit hat ein paar Semster Betriebswirtschaftslehre studiert, er sagt, er kenne die Gesetze der &#214;konomie. Warum sollten Menschen Dinge, die sie nicht mehr brauchen, extra in einen Laden bringen, wenn sie davon keinen Nutzen haben? Er sah sich dieses Umsonstgesch&#228;ft an und war begeistert, dass eine Unternehmung, die gegen alle &#246;konomischen Gesetzm&#228;&#223;igkeiten verst&#246;&#223;t, funktioniert.</p>
<p>In Berlin-Friedrichshain gr&#252;ndete er vor f&#252;nf Jahren dann mit einer Gruppe anderer Leute den »Schenkladen Systemfehler«. Er ist jeden Tag ein paar Stunden ge&#246;ffnet. Robert Podzuweit, der eine kleine Druckerei betreibt, hat heute Abenddienst – unentgeltlich, versteht sich. Offenbar muss man erst einmal ehrenamtlich arbeiten, um einen Ausweg aus dem Kapitalismus zu finden.</p>
<p>Im Schenkladen h&#228;ngt ein Geruch wie in allen Secondhandl&#228;den, nach gebrauchten Kleidern und PVC. Es stehen B&#252;cher im Regal, Geschirr, Gl&#228;ser, Computer. Dinge, die sauber sind und nicht kaputt und von denen die Ladenbetreiber glauben, dass sie ein anderer wieder mitnehmen wird. Ein paar Dutzend Umsonstl&#228;den gibt es mittlerweile in Deutschland. »Wir nennen unseren Laden Schenkladen, weil das Wort umsonst auch eine negative Konnotation hat«, sagt Podzuweit. Systemfehler ist kein Tauschladen, man muss nichts bringen, um etwas mitnehmen zu d&#252;rfen. Die Regale sind trotzdem voll. Ein junges Paar mit kleiner Tochter st&#246;bert in den Kleidern. Ein Mann kommt herein, er bringt zwei Laptops vorbei, erst wenige Jahre alt. Er hat jetzt einen neuen Computer, die alten braucht er nicht mehr.<br />
Robert Podzuweit st&#246;rt es nicht, seinen Feierabend im Laden zu verbringen. »Ich darf hier ja auch Sachen mitnehmen, dadurch brauche ich weniger Geld und bin unabh&#228;ngig«, sagt er. Im Kapitalismus bedeutet Unabh&#228;ngigkeit, so viel Geld zu haben, dass man nicht dar&#252;ber nachdenken muss, wof&#252;r man es ausgibt. F&#252;r Podzuweit bedeutet Freiheit, ohne Gelddruck zu leben. Nicht dass Podzuweit ein Systemfeind w&#228;re, er ist SPD-Mitglied und sieht sehr b&#252;rgerlich aus mit seinen zur&#252;ckgek&#228;mmten Haaren, blauem Hemd und beiger Hose. Aber seiner Meinung nach denkt seine Partei zu wenig &#252;ber den Systemwandel nach, der dringend notwendig w&#228;re. »Indem man das, was im &#220;berfluss existiert, umverteilt, muss weniger produziert werden. Die Nachfrage sinkt, und das ist ein Angriff auf den Kapitalismus.«</p>
<p>Ganz ohne Geld aber funktioniert der Angriff auf den Kapitalismus nicht. Der Laden kostet Miete. Das Projekt kann nur &#252;berleben, weil es Spender gibt und Paten, die es unterst&#252;tzen. Solidarische &#214;konomie nennt man das im Schenkladen.</p>
<p>Postwachstums&#246;konomie sagt Niko Paech dazu. Paech lehrt an der Uni Oldenburg, er ist der vielleicht ungew&#246;hnlichste Wirtschaftsprofessor in Deutschland. Denn in einem waren sich Marxisten und Neoliberale, linke und rechte &#214;konomen immer einig: dass Wachstum etwas Gutes ist, dass es in der Wirtschaft stets darum gehen sollte, m&#246;glichst viel Geld zu verdienen.</p>
<p>Paech geht es nicht nur darum, anders zu wirtschaften, sondern vor allem darum, anders zu leben. Nur zwanzig Stunden in der Woche zu arbeiten, zum Beispiel. Mehr Freizeit, um den Kapitalismus zu &#252;berwinden, das klingt nach einem interessanten Konzept.</p>
<p>Niko Paech ist nicht leicht zu sprechen. Ein Handy besitzt er aus &#220;berzeugung nicht – f&#252;r ihn ist das Wohlstandsschrott. Man muss versuchen, ihn im B&#252;ro zu erreichen, wo er aber nur Teilzeit arbeitet. Auch seine E-Mails liest er selten. Hat man ihn dann am Apparat, erz&#228;hlt er von einer Kollegin, die ihn neulich &#252;berreden wollte, zu einer Konferenz nach Indien zu reisen. Auch die Inder h&#228;tten ein Recht darauf, von der Postwachstums&#246;konomie zu erfahren, meinte sie. Paech aber sagt, er wolle nicht Teil der »hoch dotierten Klimaschutzschickeria« sein, »die im Namen der guten Sache genauso pausen- wie wirkungslos von Kontinent zu Kontinent jettet«.</p>
<p>Fast alle wissen heute, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen &#246;kologischen Sch&#228;den und menschlichem Wohlstand. Nicht viele aber stellen deshalb ihr Leben so konsequent um wie Niko Paech. Er hat nicht nur kein Handy, er steigt auch in kein Auto, fliegt nicht, schr&#228;nkt Bahnreisen auf ein Minimum ein und teilt sich einen alten Laptop mit einem Kollegen. Paech sieht das alles nicht als Verzicht, sondern als »Befreiung von Wohlstandsballast und Wiedererlangung von Souver&#228;nit&#228;t«. In reichen L&#228;ndern wie Deutschland f&#252;hre noch mehr materieller Wohlstand l&#228;ngst nicht mehr dazu, dass die Menschen gl&#252;cklicher w&#252;rden.</p>
<p>Paech hat das Ideal des Prosumenten entwickelt: eines Menschen, der zwar noch Geld verdient und konsumiert, aber eben auch produziert. Paech selbst nutzt seine freie Zeit, um Brot zu backen oder an seinem Fahrrad herumzuschrauben. Braucht er neues Werkzeug, versucht er zuerst, es durch Tauschhandel mit seinen Freunden und Nachbarn zu bekommen. »Suffizienz und urbane Selbstversorgung« nennt er das im Wissenschaftsjargon. So f&#252;hrt der &#214;konomieprofessor ein Leben, das mit der Marktwirtschaft nur noch am Rande zu tun hat. Paech wei&#223;, dass er mit seinem Konzept nur wenige begeistern kann. Aber er glaubt, dass die Leute irgendwann nicht mehr anders k&#246;nnen, als so zu leben. Mit seinen Ideen hat er es im wachsenden Kreis der Wachstumskritiker zu einiger Prominenz gebracht. B&#252;rgermeister Richard Pestemer beruft sich auf ihn, auch Christian Gelleri, der Gelderfinder, ist begeistert von Paechs Ideen. Zu ihm f&#252;hrt die letzte Etappe dieser Reise.</p>
<p>In der oberbayerischen Stadt Rosenheim, eine halbe Zugstunde von M&#252;nchen entfernt, hat der fr&#252;here Waldorflehrer Christian Gelleri im Kleinen etwas entwickelt, von dem er glaubt, dass es eine Antwort auf die gro&#223;e Euro-Krise sein k&#246;nnte: eine andere Art des Geldes. Gelleri ist der Erfinder des Chiemgauers, einer W&#228;hrung, die nur im Chiemgau gilt. Dort ist sie zum zweiten Zahlungsmittel neben dem Euro geworden. Mehr als 600 Gesch&#228;fte und Unternehmen akzeptieren den Chiemgauer inzwischen. Die Leute benutzen das neue Geld l&#228;ngst wie das alte. Sie kaufen Semmeln, Gem&#252;se, Fernseher. Und verkleinern dabei den Kapitalismus.<br />
Alles begann im Jahr 2002 mit einem Unterrichtsprojekt. Gelleri war damals noch Wirtschaftslehrer an der Waldorfschule in Prien am Chiemsee. Gemeinsam mit seinen Sch&#252;lern entwickelte er die Idee des neuen Geldes. Eine Idee, die eigentlich sehr alt ist.</p>
<p>Als das Geld vor Tausenden von Jahren erfunden wurde, da war es ein Tauschmittel, nichts weiter. Die Leute benutzten es, weil es l&#228;stig war, Ziegen gegen Weizen zu tauschen oder K&#252;he gegen Hosen. Heute aber dient das Geld l&#228;ngst nicht mehr nur dazu, Waren auszutauschen. Es wird gehortet, gelangt an die B&#246;rsen, bl&#228;st Spekulationsblasen auf, verwandelt sich in Zinsen und Schulden und rei&#223;t die halbe Welt in die Krise. Damit das Geld keinen Schaden mehr anrichtet, muss es zum reinen Tauschmittel werden. Die Leute sollen nicht damit spekulieren, sie sollen es ausgeben. Das Geld soll in Umlauf bleiben, statt an die Finanzm&#228;rkte zu flie&#223;en. Das ist die Grundidee des Chiemgauers.</p>
<p>Ein Chiemgauer ist einen Euro wert. Aber nicht sehr lange. Jeder Schein der regionalen W&#228;hrung beh&#228;lt seinen aufgedruckten Wert nur drei Monate. Wer ihn dann immer noch im Geldbeutel hat, muss eine Marke kaufen und auf den Schein kleben. So verliert das Geld mit der Zeit seinen Wert. Au&#223;er man gibt es aus.</p>
<p>Ein schlechtes Gesch&#228;ft, m&#246;chte man meinen. Aber die Leute im Chiemgau sehen das anders. Die Ladenbesitzer m&#246;gen das neue Geld, weil der Chiemgauer die Kunden an sie bindet. Die Kunden m&#246;gen ihn, weil sie damit die regionale Wirtschaft f&#246;rdern. Und wenn ein Unternehmer die Chiemgauer in Euro zur&#252;cktauscht, flie&#223;en drei Prozent des Umsatzes an gemeinn&#252;tzige Vereine. Der Chiemgauer ist rot, gelb, blau. Die Scheine sehen aus wie Spielgeld und f&#252;hlen sich an wie bedrucktes Papier. Wertlos. Auch das ist Absicht. Die Leute sollen gar nicht erst eine emotionale Bindung zu dem neuen Geld aufbauen.</p>
<p>Vor sechs Jahren gab Christian Gelleri seinen sicheren Job als Lehrer auf. Heute ist er Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft, die den Chiemgauer herstellt und in Umlauf bringt. Etwas abgehetzt st&#252;rmt er ins B&#252;ro im Industriegebiet von Rosenheim, die Gesellschafterversammlung am Vorabend war turbulent. Es ging um die Frage, wie schnell die W&#228;hrung wachsen soll. 550.000 Chiemgauer sind im Umlauf. Demn&#228;chst wird ein dritter Mitarbeiter eingestellt, neue Investitionen w&#228;ren m&#246;glich. Gelleri geh&#246;rt zur Gruppe derer, die ein langsames Wachstum wollen, ein »organisches«, sagt er.</p>
<p>Reich wird er nicht mit seiner neuen Arbeit. Er bekommt nur ein symbolisches Gehalt, verdient sich etwas mit Tagungen und Vortr&#228;gen dazu. Er nennt es das »Prinzip Selbstausbeutung«.</p>
<p>Gelleri glaubt, eine Regionalw&#228;hrung k&#246;nnte auch in Krisenl&#228;ndern wie Griechenland funktionieren. Die Griechen k&#246;nnten damit ihre Binnenwirtschaft st&#228;rken, k&#246;nnten verhindern, dass das Geld ins Ausland abflie&#223;t. »Was hat man denn zu verlieren? Wenn alles so weitergeht wie bisher, fliegt Griechenland aus dem Euro«, sagt Gelleri.</p>
<p>L&#228;ngst ist er nicht mehr der Einzige, der glaubt, das Geldsystem m&#252;sse von Grund auf &#252;berdacht werden. Im Gegenteil, Christian Gelleri ist gerade viel gefragt. K&#252;rzlich war er in der Talkshow Beckmann in der ARD eingeladen, wenig sp&#228;ter diskutierte er auf einer Tagung &#252;ber ein nationales Parallelgeld f&#252;r Griechenland. Selbst die britische Zeitung The Guardian hat schon &#252;ber ihn berichtet.</p>
<p>Es d&#252;rfte schwierig sein, mit dem Chiemgauer Kapitalrenditen von 25 Prozent zu erzielen. Eine W&#228;hrung, die st&#228;ndig an Wert verliert, bringt keine Zinsen. Aber auch keine Krisen. Letztlich, sagt Gelleri, geht es darum, ob man ein System, das auf Risiko setzt, eintauschen will gegen eines, das auf Stabilit&#228;t baut. Das ist auch eine Mentalit&#228;tsfrage. Gelleri findet, es ist Zeit, zufrieden zu sein mit dem, was man hat, auch wenn es nicht so viel ist. Vielleicht stehen in den Tagen der Finanzkrise die Aktien gar nicht schlecht f&#252;r diese Sichtweise.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nuevalandia.net/archives/455/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wirtschaft ohne Geld – Die Befreiung von der Unm&#252;ndigkeit II</title>
		<link>http://www.nuevalandia.net/archives/437</link>
		<comments>http://www.nuevalandia.net/archives/437#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 12 Jun 2011 07:07:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michey</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausblicke auf Neuland]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft & Geld]]></category>
		<category><![CDATA[geld]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nuevalandia.net/?p=437</guid>
		<description><![CDATA[&#160; Hintergrund Zur Zeit wird in den Medien viel &#252;ber die Online-W&#228;hrung Bitcoin diskutiert.  Dabei f&#228;llt mir auf, dass die Menschen, die in den Medien diskutieren, aber auch die Macher und Nutzer von Alternativw&#228;hrungen geistig immer noch in den Reflexen gefangen sind, die ihnen durch Konditionierung antrainiert wurden. Die Diskutierenden glauben das Geld ein Wertaufbewahrungsmittel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hintergrund</strong><br />
Zur Zeit wird in den <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,768071,00.html">Medien</a> viel &#252;ber die Online-W&#228;hrung <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bitcoin">Bitcoin</a> diskutiert.  Dabei f&#228;llt mir auf, dass die Menschen, die in den Medien diskutieren, aber auch die Macher und Nutzer von Alternativw&#228;hrungen geistig immer noch in den Reflexen gefangen sind, die ihnen durch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Konditionierung">Konditionierung</a> antrainiert wurden. Die Diskutierenden glauben das Geld ein Wertaufbewahrungsmittel ist. Geld muss sicher sein. Eine zentrale Stelle muss &#252;ber das Geld wachen, dass auch ja keiner den anderen betr&#252;gen kann. Es ist schon irgendwie drollig. Viele Menschen, die versuchen, Regionalw&#228;hrungen und Online-W&#228;hrungen als Alternativen zum Geldsystem der Zentralbanken zu erschaffen, folgen weiterhin den Denkmustern, die sie von Kindesbeinen an gelernt haben. <strong> </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was ist Geld?</strong><br />
Die meisten Menschen wurden daraufhin konditioniert zu glauben,  dass Geld ein Mittel ist, um Werte aufzubewahren. Genau das stimmt  nicht. Der Wert des Geldes ist lediglich dadurch gest&#252;tzt, dass  Schuldner alles daf&#252;r tun m&#252;ssen, um an Geld zu kommen. Ansonsten wird  der Gl&#228;ubiger mit Hilfe von Polizei und Milit&#228;r die materiellen  Ressourcen des Schuldners beschlagnahmen, inklusive seines K&#246;rpers. Wer glaubt, dass diese Sichtweise etwas radikal ist, der sollte sich mal &#252;berlegen, was eine Bank verlangt, wenn man einen Kredit haben m&#246;chte &#8230; richtig &#8230; Sicherheiten. Was macht die Bank, wenn man seinen Kredit nicht bezahlen will? &#8230; richtig &#8230; Das Haus, das Auto oder Wertgegenst&#228;nde werden gepf&#228;ndet. Was passiert, wenn man die gepf&#228;ndeten Gegenst&#228;nde nicht hergeben will und droht, sich zu wehren? &#8230; richtig &#8230; Der Gerichtsvollzieher r&#252;ckt mit der Polizei an. Genau darauf basiert der Wert des Geldes. Dieser Sachverhalt steht &#252;brigens klipp und klar auf der <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Dollarnote_hq.jpg&amp;filetimestamp=20090315172511">1 US-Dollar Note</a> oben links drauf.<br />
Die Definition von Geld ist also eher so zu formulieren:</p>
<p><em>&#8220;Geld ist ein Mittel zur Begleichung der Anspr&#252;che auf den Zugriff auf die eigenen Materiellen Ressourcen durch andere&#8221;.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was ist Geld noch?</strong><br />
Wirtschaft ist die Summe aller T&#228;tigkeiten, die n&#246;tig sind, um unsere Bed&#252;rfnisse zu befriedigen. Wirtschaft ist also lebensnotwendig im wahrsten Sinne des Wortes, denn ein Mensch &#252;berlebt ca. drei Tage aus ohne Wasser und ca. zwei Wochen ohne Essen. F&#252;r die Organisation einer so komplexen Wirtschaft wie der unseren ist es wichtig zu wissen, ob f&#252;r ein Gut gerade &#220;ber- oder Unterproduktion herrscht. Wir m&#252;ssen bedenken: In einer arbeitsteiligen Wirtschaft arbeiten wir immer f&#252;r andere und nur selten f&#252;r uns selbst. Geld ist hierf&#252;r auf einem freien Markt ein  Informations&#252;bermittler. &#220;ber den Preis kann jeder Marktteilnehmer  ablesen, ob bez&#252;glich eines Gutes gerade Mangel oder &#220;berfluss herrscht.  Beim Tausch Informationen &#252;ber den Aufwand zur Bereitstellung eines  Gutes auszutauschen, ist also durchaus sinnvoll.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Rosinen aus dem Kuchen picken</strong><br />
Ich habe zu Hause gelernt, dass man sich nicht die Rosinen aus dem Kuchen picken sollte oder vom Ei nur das Eigelb isst. Wer die guten Seiten des Geldes haben will, muss eben die negativen Seiten in Kauf nehmen. Ich sehe das aber anders. Warum solle man sich nicht die Rosinen aus dem Kuchen picken? Warum sollte man nicht die Vorteile des Geldes genie&#223;en und die Nachteile abschaffen? Doch wie soll das gehen. Ganz einfach: Es werden beim Tausch die Informationen bez&#252;glich des Bereitstellungsaufwandes f&#252;r ein Gut &#252;bermittelt, aber keine Anspr&#252;che auf den Zugriff auf die Ressourcen des anderen. Dabei wird wie folgt vorgegangen:</p>
<ul>
<li> Der Leistungsnehmer soll sich vor Erbringung der Leistung  erkundigen, welcher Aufwand hinter der erbrachten Leistung steht, damit  er den Aufwand hinter dieser Leistung einsch&#228;tzen kann.</li>
<li> Der Leistungsgeber soll sich vor der Zusage der Leistung  dar&#252;ber im Klaren sein, wie viel Aufwand hinter einer Leistung steht und  ober er sie auch erbringen kann.</li>
<li> Eine Leistung soll nur dann gegeben werden, wenn diese zur  Erschaffung und Nutzung von Lebensgrundlagen dient und nicht sinnlos  verschwendet wird.</li>
<li> Eine Leistung soll nur dann angenommen werden, wenn diese zur  Erschaffung und Nutzung von Lebensgrundlagen dient und nicht sinnlos  verschwendet wird.</li>
<li> Jeder Teilnehmer rechnet das, was er gibt oder nimmt in Punkte um.</li>
<li> Beide Tauschpartner einigen sich vor Erbringung der Leistung  &#252;ber eine Punktezahl, die dem Wert der erbrachten Leistung entspricht.</li>
<li> Der Wert der erbrachten Leistung in Form von Punkten tr&#228;gt jeder Tauschpartner f&#252;r sich in seine eigene Liste ein.</li>
<li> Als Ma&#223; f&#252;r den Aufwand kann die Arbeitsstunde gleich 10 Punkte gesetzt werden.</li>
<li> Der Aufwand des Gebens und Nehmens sollte f&#252;r jeden Teilnehmer  selbst stets miteinander im Gleichgewicht sein. Die Punkte sind aber <strong>kein</strong> soziales Gewissen.</li>
<li>Die Punkte haben auch keinen Wert. Es ist sehr  wichtig, das immer im Kopf zu behalten! Die Punkte haben lediglich die  Aufgabe, Informationen bez&#252;glich &#220;ber- oder Unterproduktion zu  ermitteln. Derjenige, seine Punkte nicht ordentlich zusammenrechnet,  betr&#252;gt sich nur selbst, weil er seine eigenen Informationen bez&#252;glich  der Marktlage verf&#228;lscht.</li>
<li> Das staatliche Geld ist lediglich eine Ware.</li>
<li> Leistung muss bevorzugt durch Technik unterst&#252;tzt oder erbracht werden, um Menschen zu entlasten.</li>
<li> Ressourcen m&#252;ssen erschaffen und gepflegt werden, Stoffkreisl&#228;ufe m&#252;ssen geschlossen sein.</li>
<li> Das Konzept der Schuld wird abgelehnt, da es dazu f&#252;hrt, dass Menschen die Leistungen anderer nur widerwillig annehmen.</li>
<li> Die M&#246;glichkeit, eigene Anteile an den geschaffenen Lebensgrundlagen zu erwerben, sollten genutzt werden. Es ist besser, die Kr&#228;fte der Natur in Form von Maschinen f&#252;r sich arbeiten zu lassen, als allein durch die Arbeit der eigenen H&#228;nde sein Einkommen zu bestreiten.</li>
</ul>
<p><strong>Was ist daf&#252;r notwendig?</strong><br />
Diese Vorgehensweise kann jeder hier und jetzt Vorleben. Der erste Vorteil davon ist, dass man selbst anhand der eigenen Liste erkennt ob man seine eigenen Ressoucen verbraucht, indem man zu viel f&#252;r andere tut und zu wenig erh&#228;lt, oder ob man die Ressourcen anderer verbraucht, indem man zu viel von anderen nimmt und zu wenig f&#252;r andere tut. Der zweite Vorteil davon ist, dass man anhand der Auskunft des Tauschpartners bez&#252;glich des Aufwandes der erbrachten Leistung erkennt, ob bez&#252;glich der erbrachten Leistung Mangel oder &#220;berfluss herrscht. Man bekommt also Informationen &#252;ber die vorhandenen Ressourcen in der Gesellschaft.</p>
<p>&#8230; und was ist, wenn jemand trotzdem versucht, andere auszunutzen, indem er seine Punkte nicht ordnungsgem&#228;&#223; zusammenz&#228;hlt? W&#228;re dann nicht das ganze System des Gleichgewichts von Geben und Nehmen gef&#228;hrdet? &#8230; Hier lauert wieder die Falle der Konditionierung. Ein gerissener Betr&#252;ger nutzt wehrlose, anst&#228;ndige Menschen aus? Sind die Menschen wirklich wehrlos? Ist es nicht vielmehr so, dass es sich schnell herum spricht, wenn ein Mensch andere arglistig ausnutzt? Die Gesellschaft als Ganzes sollte das Betr&#252;gen einiger Weniger ohne Probleme verkraften k&#246;nnen. Wenn sie das nicht kann, ist das ohnehin ein Zeichen daf&#252;r, dass der Gesellschaft massive Umbr&#252;che bevorstehen,die nicht aufzuhalten sind. So etwas kommt eher selten vor. Es ist vielmehr so, dass Menschen immer die M&#246;glichkeit haben, jemandem , dem sie nicht vertrauen, die Zusammenarbeit zu verweigern &#8230; solange sie nicht vom Geld abh&#228;ngig sind. Man &#252;berlege sich, ob die Menschen im unserem jetzigen Euro-Dollar-Geldsystem die M&#246;glichkeit haben, die Zusammenarbeit zu verweigern. Ich denke, das Heer der Lohnsklaven sprich f&#252;r sich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nuevalandia.net/archives/437/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Staatsbankrott Griechenland</title>
		<link>http://www.nuevalandia.net/archives/421</link>
		<comments>http://www.nuevalandia.net/archives/421#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 06 May 2010 12:33:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>viajero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Altland]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft & Geld]]></category>
		<category><![CDATA[geld]]></category>
		<category><![CDATA[Verschuldung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nuevalandia.net/?p=421</guid>
		<description><![CDATA[Es gibt immer mehr Menschen, welche Glauben die immense Verschuldung Griechenlands kommt daher, das die Griechen faul sind und ihre Finanzen nicht ordentlich verwalten. Und wir m&#252;ssen jetzt daf&#252;r zahlen? Das erscheint nat&#252;rlich als ungerecht. Steuergelder werden aber in jedem Land verschwendet. Solche Griechenland-Stories k&#246;nnten &#228;hnlich von jedem Land geschrieben werden. Der eigentlich Grund liegt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt immer mehr Menschen, welche Glauben die immense Verschuldung Griechenlands kommt daher, das die Griechen faul sind und ihre Finanzen nicht ordentlich verwalten. Und wir m&#252;ssen jetzt daf&#252;r zahlen? Das erscheint nat&#252;rlich als ungerecht.</p>
<ul>
<li> Steuergelder werden aber in jedem Land verschwendet. Solche Griechenland-Stories k&#246;nnten &#228;hnlich von jedem Land geschrieben werden.</li>
<li>Der eigentlich Grund liegt viel tiefer und schaukelt sich schon seit 40 Jahren hoch. Griechenland ist hier der erste Schwachpunkt, wird aber nicht der letzte bleiben.</li>
<li>Einen Artikel mit anschaulicher Erkl&#228;rung dazu und was uns noch erwartet: <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32551/1.html" target="_blank">Krisenmythos Griechenland</a>.</li>
<li>Ein finanzcrash im gro&#223;en Stil g&#228;be wenigstens die Chance auf einen Neuanfang mit einem ges&#252;nderen Fundament (<a href="http://wiki.nuevalandia.net/Neuland-Geldsystem" target="_blank">Neuland-Geldsystem</a>)</li>
</ul>
<p>Gerne zum weitergeben. Es w&#228;re sch&#246;n, wenn der eine oder andere Stammtisch zur&#252;ckgewonnen werden k&#246;nnte und nicht auf den “ausl&#228;ndischen S&#252;ndenbock” hereinf&#228;llt… Bei der Schweinegrippe hat&#8217;s ja auch schon nicht geklappt und die Menschen waren schlauer als die Medien+Politiker&#8230; ;-)</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nuevalandia.net/archives/421/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Physische &#214;konomie</title>
		<link>http://www.nuevalandia.net/archives/406</link>
		<comments>http://www.nuevalandia.net/archives/406#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 28 Dec 2009 19:41:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michey</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bewußtes Handeln]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft & Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Physische Ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nuevalandia.net/?p=406</guid>
		<description><![CDATA[Angenommen &#8230; &#8230; wir betrachten die G&#252;terstr&#246;me in der Wirtschaft &#8211; und jetzt kommts &#8211; losgel&#246;st vom Geld. Manche m&#246;gen jetzt sagen &#8220;das geht doch nicht! Wie soll man sich ohne Geld etwas kaufen!&#8221;. Mir f&#228;llt das Denken ohne Geld sehr leicht, weil ich Ingenieur bin und beruflich mit den universellen Prinzipien der Naturgesetze arbeite [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Angenommen &#8230;</strong></p>
<p>&#8230; wir betrachten die G&#252;terstr&#246;me in der Wirtschaft &#8211; und jetzt kommts &#8211; losgel&#246;st vom Geld. Manche m&#246;gen jetzt sagen &#8220;das geht doch nicht! Wie soll man sich ohne Geld etwas kaufen!&#8221;. Mir f&#228;llt das Denken ohne Geld sehr leicht, weil ich Ingenieur bin und beruflich mit den universellen Prinzipien der Naturgesetze arbeite und weniger mit menschlichen Prinzip des Geldes. Ich versuche deshalb einmal, Euch mit einem Beispiel deutlich zu machen, um was ich sagen m&#246;chte.</p>
<p>Ich habe mir gerade eine sch&#246;ne hei&#223;e Tasse Kakao gemacht. Dazu habe ich etwas Kakao, hei&#223;es Wasser und einen Schuss Milch genommen. Das Wasser kommt bei mir aus dem Wasserhahn beziehungsweise aus der Wasserleitung &#8230; nein .. eigentlich wird das Wasser in einer Talsperre in der Region gesammelt und flie&#223;t &#252;ber Wasserleitungen in mein Haus. Damit ich nicht jedes Kilogramm Wasser 10 Meter hoch in meine Wohnung schleppen muss, wird das Wasser in meinen Wasserhahn gepumpt. Mineralwasserflaschen kaufe ich keine, weil das Wasser dort h&#228;ufig in einem anderen Teil Europas in Flaschen abgef&#252;llt wird und dann mit Lastwagen zum Supermarkt in meiner N&#228;he gefahren werden m&#252;sste. Das macht doch irgendwie keinen Sinn, Wasser in Flaschen durch Europa zu fahren, obwohl es doch bei mir vor Ort vom Himmel f&#228;llt.</p>
<p>Das Gas, um das Wasser hei&#223; zu machen kommt &#8230; nun ja &#8230; durch die Gasleitung zu mir. Genau genommen kommt es irgendwo in Russland aus der Erde. Ich muss nicht jedes Kilogramm Gas von Russland aus zu meiner Wohnung schleppen. Das &#252;bernehmen Pumpen f&#252;r mich, die das Gas &#252;ber tausende Kilometer durch Pipelines pumpen.</p>
<p>Diesen Sommer haben Arbeiter die Stra&#223;en vor meinem Haus aufgerissen und die Gas- und Wasserleitungen repariert. Die Arbeiter haben dies nat&#252;rlich nicht mit Muskelkraft gemacht. Eigentlich waren nur drei Arbeiter da und ein gro&#223;er Bagger, der die Schwerstarbeit gemacht hat. Eigentlich ist so ein Bagger doch eine Super Sache: Niemand muss sich mit Spitzhacke und Spaten in einer Baugrube die Gesundheit durch Schwerstarbeit kaputtmachen. Die Wasserleitung und auch die Gasleitung sind in gutem Zustand und so habe ich meinen hei&#223;en Kakao.</p>
<p>Mein Kakao kommt aus dem Laden, der Fair-Trade-Produkte in meiner Stadt verkauft. Fair-Trade deshalb, weil ich hoffe, dass die Bauern in in der Elfenbeink&#252;ste nicht vor ihren gef&#252;llten Kakaos&#228;cken verhungern m&#252;ssen, w&#228;hrend sie den Kakao f&#252;r mich machen. Der Kakao wird dann vermutlich mit Schiffen und Lastwagen zu dem Fair-Trade-Laden gefahren wo ich ihn dann abhole. Niemand muss den Kakao von Afrika bis zum mir mit den H&#228;nden tragen.</p>
<p>Bald wird der Kakao auf meine Blase dr&#252;cken und ich werde dann dort hin gehen, wo der Kaiser zu Fu&#223; hingeht. Ich werde dann eine Menge chemischer Elemente wie Stickstoff aus dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Haber-Bosch-Verfahren" target="_blank">Haber Bosch Verfahren</a> sowie Wasserstoff, Sauerstoff die Toilette heruntersp&#252;len. Sollte sich mein Mittagessen von heute sich noch melden werde ich auch <a href="http://www.spektrum.de/artikel/1006319&amp;_z=798888" target="_blank">Phosphor aus Marokko oder den USA</a>, Kalium, Calcium und viele andere Chemische Elemente in die Abwasserleitung sp&#252;len. Von dort aus kommen diese Chemischen Elemente dann in die Kl&#228;ranlage, dann in die M&#252;llverbrennungsanlage und dann auf eine Deponie.</p>
<p>Die Gedanken sind doch gar nicht so ungew&#246;hnlich und neu, nicht wahr? Das ist physische &#214;konomie &#8211; so einfach dass es schon fast banal ist &#8211; doch ist es das wirklich?</p>
<p><strong>Physische &#214;konomie &#8211; fremde &#214;konomie</strong></p>
<p>Ich war heute in der Universit&#228;tsbiliothek und habe ein bisschen im Bereich Thermodynamik geschm&#246;kert. Was es da alles gibt &#8211; ich bin immer wieder begeistert, was alles machbar ist. Unsere technischen M&#246;glichkeiten sind enorm, nicht nur in Deutschland sondern Weltweit! Im Grunde genommen br&#228;uchten wir Menschen auf dieser Welt heute kaum zu arbeiten und h&#228;tten genug zu essen, zu trinken und ein gem&#252;tliches Zuhause. Rein technisch gesehen ist diese Erde ein Schlaraffenland. Durch die Hilfe unserer Technik br&#228;uchten wir nicht unser Brot auf biblische Art im Schwei&#223;e unseres Angesichts essen. Wenn jemand jetzt meint, das das nicht geht, dann kann er gleich zu mir kommen und ich sage ihm ein technisches Projekt zur <strong>technischen</strong> Verbesserung der Lebensumst&#228;nde von Menschen, mit dessen Umsetzung er gleich morgen anfangen kann. Es steht jedem frei, auch zu einem anderen Ingenieur zu gehen. In den Schubladen meiner Kollegen quillen die Ideen genau so &#252;ber wie in meiner.</p>
<p>Daf&#252;r sorgen, dass die Menschen sich vertragen uns sich nicht gegenseitig das Leben zur H&#246;lle machen, das k&#246;nnen meine Ingenieurskollegen und ich nicht. Sich gegenseitig respektieren und das eigene Leben gestalten, das m&#252;ssen die Menschen schon selbst tun. Ich denke, dass jeder Mensch sein eigenes Leben sehr gut gestalten w&#252;rde, wenn man ihn oder sie einfach nur machen l&#228;&#223;t.</p>
<p>Vielleicht k&#246;nnte jemand jetzt behaupten, dass in der freien Wirtschaft mit ihren Gesetzen des freien Marktes ein gutes Leben f&#252;r alle nun einmal nicht geht. Das ist schlie&#223;lich nicht finanzierbar  -  doch vorsicht &#8211; hier schleicht sich schon wieder das Gesetz der Geldes ein, das wie ein einzig wahrer Gott keinen Widerspruch duldet. Doch Geld ist kein universelles Prinzip sondern von Menschen gemacht.</p>
<p>Betrachtet man die &#214;konomie rein physikalisch, also mit Hilfe der Prinzipien des Erhaltes von Masse, Energie, Impuls und der elektrischen Ladung, so kann man im Grunde genommen sagen dass jeder Mensch, der durch die Folgen von Armut stirbt, durch unsere Gleichg&#252;ltigkeit und unser Wegsehen ermordet wird. Ist Physische &#214;konomie immer noch banal oder erkennen wir, dass wir im grunde oft nicht wissen, was wir tun?</p>
<p><strong>Aber was bleibt zu tun?</strong></p>
<p>F&#252;r mich selbst zumindest wei&#223; ich genau, was ich als Ingenieur zu tun habe. Ich nehme als Ingenieur nur Auftr&#228;ge an, die mir physikalisch als sinnvoll erscheinen und selbstverst&#228;ndlich auch meinem Auftraggeber helfen Lebensgrundlagen zu erschaffen, sprich Ertr&#228;ge zu erwirtschaften. Ich versuche auch, meine Auftraggeber zu inspirieren, so dass sie die physikalischen Wirkungen ihres Handelns besser &#252;berblicken k&#246;nnen. Oft ergeben sich hier v&#246;llig neue Gesch&#228;ftsm&#246;glichkeiten. (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=QZyGKpE7r38" target="_blank">Hier ist ein vierteiliges Video, dass mich selbst sehr inspiriert hat</a> und das einige M&#246;glichkeiten aufzeigt.) Damit ich das tun kann, habe ich eigene Lebensgrundlagen in Form von n&#252;tzlichen Technologien erschaffen, so dass ich im Notfall auch mal auf einen Auftrag verzichten kann, wenn dieser mir physikalisch unsinnig erscheint. Mein Lebensstandard ist meinen Lebensgrundlagen angemessen, so dass ich nicht der Sklave meines Besitzes bin. Gleichzeitig fehlt es mir an nichts. Auf diese Weise, versuche ich im Alltag, meine Verantwortung wahrzunehmen, so gut ich es eben kann. Was mein Handeln wiederum f&#252;r Konsequenzen hat, wird nur die Zukunft zeigen.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nuevalandia.net/archives/406/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zuf&#228;lle gibts &#8230;</title>
		<link>http://www.nuevalandia.net/archives/404</link>
		<comments>http://www.nuevalandia.net/archives/404#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 25 Dec 2009 14:45:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michey</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft & Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensgrundlagen]]></category>
		<category><![CDATA[Rohstoffe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nuevalandia.net/?p=404</guid>
		<description><![CDATA[Wer h&#228;tte das gedacht &#8230; &#8230; in Afganistan existieren Vorkommen von Kupfer und einigen anderen wertvollen Rohstoffen. Das geht aus einem Artikel von Spiegel online vom 19.12.09 hervor. Wenn die Welt herk&#246;mmliche Solarkollektoren braucht, wird Kupfer unter Umst&#228;nden an Wert zunehmen. Rein zuf&#228;llig f&#252;hren wir dort zusammen mit anderen L&#228;ndern Krieg. Wenn das kein Zufall [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer h&#228;tte das gedacht &#8230;</strong></p>
<p>&#8230; in Afganistan existieren Vorkommen von Kupfer und einigen anderen wertvollen Rohstoffen. Das geht aus einem <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,668292,00.html" target="_blank">Artikel von Spiegel online vom 19.12.09</a> hervor. Wenn die Welt herk&#246;mmliche Solarkollektoren braucht, wird Kupfer unter Umst&#228;nden an Wert zunehmen. Rein zuf&#228;llig f&#252;hren wir dort zusammen mit anderen L&#228;ndern Krieg. Wenn das kein Zufall ist&#8230; aber ich m&#246;chte ja nichts b&#246;ses denken &#8230;</p>
<p>Ich sage ja immer, es gibt eine Frage, die die wichtigste Frage des Lebens ist: &#8220;<em>Wer ist der Eigent&#252;mer der Lebensgrundlagen der Menschen</em>&#8220;. Die Menschlichkeit bleibt hier fast immer auf der Strecke.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nuevalandia.net/archives/404/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>ELENA</title>
		<link>http://www.nuevalandia.net/archives/402</link>
		<comments>http://www.nuevalandia.net/archives/402#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 22 Dec 2009 20:46:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michey</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft & Geld]]></category>
		<category><![CDATA[ARGE]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nuevalandia.net/?p=402</guid>
		<description><![CDATA[Wer ist ELENA? ELENA ist nicht etwa eine wundersch&#246;ne Frau &#8211; nein &#8211; sch&#246;n w&#228;rs. Elena hat indirekt etwas mir Lebensgrundlagen zu tun. Elena ist auch kein Mensch. Ein s&#252;&#223;es K&#228;tzchen ist ELENA auch nicht, auch keine Pflanze. ELENA ist aber wichtig und wir alle werden sie bald kennen lernen, ob wir wollen oder nicht. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer ist ELENA?</strong></p>
<p><a href="http://www.das-elena-verfahren.de">ELENA</a> ist nicht etwa eine wundersch&#246;ne Frau &#8211; nein &#8211; sch&#246;n w&#228;rs. Elena hat indirekt etwas mir Lebensgrundlagen zu tun. Elena ist auch kein Mensch. Ein s&#252;&#223;es K&#228;tzchen ist ELENA auch nicht, auch keine Pflanze. ELENA ist aber wichtig und wir alle werden sie bald kennen lernen, ob wir wollen oder nicht. Als ich &#252;ber ELENA gelesen habe, sind mir nicht einmal mehr die &#252;blichen zynischen Spr&#252;che eingefallen. Meinem frechen Mundwerk hat es einfach nur die Sprache verschlagen, mir fehlten die Worte. ELENA ist ein Verfahren zur elektronischen Erfassung von Einkommensnachweisen f&#252;r Arbeitnehmer. Das <a href="http://www.bgblportal.de/BGBL/bgbl1f/bgbl109s0634.pdf" target="_self">Gesetz wurde am 28. M&#228;rz 2009</a> vom Bundestag mit Zustimmung des Bundesrates beschlossen.</p>
<p>Nun gut: Einkommensnachweise h&#246;rt sich erst einmal harmlos an. Das Finanzamt hat ja auch Einkommensnachweise. Als ich mich aber etwas n&#228;her mit dem System besch&#228;ftigt habe, hat sich mir der Magen umgedreht. Im Grunde genommen geht es um eine zentrale Datenbank, in der Arbeitgeber und Arbeitsagentur Daten &#252;ber Arbeitnehmer sammeln, wobei der Arbeitnehmer nur mittelbar &#252;ber ein sogenanntes <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Trust_Center" target="_blank">Trust Center</a> an diesem Prozess beteiligt ist. Der Datensatz, der dabei angefertigt wird ist haarstr&#228;ubend.</p>
<p>Den <a href="http://www.das-elena-verfahren.de/verantwortung/gremien/ak-elena/verfahrensbeschreibung/verfahrensbeschreibung-anlage-5/view">Datensatz des ELENA Verfahrens</a> kann man sich als pdf-File aus dem Netz herunterladen. Hier sein aber mal ein paar Dinge erw&#228;hnt, die &#252;ber die &#252;blichen Angaben bez&#252;glich Arbeitgeber/ Dienstherr, Wochenarbeitsstunden, Urlaubsgeld, sonstige Zuwendungen, Name und Adresse von Arbeitgeber und Arbeitnehmer,  etc. hinausgehen:</p>
<ul>
<li>Teilnahme an Streiks</li>
<li>Fehlzeiten mit Begr&#252;ndung</li>
<li>Abmahnungen</li>
<li>Fehlverhalten des Arbeitnehmers</li>
</ul>
<p>Wenn Ihr die Dokumente zu ELENA durchlest, dann seid Euch dar&#252;ber im Klaren: Das ganze ist kein Film und kein Spiel. Die Leute, die das schreiben meinen das, was sie sagen ernst und sie werden die mit viel finanziellem Aufwand gesammelten Daten auch verwenden. Wenn Ihr irgendwann einmal vor dem Beamten bei der Arbeitsagentur sitzt, werdet Ihr merken, dass dieser Mensch so einiges &#252;ber Euch wei&#223; und Ihr werdet das zu sp&#252;ren bekommen.</p>
<p>&#220;brigens: Es ist ein ziemlich eigenartiges Gef&#252;hl, wenn man einen Menschen mit einer Akte vor sich hat, in der gesammeltes Wissen &#252;ber einen selbst steht. Ich wei&#223; das aus Erfahrung mit Arbeitgebern und der ARGE. Das einzige, was in einer solchen Situation hilft ist, sich auf die eigenen Forderungen zu konzentrieren und sich keinesfalls auf Diskussionen einzulassen. Was bleibt ist auf jeden Fall das Gef&#252;hl, auf irgendeine Weise missbraucht worden zu sein.</p>
<p><strong>Vorw&#252;rfe an fr&#252;here Generationen</strong></p>
<p>Ich erinnere mich noch an die Zeit w&#228;hrend des Abiturs. Da hatte ich eine Diskussion mit einem &#228;lteren Ingenieur, der in unserer Schule die Ausgabe der Schulb&#252;cher verwaltete. Zu der Zeit hatten wir im Geschichtsunterricht zum 1000 sten Mal das 3. Reich besprochen. Wir haben mit dem Finger auf die Generation unserer Gro&#223;eltern gezeigt und uns gefragt, wie diese nur so dumm gewesen sein konnten, den Nationalsozialisten nachzulaufen. Ich behauptete im Gespr&#228;ch mit dem Ingenieur, dass mir so etwas niemals passieren k&#246;nnte, da ich ja aus der Geschichte gelernt h&#228;tte. Der Ingenieur aber sagte zu mir, dass ich eine herannahende Diktatur nicht erkennen werde und diese genau so unterst&#252;tzen werde, wie alle anderen auch. Damals glaubte ich dem Ingenieur nicht, aber heute verstehe ich, was er gemeint hat. Heute verstehe ich auch der Generation meiner Gro&#223;eltern keinen Vorwurf mehr &#8230; Zeigen ich mit dem Finger auf andere, dann zeigen drei Finger auf mich. Die n&#228;chste Diktatur wird sicher nicht daran zu erkennen sein, dass ein Irrer, kleiner Mann mit fettigen Haaren in einer Uniform schreiend hinter einem Rednerpult steht. Auch Diktatoren lernen aus der Geschichte&#8230;</p>
<p><strong>Was bleibt also zu tun?</strong></p>
<p>Ich kann es nicht oft genug betonen:</p>
<p><em><strong>Erschafft Euch Lebensgrundlagen, ganz gleich wie bescheiden sie auch sein m&#246;gen und teilt Euer Wissen mit anderen Menschen.</strong></em></p>
<p>Nur derjenige, der eigene Lebensgrundlagen besitzt, muss nicht bedingungslos denen dienen, die Lebensgrundlagen besitzen. Eigene Lebensgrundlagen verhindern, dass Menschen mit Hilfe von etwas Brot gleichgeschaltet werden k&#246;nnen. Jede Lebensgrundlage ist ein St&#252;ckchen Freiheit. Durch Tausch von Lebensgrundlagen wird das Leben aller Menschen reicher und angstfrei.</p>
<p>Das kann jeder einzelne tun:</p>
<ul>
<li>Sammelt Wissen und teilt es bereitwillig</li>
<li>Erlernt F&#228;higkeiten, mit denen Ihr Essen, Kleidung, Wohnung, Medizin, Energie, Mobilit&#228;t, Telekommunikation etc herstellen k&#246;nnt.</li>
<li>Helft anderen Menschen</li>
<li>Nehmt Hilfe anderer Menschen freundlich an</li>
<li>Investiert in Essen, Kleidung, Wohnung, Gesundheit etc.</li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kleine-Welt-Ph%C3%A4nomen" target="_blank">Vernetzt Euch</a></li>
<li>Benutzt das Euro-Geld nur dort, wo es n&#246;tig ist und tauscht Leistungen untereinander, wann immer es m&#246;glich ist.</li>
<li>Erz&#228;hlt anderen von euren Schwierigkeiten und Erfolgen</li>
<li>Bevorzugt Gesch&#228;fte, die Lebensgrundlagen erschaffen. Investiert Arbeitszeit und Know How in Unternehmungen, die Lebensgrundlagen erschaffen.</li>
<li>Verlinkt die Dinge im Internet, die euch unangenehm auffallen mit euren Homepages, distanziert euch von den verlinkten Inhalten wenn n&#246;tig und verlinkt Eure Rechercheergebnisse im gleichen Artikel. So holt ihr die faulen Dinge ans Licht des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kleine-Welt-Ph%C3%A4nomen" target="_blank">skalenfreien Internets.</a></li>
<li>Lebt Eure Ideale sichtbar vor, anstatt nur dar&#252;ber zu reden und zwar jetzt, nicht erst morgen.</li>
<li>Ihr selbst habt ein gutes Bild von Euch selbst. Vertraut auch darauf, dass auch andere Menschen ein gutes Bild von sich selbst haben.</li>
</ul>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nuevalandia.net/archives/402/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mit dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz aus der Krise?</title>
		<link>http://www.nuevalandia.net/archives/391</link>
		<comments>http://www.nuevalandia.net/archives/391#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 13 Nov 2009 10:11:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>viajero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft & Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftswachstum]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nuevalandia.net/?p=391</guid>
		<description><![CDATA[In den Nachrichten: http://www.tagesschau.de/inland/wachstumsbeschleunigungsgesetz104.html Daf&#252;r w&#252;rde ich doch glatt den Nobelpreis vergeben: Das Problem der Staatsschulden damit l&#246;sen, das ich noch mehr Schulden mache um die Wirtschaft anzukurbeln. Die dann brummende Wirtschaft erzeugt viele Steuern und es kann alles (auch die Zinsen) wieder zur&#252;ckgezahlt werden. Wer ein bisschen Realit&#228;tssinn hat d&#252;rfte wissen, das dies nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den Nachrichten:<a href="http://www.tagesschau.de/inland/wachstumsbeschleunigungsgesetz104.html" target="_blank"> http://www.tagesschau.de/inland/wachstumsbeschleunigungsgesetz104.html</a></p>
<p>Daf&#252;r w&#252;rde ich doch glatt den Nobelpreis vergeben: Das Problem der Staatsschulden damit l&#246;sen, das ich noch mehr Schulden mache um die Wirtschaft anzukurbeln. Die dann brummende Wirtschaft erzeugt viele Steuern und es kann alles (auch die Zinsen) wieder zur&#252;ckgezahlt werden.</p>
<p>Wer ein bisschen Realit&#228;tssinn hat d&#252;rfte wissen, das dies nicht gut gehen kann (ich habe zumindest noch kein Perpetuum mobile gesehen). Wer rechnen kann auch:</p>
<p><strong>Problematik Wachstum:</strong></p>
<p>Wachstum geht:</p>
<ul>
<li> A) sowieso nicht unendlich (s. <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Wirtschaftswachstum" target="_blank">Wirtschaftswachstum</a>) und</li>
<li>B) hat nicht zwingend etwas mit Lebensqualit&#228;t zu tun (s. <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Bruttoinlandsprodukt" target="_blank">BIP</a>).</li>
</ul>
<p><strong>Problematik: Wer zahlt am Ende?</strong></p>
<ul>
<li>Am Ende d&#252;rfen die Zinsen der jetzigen Verschuldung die B&#252;rger &#252;ber h&#246;here Steuern zahlen (siehe <a href="http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,jimm9cbc0kfqw67z~cm.asp" target="_blank">PlusMinus-Beitrag</a>).</li>
<li>Au&#223;erdem: Die Entlastungen aus dem Gesetz sind vor allem f&#252;r Firmen und Erben gedacht. Der Arbeitnehmer, der sowieso schon die meisten Lasten tr&#228;gt (und sich auch nichts &#8220;zurechtrechnen&#8221; kann), schaut mal wieder in die R&#246;hre&#8230;</li>
<li>Der Steueranteil ist bereits seit den 70er Jahren f&#252;r Arbeitnehmer+Mittelstand von 16 auf 35% gestiegen, f&#252;r Gro&#223;konzerne unter 20% gesunken ! Dann mal weiter so !</li>
<li>PS: Da halte ich die Abschaffung aller direkten Steuern und anstelle dessen lieber eine vern&#252;nftige Verbrauchststeuer (&#228;hnlich wie von den <a href="http://www.grundeinkommen.de/" target="_blank">Grundeinkommen-Initiativen</a> vorgeschlagen) f&#252;r die bessere Variante.</li>
</ul>
<p><strong>Problematik: Nebeneffekte</strong></p>
<ul>
<li>Vielleicht ist es ja erstmal o.k., die Weltwirtschaft mit zus&#228;tzlichen Billionen von Dollars vor dem Zusammenbruch zu wahren. Allerdings landet das vom Staat &#252;ber Schulden in den Markt gesp&#252;lte Geld zum Gro&#223;teil nicht in der Realwirtschaft, sondern im Spekulationsgesch&#228;ft und es entstehen derzeit wieder wunderbare Blasen. Vermutlich bedeutend gr&#246;&#223;ere als diejenigen, welche zur Finanzkrise gef&#252;hrt haben: <a href="http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/521692/index.do?_vl_backlink=/home/wirtschaft/international/index.do" target="_blank">Unterwegs zur Mega-Blase</a>.</li>
<li>Diese Blase wird dann kaum noch eingefangen werden. Aber es trifft dann eben nicht meine Legislaturperiode&#8230;?!</li>
<li>Ein netter Beitrag dazu in der ARD von PlusMinus auf YouTube: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=kE8B4UYxKm8" target="_blank">5min-Video</a></li>
</ul>
<p>&#8230;aber es geh&#246;ren ja immer 2 dazu, einer der veralbert und einer der veralbern l&#228;&#223;t&#8230; ;-) Mal sehen wie lange noch so viele an das M&#228;rchen vom &#8220;alles heilenden Wirtschaftswachstum&#8221; und den verantwortungsbewu&#223;ten Wirtschaftsweisen+Politikern glauben&#8230;  Fr&#252;her wurde ja auch mit abenteuerlichen wissenschaftlichen Erkl&#228;rungen versucht an der Erde als Scheibe festzuhalten. &#8230;und dann wurde sie doch irgendwann rund !</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nuevalandia.net/archives/391/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Open Source &#8211; Ein Wirtschaftsmodell der Zukunft?</title>
		<link>http://www.nuevalandia.net/archives/216</link>
		<comments>http://www.nuevalandia.net/archives/216#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2009 21:44:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michey</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft & Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensgrundlagen]]></category>
		<category><![CDATA[Open Source]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nuevalandia.net/?p=216</guid>
		<description><![CDATA[Der Zweck der Wirtschaft Viele reden &#252;ber Wirtschaft. Wirtschaft ist wohl ein wichtiges Thema und f&#252;r manche Menschen ist Wirtschaft ein todernstes Thema im w&#246;rtlichen Sinn. Es gibt Menschen, die sagen, dass die einzig wahre Wirtschaftsform die Marktwirtschaft ist, bei der vereinfacht gesagt Angebot und Nachfrage den Preis einer Ware bestimmen. Andere sagen, dass die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Zweck der Wirtschaft</strong></p>
<p>Viele reden &#252;ber Wirtschaft. Wirtschaft ist wohl ein wichtiges Thema und f&#252;r manche Menschen ist Wirtschaft ein todernstes Thema im w&#246;rtlichen Sinn. Es gibt Menschen, die sagen, dass die einzig wahre Wirtschaftsform die Marktwirtschaft ist, bei der vereinfacht gesagt Angebot und Nachfrage den Preis einer Ware bestimmen. Andere sagen, dass die Planwirtschaft, die einzig wahre Wirtschaft ist, bei der die Preise aller Dinge durch eine zentrale Verwaltung bestimmt werden. Andere wiederum sagen, dass die einzig wahre Wirtschaftsform aus einer Mischung aus Planwirtschaft und Marktwirtschaft besteht. Die Meinungen nehmen hier zum Teil religi&#246;sen Charakter an und Widerspruch wird nicht geduldet.</p>
<p>Heutzutage dominiert die Ansicht, dass die Marktwirtschaft die &#8220;bessere&#8221; Wirtschaftsform ist. Mit dem Argument, &#8220;Das was Sie vorhaben ist nicht wirtschaftlich&#8221; l&#228;sst sich heute fast jede Diskussion &#252;ber die Machbarkeit einer neuen Idee im Keim ersticken. Es wird viel geredet und wenig nachgedacht. Aber hat sich schon mal jemand die Frage gestellt, wozu wir Wirtschaft eigentlich brauchen?</p>
<p>Schaut man in ein Lexikon, so taucht eine Aussage auf, die ich besonders interessant finde. Vereinfacht gesagt ist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaft" target="_blank">Wirtschaft</a> die Gesamtheit aller Einrichtungen zur Deckung des menschlichen Bedarfs. Es geht also um Dinge wie Essen, Kleidung, Wohnung, Medizin und viele wichtige Dinge. Es geht also um<strong> die Nutzung von Lebensgrudlagen</strong> und um das &#220;berleben und das ist sicherlich wichtig. Hier ist wohl die physikalische Grundlage der Wirtschaft. Die Menschen brauchen einen vollen Bauch, also Fett, Kohlenhydrate, Eiwei&#223;, Vitamine und viele Spurenelemente in appetitlicher Form. Es geht also um Energie- und  Stoffkreisl&#228;ufe.</p>
<p>F&#252;r die Form der Organisation der Wirtschaft allerdings gibt es<strong> keine physikalischen Grundlagen</strong>, sondern nur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geisteswissenschaften" target="_blank">geisteswissenschaftliche</a> Grundlagen. Das sollte man sich immer bewusst machen. Schaut man bei Wikipedia in den Artikel &#252;ber Wirtschaft, so existieren im Wesentlichen zwei Wirtschaftliche Geistesrichtungen: die zentral verwaltete Planwirtschaft und die freie Marktwirtschaft. Viele Menschen k&#246;nnen heutzutage lediglich in diesen zwei Richtungen denken. Betrachtet man aber einerseits die Tatsache,  dass die Wirtschaftswissenschaft haupts&#228;chlich auf <strong>geisteswissenschaftlichen</strong> Grundlagen aufgebaut ist und dass vom <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Physik" target="_blank">physikalischen</a> Standpunkt betrachtet mehr als zwei M&#246;glichkeiten der Versorgung der Menschen mit G&#252;tern existieren, bringt mich das schon sehr zum Nachdenken.</p>
<p><strong>Die geistige Grundlage unserer Wirtschaftform</strong></p>
<p>Die Grundlage unserer heutigen Wirtschaftsform ist das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eigentum" target="_blank">Eigentum</a> an Lebensgrundlagen. Der Eigent&#252;mer einer Lebensgrundlage darf bestimmen, wer die Lebensgrundlage in welcher From nutzen darf. Der Eigent&#252;mer darf f&#252;r die Nutzung der Lebensgrundlage durch andere einen Zins verlangen. Er kann die Zahlung des Zinses mit Hilfe der Staatsgewalt auch gewaltsam durchsetzen. Da es sich in diesem Fall um Lebensgrundlagen handelt, hat der Nutzer der Lebensgrundlage dem Eigent&#252;mer wenig entgegenzusetzen, denn regelm&#228;&#223;ig Wohnen und Essen muss jeder irgendwie.</p>
<p>F&#252;r das Eigentum an sich gibt es <strong>keine physikalische Grundlage</strong>, dass es Eigentum geben muss. Die Idee des Eigentums basiert lediglich auf geistige Grundlagen, die in unserem Rechtssystem sichtbar werden. In einer Planwirtschaft ist der Staat der Eigent&#252;mer aller Lebensgrundlagen, in einer Marktwirtschaft sind es mehr oder weniger viele Privatleute.  In diesem Zusammenhang sei auf den Ursprung des Wortes <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Privat" target="_blank">&#8220;Privat</a>&#8221; hingewiesen ;) Die Stoffe in unserem Universum existieren auch dann, wenn keiner Eigentumsanspr&#252;che darauf anmeldet. Auch dieser Sachverhalt bringt mich zum Nachdenken.</p>
<p><strong>Open Source &#8211; Die verr&#252;ckte Welt des Schenkens</strong></p>
<p>Wer denkt bei Open Source nicht spontan an das Computer-Betriebssystem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Linux" target="_blank">Linux</a>? Da programmieren Leute komplette Betriebssysteme und viele Anwendungsprogramme und schenken diese einfach so her? Aus Marktwirtschaftlicher Sicht ist das v&#246;llig unsinnig. Eine solche Vorgehensweise f&#252;hrt doch nur dazu, dass die Programmierer eines solchen Betriebssystems das Recht aufgeben, Zinsen f&#252;r die Nutzung der Programme zu verlangen. Welchen Nutzen haben die Programmierer eines Betriebssystems wie Linux davon, Jahre an Arbeit f&#252;r nichts und wieder nicht zu verschwenden? So ein Schwachsin !!!</p>
<p>Doch was geschieht? Andere Programmierer schnappen sich die Quellcodes, also die Quellen der Programme und beginnen, diese zu verbessern und weiter zu entwickeln. Warum machen sie das? Ganz einfach, weil sie die Programme nutzen wollen, aber mit den bestehenden Programmen nicht zufrieden sind. Diese Programmierer, die sich die Quellcodes geschnappt haben, schenken die weiterentwickelten Prgramme wieder her und das Spiel beginnt von Neuem. Linux w&#228;chst und w&#228;chst und w&#228;chst und es programmieren millionen von Menschen daran herum &#8211; einfach so. Andere Menschen benutzen Linux, um Lebensgrundlagen zu erschaffen, also zum Beispiel um Maschinen zu konstruieren, die Energie gewinnen. Hier werden zum Beispiel durch eine Kultur des Schenkens pl&#246;tzlich Lebensgrundlagen erschaffen, und das ganz ohne Eigentum. Ganz richtig ist das nicht &#8230; ich habe da noch etwas vergessen zu erw&#228;hnen. Der Programmierer beh&#228;lt das Eigentum ein seinem Programm aber er stellt es unter die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/GPL" target="_blank">General Public Licence (GPL)</a>.</p>
<p>Die GPL gew&#228;hrt den Nutzer eines Programms vier Freiheiten:</p>
<ol>
<li>Er darf das Programm (auch gewerblich) nutzen</li>
<li>Er darf das Programm samt Quellcode kostenlos kopieren und weitergeben</li>
<li>Er darf das Programm studieren und &#228;ndern</li>
<li>Er darf die ge&#228;nderten Programme vertreiben, wobei er auch den Quellcode weitergeben muss.</li>
</ol>
<p>Es gilt dabei das Copyleft Prinzip, das besagt, dass alle von einem GPL-Programm abgeleiteten Programme wiederum unter der GPL stehen m&#252;ssen.</p>
<p>Am Beispiel Linux kann sehr sch&#246;n gezeigt werden, dass eine Wirtschaftsform, die auf einer Kultur des Schenkens basiert, selbstorganisierend m&#246;glich ist. Diese Entwicklung l&#228;sst sich nicht in die Schemata Planwirtschaft oder Marktwirtschaft einteilen. Her ist etwas im entstehen, was die Zukunft stark beeinflussen wird.</p>
<p><strong>Open Source weiter denken &#8211; Die Wirtschaft der Zukunft</strong></p>
<p>Wenn ich die Entwicklung des Betriebssystems Linux betrachte, dann denke ich spontan an die M&#246;glichkeiten, die sich aus der Idee der Opensource Software auf die Bereiche <strong>Technik, Landwirtschaft, Medizin, Kunst oder Wissenschaft</strong> ergeben. (Anmerkung: Ich m&#246;chte hier auf das Stichwort der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Hardware" target="_blank">Open-Source-Hardware</a> verweisen.) Da kann man jetzt auch sagen &#8220;Ja Moment mal; Das ist doch nicht wirtschaftlich! Man will ja schlie&#223;lich Geld verdienen!&#8221;</p>
<p>Wir sollen im Hinterkopf behalten: Der Zweck der Wirtschaft ist die Versorgung der Menschen mit den G&#252;tern, die sie ben&#246;tigen. Zweck der <strong>Wirtschaft ist <span style="text-decoration: underline;">nicht</span></strong> die Gewinnmaximierung, Geld zu verdienen, irgendein Wettbewerb oder das &#220;berleben des St&#228;rksten im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialdarwinismus" target="_blank">sozialdarwinistischen</a> Konkurrenzkampf.</p>
<p>Vielmehr geht es um die Schaffung von Lebensgrundlagen. Angenommen, ein Physiker berechnet die Machbarkeit eines neuen, sehr effizienten Windrades. Er ver&#246;ffentlicht seine Berechnung unter einer Art GPL. Ein Ingenieur liest von dieser Lizenz und konstruiert dieses Windrad und ver&#246;ffentlicht es auch unter der GPL. Ein Handwerker l&#228;dt sich die Konstruktionszeichnungen aus dem Internet und baut das Windrad und bietet es in seinem Produktsortiment an. Die Verbesserungen an der Konstruktion ver&#246;ffentlicht er auch unter der GPL. Der Physiker erf&#228;hrt von dem Handwerker, kauft sich von ihm ein Windrad und stellt es sich in seinen Garten. Er hat nun eine Lebensgrundlage in seinem Garten stehen, die f&#252;r ihn Energie gewinnt. das Geld, was der Handwerker vom Physiker bekommt, ist durch die Ertr&#228;ge des Windrades gedeckt. Was macht der Ingenieur? Der Ingenieur bekommt vom Physiker zwei Monate sp&#228;ter einen Auftrag zur Konstruktion einer Versuchsapparatur, weil der Physiker erfahren hat, dass der Ingenieur das Windrad konstruiert hat. Die M&#246;glichkeiten des Universums sind hier sehr vielf&#228;ltig.</p>
<p>An alle, die jetzt sagen, dass der Physiker ja erst eine Genehmigung f&#252;r das Windrad braucht m&#246;chte ich nur eins sagen:</p>
<p><strong>Denkt nicht immer so negativ!</strong> <strong>Es werden Genehmigungen f&#252;r ganz andere Sachen erteilt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Asse_II" target="_blank">(Asse II)</a> Da wird doch ein so kleines Windrad mit etwas Fingerspitzengef&#252;hl machbar sein &#8230;   ;)<br />
</strong></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nuevalandia.net/archives/216/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wirtschaft ohne Geld &#8211; Die Befreiung von der Unm&#252;ndigkeit</title>
		<link>http://www.nuevalandia.net/archives/150</link>
		<comments>http://www.nuevalandia.net/archives/150#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 17 Dec 2008 18:41:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michey</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft & Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Emanzipation]]></category>
		<category><![CDATA[Geld Freiheit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nuevalandia.net/?p=150</guid>
		<description><![CDATA[Ist Wirtschaft ohne Geld m&#246;glich? In unserem allgemeinen Verst&#228;ndnis von Wirtschaft geh&#246;rt das Bezahlen mit Geld ganz selbstverst&#228;ndlich dazu. Es scheint ein Naturgesetz zu sein, dass Geld vorhanden sein muss, damit eine Wirtschaft mehr sein kann als eine reine Tauschwirtschaft. Die Bedeutung von Geld wird dann sichtbar, wenn die meisten Menschen nur wenig Geld haben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ist Wirtschaft ohne Geld m&#246;glich?</strong></p>
<p>In unserem allgemeinen Verst&#228;ndnis von Wirtschaft geh&#246;rt das Bezahlen mit Geld ganz selbstverst&#228;ndlich dazu. Es scheint ein Naturgesetz zu sein, dass Geld vorhanden sein muss, damit eine Wirtschaft mehr sein kann als eine reine Tauschwirtschaft. Die Bedeutung von Geld wird dann sichtbar, wenn die meisten Menschen nur wenig Geld haben und wenn sie es sich dann &#252;ber Kredite Geld leihen m&#252;ssen, um &#252;berleben zu k&#246;nnen. Die Zinslast dieser Kredite wird f&#252;r die Mehrheit Menschen mit der Zeit immer erdr&#252;ckender. Irgendwann &#252;bernimmt dann der Staat die Kredite der Menschen bis auch er die Zinslast dieser Kredite nicht mehr tragen kann und der gesamte Wirtschaftskreislauf zusammenbricht. Meist fordert dieser Zusammenbruch viele Menschenleben und im schlimmsten Fall ist der Krieg das Mittel, um den &#8220;Reset&#8221; Knopf des Wirtschaftskreislaufs zu dr&#252;cken und einen Neustart des Systems durchzuf&#252;hren. Mir stellt sich angesichts dieser Tatsache die Frage, wie sich jeder einzelne dieser T&#246;dlichen Spirale entziehen kann.</p>
<p><strong>Geld regiert die Welt &#8230; und wer regiert das Geld?<br />
</strong></p>
<p>Jeder kennt den sch&#246;nen Spruch &#8220;Geld regiert die Welt&#8221;. Es stimmt wirklich. Geld regiert die Welt. Wer das Geld macht, oder wie es in Fachkreisen hei&#223;t &#8220;wer das Geld sch&#246;pft&#8221;, der regiert das Geld. Immer wenn es um die Sch&#246;pfung von Geld geht, dann geht es letztendlich um Macht. Diejenigen, die das Geld sch&#246;pfen, k&#246;nnen bestimmen, wer das Geld bekommt, um sich davon zum Beispiel Lebensgrundlagen kaufen zu k&#246;nnen.Geldsch&#246;pfung ist ein Bereich in unserer Gesellschaft, in dem Demokratie nicht existiert.</p>
<p>In unserer Gesellschaft existieren bereits Initiativen, die an den M&#246;glichkeiten arbeiten, die &#8220;Geldsch&#246;pfung&#8221; oder genauer gesagt die Sch&#246;pfung von Gutscheinen zu demokratisieren, also in die H&#228;nde der Bev&#246;lkerung zu legen. Viele Regionalgeldinitiativen arbeiten an M&#246;glichkeiten hierf&#252;r. Es bleibt aber weiterhin das Problem: Wer entscheidet, wer das gesch&#246;pfte Geld bekommt und welche Person entscheidet &#252;ber die Geldsch&#246;pfung. Der Kampf um die Macht geht also weiter, auch wenn er hier demokratischer, mit mehr Menschlichkeit und im kleineren Ma&#223;stab geregelt wird.</p>
<p><strong>Geben und Nehmen &#8211; Befreiung vom K&#228;fig im Kopf<br />
</strong></p>
<p>Die dicksten Ketten, die uns hier in Europa gefangen halten existieren lediglich in unseren K&#246;pfen und die dickste aller Ketten ist die Angst. Was w&#228;re, wenn wir f&#252;r einen kurzen Augenblick diese Ketten einfach ablegen?</p>
<p><strong>Stellen wir uns vor, die meisten Menschen w&#252;rden nach dem Leitsatz handeln, dass </strong><strong>Geben und Nehmen im Gleichgewicht sein m&#252;ssen.</strong> Die meisten Menschen w&#252;rden sich abends, bevor sie sich schlafen legen &#252;berlegen, von wem sie am heutigen Tag genommen haben, und wem sie gegeben haben. Ich beziehe das nicht lediglich auf Geld, sondern auch darauf, wie oft sie anderen geholfen haben und von wem ihnen geholfen wurde. Wie w&#252;rde eine solche Gesellschaft aussehen?</p>
<p>Ich versetze mich mal gedanklich in eine solche Gesellschaft. In dieser gedachten Gesellschaft w&#252;rde ich pers&#246;nlich morgens aufstehen, w&#252;rde erst einmal gem&#252;tlich fr&#252;hst&#252;cken. Danach w&#252;rde dann meine Arbeit beginnen. Was w&#252;rde ich Arbeiten? Ganz einfach. Ich wei&#223; zum Beispiel, dass der Strom bei mir nicht einfach aus der Steckdose kommt. Ich kenne einige Leute, bei den Stadtwerken, die mich gefragt haben, ob ich ihnen nicht bei ihrer Arbeit helfen k&#246;nnte. Da ich Ingenieur bin und da ich Energieanlagen interessant finde, arbeite ich einige Stunden am Tag daran, dass Strom aus der Steckdose kommt. Ich kenne auch noch einige Leute, die mich darum gebeten haben, bei der Konstruktion einer Maschine mit zu helfen, und da mich dies auch interessiert, helfe ich auch dort einige Stunden mit. Danach mache ich Feierabend hole mir bei einem Lebensmittelh&#228;ndler, den ich auch kenne, etwas zu essen ohne zu bezahlen und Fahre nach Hause. Ich habe kein schlechtes Gewissen, wenn ich mein Essen nicht bezahle, weil ich wei&#223;, dass auch der Lebensmittelh&#228;ndler Hilfe bei seiner Arbeit erh&#228;lt. Mein Nachbar zum Beispiel Hilft dem Bauern in unserer N&#228;he bei der Arbeit, wenn der Bauer ihn fragt, weil mein Nachbar Pflanzen mag.</p>
<p>Und was w&#228;re mit denen, die lediglich von anderen nehmen? Die Gesellschaft k&#246;nnte dies ohne Schwierigkeiten verkraften und wer wei&#223;? Vielleicht wird auch ein Mensch, der nur von anderen nimmt, Dinge tun, die ihm Spa&#223; machen und die anderen nutzen, ohne dass dies beabsichtigt ist &#8230;</p>
<p><strong>&#8230; Ihr denkt, dass das dieses Gedankenspiel nicht funktioniert?</strong></p>
<p>Dann &#252;berlegt Euch mal, wie oft Ihr schon Eurem Nachbarn oder Freunden geholfen habt und wie oft am Tag andere etwas f&#252;r euch tun, ohne dass dabei Geld im Spiel ist. &#8211; <strong>Es funktioniert bereits.</strong></p>
<p>Auf die Bezahlung durch andere zu warten hei&#223;t, zur Unm&#252;ndigkeit und Unt&#228;tigkeit verdammt zu sein. Sobald ein Mensch aber damit beginnt, die Dinge die er tut, nicht von der Bezahlung durch andere abh&#228;ngig zu machen, &#246;ffnen sich ihm viele neue M&#246;glichkeiten. Ein Mensch sollte eine Handlung deshalb tun, weil er es will und wenn diese Dinge auch anderen nutzen, dann ist es um so besser. Genau hier ist ein Umdenken n&#246;tig.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Welche Voraussetzungen sind f&#252;r eine Wirtschaft ohne Geld n&#246;tig?</strong></p>
<p>Die Voraussetzungen f&#252;r ein Wirtschaften ohne Geld werden im folgenden in Form von Handlungsmaximen beschrieben. Diese Handlungsmaximen k&#246;nnen von jedem Menschen zu jeder Zeit gelebt werden und erfordern nicht, dass alle Menschen sich daran halten.<strong><br />
</strong></p>
<ol>
<li>Der Aufwand des Gebens und Nehmens sollte stets miteinander im Gleichgewicht sein.</li>
<li>Der Leistungsnehmer soll sich vor Erbringung der Leistung erkundigen, welcher Aufwand hinter der erbrachten Leistung steht, damit er den Aufwand hinter dieser Leistung einsch&#228;tzen kann.</li>
<li>Der Leistungsgeber soll sich vor der Zusage der Leistung dar&#252;ber im Klaren sein, wie viel Aufwand hinter einer Leistung steht und ober er sie auch erbringen kann.</li>
<li>Eine Leistung soll nur dann gegeben werden, wenn diese zur Erschaffung und Nutzung von Lebensgrundlagen dient und nicht sinnlos verschwendet wird.</li>
<li>Eine Leistung soll nur dann angenommen werden, wenn diese zur Erschaffung und Nutzung von Lebensgrundlagen dient und nicht sinnlos verschwendet wird.</li>
<li>Geld ist lediglich eine Ware.</li>
<li>Als Ma&#223; f&#252;r den Aufwand kann die Arbeitsstunde genommen werden.</li>
<li>Leistung muss bevorzugt durch Technik unterst&#252;tzt oder erbracht werden, um Menschen zu entlasten.</li>
<li>Ressourcen m&#252;ssen erschaffen und gepflegt werden, Stoffkreisl&#228;ufe m&#252;ssen geschlossen sein.</li>
<li>Das Konzept der Schuld wird abgelehnt, da es dazu f&#252;hrt, dass Menschen die Leistungen anderer nur widerwillig annehmen.</li>
</ol>
<p>Fortsetzung des Artikels &#8230;</p>
<p><a href="http://www.nuevalandia.net/archives/150">Wirtschaft ohne Geld &#8211; Die Befreiung von der Unm&#252;ndigkeit II</a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nuevalandia.net/archives/150/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Frage der Wirtschaftlichkeit</title>
		<link>http://www.nuevalandia.net/archives/134</link>
		<comments>http://www.nuevalandia.net/archives/134#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 09 Nov 2008 09:19:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michey</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft & Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Kooperation]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftlichkeit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nuevalandia.net/?p=134</guid>
		<description><![CDATA[Eine kleine Geschichte, wie sie sich h&#228;tte ereignen k&#246;nnen&#8230; Die Geschichte spielt in einem kleinen antiken keltischen Bergdorf in den &#246;stlichen Alpen. Die Menschen in diesem kleinen Bergdorf stellen die Dinge die sie brauchen seit Jahrhunderten selbst her, unter anderem auch Stoffe f&#252;r ihre Kleidung. Die Menschen k&#246;nnen den Weber und die anderen Handwerker des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine kleine Geschichte, wie sie sich h&#228;tte ereignen k&#246;nnen&#8230;</strong></p>
<p>Die Geschichte spielt in einem kleinen antiken keltischen Bergdorf in den &#246;stlichen Alpen. Die Menschen in diesem kleinen Bergdorf stellen die Dinge die sie brauchen seit Jahrhunderten selbst her, unter anderem auch Stoffe f&#252;r ihre Kleidung. Die Menschen k&#246;nnen den Weber und die anderen Handwerker des Dorfes bezahlen und keiner leidet Not.</p>
<p>Die Zeiten &#228;ndern sich, als 15 v.Chr. die R&#246;mer die T&#228;ler rund um das Dorf ins r&#246;mische Reich eingliedern. So geschieht es, dass die Weber in den T&#228;lern rund um das Bergdorf neue Webst&#252;hle aus Rom erwerben. Die modernen Webst&#252;hle sind leistungsf&#228;higer als der alte Webstuhl in dem Bergdorf. Die Weber in den T&#228;lern k&#246;nnen ihre Stoffe zu einem Viertel des fr&#252;heren Preises anbieten.</p>
<p>Der Weber des Bergdorfes, der die Stoffe noch mit dem alten Webstuhl herstellt, kann seinene Stoff nicht mehr verkaufen, weil die Menschen im Bergdorf nun ins Tal hinunter gehen, um den billigeren Stoff zu kaufen. Der Weber im Bergdorf verliert seine Weberei, da er nicht das Geld hat, um sich einen modernen Webstuhl zu kaufen. Selbst das ganze Dorf hat nicht das Geld f&#252;r einen modernen Webstuhl, da man in dem Dorf bisher die Gesch&#228;fte durch Tauschhandel abgewickelt hatte und darum kein Geld in gro&#223;er Menge n&#246;tig war.</p>
<p>Weil die Weberei in dem Bergdorf nun keine Stoffe mehr herstellt, m&#252;ssen die Menschen in die T&#228;ler absteigen, um sich Stoffe f&#252;r ihre Kleidung zu kaufen. Die Menschen des Bergdorfes haben kaum Geld, um die Stoffe zu bezahlen, und so beginnen viele Menschen, als Knechte in den T&#228;lern zu arbeiten, um Geld zu verdienen, mit dem sie dann Stoffe kaufen k&#246;nnen. Die Menschen aus dem Bergdorf, die in den T&#228;lern als Knechte arbeiten m&#252;ssen, fehlen bei der landwirtschaftlichen Arbeit im Bergdorf und das Bergdorf st&#252;rzt in Armut. Die Bewohner des Bergdorfes ziehen vermehrt ins Tal, um dort f&#252;r ihren Lebensunterhalt als Knechte zu arbeiten.</p>
<p>Wie ist die Entwicklung in dieser Geschichte aus heutiger Sicht zu bewerten?</p>
<p>Aus unserer heutigen betriebswirtschaftlichen Sicht ist diese Entwicklung positiv, weil der freie Markt das unproduktive Bergdorf einfach &#8220;bereinigt&#8221;, wie man heute das Aussterben des Dorfes besch&#246;nigend beschreiben w&#252;rde. Tatsache ist aber, dass ehemals freie Menschen aus dem Bergdorf in die Knechtschaft getrieben werden.</p>
<p>Was h&#228;tte der Chef des Bergdorfes anders machen k&#246;nnen, um diese Entwicklung zu verhindern? W&#228;re der Kauf eines r&#246;mischen Webstuhls die L&#246;sung gewesen oder h&#228;tte der hohe Preis des r&#246;mischen Webstuhls das Dorf ebenfalls in die Schuldenknechtschaft getrieben?</p>
<p>W&#228;re die eigenst&#228;ndige Entwicklung eines eigenen modernen Webstuhls und die Zusammenarbeit der Bergdorfbewohner bei der Erstellung eines neuen Webstuhls die L&#246;sung gewesen?</p>
<p>H&#228;tten sich die Bergdorfbewohner vielleicht von einem f&#228;higen Handwerker aus einem anderen Dorf helfen lassen k&#246;nnen? Was w&#228;ren hierf&#252;r die Voraussetzungen, damit die Bewohner des Bergdorfes nicht durch die Beauftragung des Handwerkers wieder in die Schuldenfalle geraten w&#252;rden?</p>
<p><strong>Eine einfache L&#246;sung</strong></p>
<p>Die Entwicklung eines eigenen modernen Webstuhls mit Hilfe eines Handwerkers, der Webst&#252;hle konstruieren kann, w&#228;re in der Tat eine m&#246;gliche L&#246;sugn gewesen. Hierf&#252;r w&#228;ren aber zwei wichtige Voraussetzungen np&#246;tig gewesen.</p>
<ol>
<li>Der Handwerker akzeptiert f&#252;r die Entwicklung des Webstuhls eine Bezahlung, die durch die Dorfbewohner auch ohne wirtschaftliche H&#228;rten erbracht werden kann.</li>
<li>Der Webstuhl muss so beschaffen sein, dass die Dorbewohner den Webstuhl in Eigenleistung bauen k&#246;nnen.</li>
<li>Der Webstuhl muss so beschaffen sein, dass die Bewohner des Bergdorfes ihn selbst&#228;ndig instandhalten k&#246;nnen.</li>
<li>Der Webstuhl muss dem Stand der Technik entsprechen.</li>
<li>Alle Dorfbewohner, die am Bau des Webstuhls mitarbeiten, werden Teilhaber am Webstuhl und an den erzeugten Stoffen.</li>
<li>Alle Teilhaber am Webstuhl halten den Webstuhl gemeinsam in Stand.</li>
<li>Das Dorf, das den Handwerker bezahlt, wird auch Teilhaber am Webstuhl.</li>
<li>Die Anteile am Webstuhl sind unverk&#228;uflich und k&#246;nnen nur vererbt werden.</li>
</ol>
<p><strong>Geschichte und Wirklichkeit</strong></p>
<p>Diese Geschichte, die ich hier frei erfunden habe, spielt sich &#252;berall auf der Welt in &#228;hnlicher Form auch heute ab. Diese Ereignisse finden &#252;berall dort statt, wo Landflucht stattfindet und die Menschen als Wanderarbeiter oder wie man heute sch&#246;ner sagt &#8220;flexible Arbeitskr&#228;fte&#8221; der Arbeit hinterher ziehen. Die Armut und die soziale Entwurzelung und der kulturelle Verfall, die hierbei entstehen, werden hinter sch&#246;nen Wohnungen versteckt. Da diese Wohnungen aber kaum mehr bezahlbar sind, befinden sich auch diese Menschen in Knechtschaft, auch wenn ihre Herren heute keine Peitschen mehr tragen brauchen.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nuevalandia.net/archives/134/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

