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	<title>Nuevalandia &#187; Hacker</title>
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	<description>Eine Reise von Altland nach Neuland</description>
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		<title>Berufsbild im Bereich der Open Source Technologie</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Apr 2009 09:32:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michey</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technologien]]></category>
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		<description><![CDATA[Techniker und Wissenschaftler fern der Realit&#228;t Aus meiner Erfahrung, die ich w&#228;hrend meiner Arbeitszeit in der universit&#228;rer Forschung aber auch w&#228;hrend einiger Industriepraktika machen durfte, kann ich sagen, dass viele Wissenschaftler und Techniker in der Industrie sowie in den Forschungseinrichtungen oft fern der Realit&#228;t leben und arbeiten. Das liegt vor allem daran, dass sich die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Techniker und Wissenschaftler fern der Realit&#228;t<br />
</strong></p>
<p>Aus meiner Erfahrung, die ich w&#228;hrend meiner Arbeitszeit in der universit&#228;rer Forschung aber auch w&#228;hrend einiger Industriepraktika machen durfte, kann ich sagen, dass viele Wissenschaftler und Techniker in der Industrie sowie in den Forschungseinrichtungen oft fern der Realit&#228;t leben und arbeiten. Das liegt vor allem daran, dass sich die Arbeit von Wissenschaftlern und Technikern in der Industrie haupts&#228;chlich mit dem Tagesgesch&#228;ft des Unternehmens befasst, f&#252;r das sie arbeiten. In vielen Industriebetrieben und Forschungseinrichtungen Z&#228;hlt vor allem, mehr als das geforderte Arbeitspensum zu erf&#252;llen, die Arbeitskollegen daran zu hindern, in der Firmenhierarchie aufzusteigen und beim eigenen Vorgesetzten eine m&#246;glichst gute Figur zu machen. F&#252;r die Besch&#228;ftigung mit Wissenschaft und Technik bleibt da kaum Zeit. Um den Menschen au&#223;erhalb des eigenen Unternehmens zuzuh&#246;ren und sich mit deren Aussagen zu besch&#228;ftigen, bleibt noch weniger Zeit. So kann ich anhand dessen, was ich selbst erlebe, aber auch, was mir Freunde und Bekannte berichten immer wieder sehen, dass in vielen Unternehmen zwar das f&#252;r die Produktion notwendige Spezialwissen da ist, aber die technische-, wissenschaftliche- und philosophische Allgemeinbildung gepaart mit fundierten Kenntnissen nur wenig vorhanden ist.</p>
<p>Um sich eine solche Allgemeinbildung anzueignen und diese auch zu pflegen braucht man viel Zeit: Zeit zum Lesen und Recherchieren, Zeit zum Denken, Zeit, um mit anderen zu sprechen, Zeit, um anderen Menschen zuzuh&#246;ren, Zeit, um an interessanten Dingen zu basteln, Zeit, um die eigenen Grenzen zu erweitern und Zeit, um sich mit Kunst und Philosophie auseinander zu setzen. Jemand, der in seinem Unternehmen in der Hierarchie aufsteigen muss, um nicht eines Tages rausgeschmissen zu werden, der hat diese Zeit so gut wie gar nicht. F&#252;r den einzelnen bleibt in letzter Konsequenz keine Zeit dar&#252;ber nachzudenken, ob das eigene Handeln sch&#228;dlich f&#252;r die Allgemeinheit oder die Umwelt ist oder nicht.</p>
<p>W&#228;hrend meines Studiums habe ich einmal von einem Dozenten den Spruch geh&#246;rt, dass ich das, was ich in der Uni lerne, in der industriellen Praxis sowieso nicht brauchen werde. Ich bin heute nicht in der Industrie besch&#228;ftigt sondern selbst&#228;ndig, und ich brauche das theoretische Wissen aus der Uni so dringend, wie mein t&#228;gliches Brot. Die technische-, wissenschaftliche- und philosophische Allgemeinbildung, die ich mit viel Zeitaufwand pflege, hilft mir t&#228;glich, unter Umst&#228;nden folgenschwere Entscheidungen zu treffen, die ich ohne fremde Hilfe treffen muss.</p>
<p><strong>Besondere Anforderungen an Entwickler von Open Source Technologien</strong></p>
<p>Gerade in der Entwicklung von Open Source Technologien, die durch die Ertr&#228;ge der Prototypen finanziert werden, muss ein sehr hohes Ma&#223; an Effizienz erreicht werden. Meist ist kein Geld da, um nach dem Prinzip &#8220;try and error&#8221; so viele Fehlversuche durchzuf&#252;hern, bis die Technologie irgendwann serienreif ist. Der Prototyp muss h&#228;ufig auf Anhieb funktionieren und haupts&#228;chlich aus zum Teil zweckentfremdeten Kaufteilen bestehen. Fehlschl&#228;ge k&#246;nnen den wirtschaftlichen Ruin bedeuten. Das erfordert ein H&#246;chstma&#223; an Kreativit&#228;t, eine umfangreiche Allgemeinbildung, aber auch eine gro&#223;e Offenheit f&#252;r die technischen L&#246;sungen anderer. Das wiederum erfordert viel Zeit.</p>
<p>Die Aus- und Weiterbildung von Wissenschaftler und Technikern unter Zeitmangel, wie sie in der heutigen Industrie zum Teil praktiziert wird, ist meist nicht ausreichend, um die Entwicklung von Open Source Technologien inklusive der Finanzierung durch die Ertr&#228;ge des Prototypen durchzuf&#252;hren. Ein Berufsbild, dass die n&#246;tigen Voraussetzungen f&#252;r den Open Source Bereich erf&#252;llt, ist mir vor einiger Zeit begegnet, als ich mich mit dem Begriff des &#8220;Hackers&#8221; befasste.</p>
<p><strong>Hacker als m&#246;glicher Beruf in der Open Source Technologie</strong></p>
<p>Bei der Betrachtung des Begriffs des &#8220;Hackers&#8221; auf den ich vor kurzem gesto&#223;en bin, habe ich viele Antworten auf die Frage nach den Anforderungen an Technikern und Wissenschaftlern in bei der Entwicklung von Open source Technologien gefunden. Zuerst ist es aber wichtig den Begriff der &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hacker" target="_blank">Hackers</a>&#8221; zu definieren.</p>
<p>Ein Hacker ist im Allgemeinen ein Technik-Enthusiast mit umfangreichen technischen Grundlagenkenntnissen, der Technologien verschiedenster Art au&#223;erhalb ihrer Zweckbestimmung verwendet [Quelle: Wikipedia]. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wau_Holland" target="_blank">Wau Holland</a>, einer der Leitfiguren des Chaos Computer Clubs, erkl&#228;rte den Begriff des Hackers mit folgendem Satz: <em>&#8220;Ein Hacker ist jemand, der versucht einen Weg zu finden, wie man mit einer Kaffeemaschine Toast zubereiten kann&#8221; </em>Dieser Satz betont den kreativen Umgang mit Technik als einen wesentliche Eigenschaft eines Hackers.</p>
<p>Um Technik auf dieses Weise einsetzen zu k&#246;nnen bedarf es viel Zeit f&#252;r die Pflege des eigenen Wissensschatzes. Wer kennt nicht das Klischee des Hackers, der von morgens bis tief in die Nacht allein in seinem Ein-Zimmer-Apartment am Computer sitzt und sich von Pizza, Cola und Kaffee ern&#228;hrt. Dieses Klischee mag in der Realit&#228;t nicht zwingend zutreffen,  aber es ist ein Bild daf&#252;r, dass ein Hacker fernab von den Intriegen in gro&#223;en Firmen viel Zeit damit verbringt, seinen Wissensschatz zu pflegen und st&#228;ndig seine Grenzen zu erweitern.</p>
<p>Die M&#246;glichkeiten, die ein solcher Wissensschatz zusammen mit der Zeit f&#252;r Kreativit&#228;t bietet, sind enorm und haben vielleicht zum Mythos des Hackers beigetragen. Es bleibt zu &#252;berlegen, ob im Bereich der Open Source Technologien die Lebenseinstellung des &#8220;Hackers&#8221; auch die Vorlage f&#252;r ein Berufsbild sein k&#246;nnte.</p>
<p><strong>Gesellschaftliche Verantwortung<br />
</strong></p>
<p>Technik und Wissenschaft sind in unserer heutigen Zeit vor allem Abh&#228;ngig vom Geld. Technik und Wissenschaft sind eine der wichtigsten Lebensgrundlagen unserer Gesellschaft und sie werden durch das Vorhandensein von Geld bestimmt. In wichtigen Fragen, die die gesamte Gesellschaft betreffen, wie z.B. die Kernenergie, sind die Wissenschaftler, die die Bev&#246;lkerung informieren soll(t)en vom Geld abh&#228;ngig. Dabei bestimmt derjenige, der den Wissenschaftler bezahlt, was in dem Gutachten steht. Ist ja eigentlich auch logisch: Ich pers&#246;nlich w&#252;rde ja auch nicht f&#252;r ein Gutachten bezahlen, das meinen Absichten in die Quere kommt &#8211; da w&#228;re ich ja sch&#246;n bl&#246;d ;) Also bekommt die Bev&#246;lkerung das zu h&#246;ren, was sie h&#246;ren soll und das ist bestimmt nicht f&#246;rderlich f&#252;r die Demokratie.</p>
<p>Wo soll also einzelne B&#252;rger die Informationen her bekommen, die er oder sie braucht, um demokratische Entscheidungen treffen zu k&#246;nnen? Antwort ist eigentlich bestechend einfach. Ich m&#246;chte das kurz an einem Beispiel erl&#228;utern, das ich recht nett finde:</p>
<p>Die Geschichte ist wahr und sie hat sich im Sommer 1994 zugetragen, als der Komet <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Shoemaker-Levy_9" target="_blank">Shoemaker-Levy 9</a> auf dem Planeten Jupiter eingeschlagen ist. Einige Tage davor klingelten meine Nachbarn an meiner T&#252;r mit der Bildzeitung in der Hand &#8211; ich denke, es war die Bildzeitung. Ich war damals im Dorf als Astronomie-Enthusiast bekannt, der nachts mit dem Ferrohr auf der Wiese steht und den Himmel Fotografiert. Meine Naschbarn zeigten mir einen Artikel in der Zeitung &#252;ber den Einschlag von Shoemaker-Levy 9, der in der Randspalte der Zeitung stand. &#220;ber dem Artikel war ein Gem&#228;lde gedruckt, dass brennende W&#228;lder zeigte. Der Hmmel auf dem Gem&#228;lde gl&#252;hte orange rot und war durchsetzt von dem Qualm der brennenden W&#228;lder. Zwischen den orange gl&#252;henden Wolken un dem schwarzen Qualm strahlten wei&#223; die herabst&#252;rzenden Meteoriten, die die Erde in Schutt und Asche legten &#8211; ein farblich sch&#246;nes Gem&#228;lde.</p>
<p>Meine Nachbarn kamen also etwas verunsichert mit dem Zeitungsartikel zu mir und fragten mich, ob von dem Kometeneinschlag eine Gefahr f&#252;r die Erde ausgeht. Ich konnte meine Nachbarn beruhigen und machte ihnen die Entfernung zum Jupiter am Beispiel der Gr&#246;&#223;e meiner Hand und der Entfernung zum n&#228;chsten Dorf deutlich.</p>
<p>Wo bekommt der Einzelne B&#252;rger also die Fachinformationen her, die er f&#252;r die politische Meinungsbildung braucht? Ganz einfach &#8211; bei den Hackern von Nebenan, die auch ohne Bezahlung das tun, was sie wollen. Hier sehe ich die gesellschaftliche Verantwortung von Hackern und allen Open Source engagierten.</p>]]></content:encoded>
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