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	<title>Nuevalandia &#187; komplexe Systeme</title>
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	<description>Eine Reise von Altland nach Neuland</description>
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		<title>Der Umgang mit komplexen Systemen III</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Mar 2009 20:30:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michey</dc:creator>
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		<category><![CDATA[komplexe Systeme]]></category>
		<category><![CDATA[Kybernetik]]></category>
		<category><![CDATA[Sensitivitätsmodell]]></category>
		<category><![CDATA[Systemtheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Zusammenhänge]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein kleiner Einstieg in die Kybernetik In den letzten beiden Artikeln habe ich erl&#228;utert, was komplexe Systeme sind und welche Eigenschaften sie haben. In diesem Artikel m&#246;chte ich in die Kybernetik einsteigen und erl&#228;utern, welche Eigenschaften ein komplexes System aufweisen muss, damit es selbstorganisierend sein kann. Diese Eigenschaften sind in den Systemen in der Natur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein kleiner Einstieg in die Kybernetik</strong></p>
<p>In den letzten beiden Artikeln habe ich erl&#228;utert, was komplexe Systeme sind und welche Eigenschaften sie haben. In diesem Artikel m&#246;chte ich in die Kybernetik einsteigen und erl&#228;utern, welche Eigenschaften ein komplexes System aufweisen muss, damit es selbstorganisierend sein kann. Diese Eigenschaften sind in den Systemen in der Natur bereits seit Jahrmillionen in praktischer Anwendung.</p>
<p>In einem ersten Schritt m&#246;chte ich aber zuerst einmal den Begriff der Kybernetik erkl&#228;ren:</p>
<p>Die Kybernetik erforscht und beschreibt hierbei die grundlegenden Konzepte zur Steuerung und Regulation von Systemen, unabh&#228;ngig von ihrer Herkunft.<br />
[Quelle:  Wikipedia]</p>
<p><strong>Die acht goldenen Regeln der Kybernetik</strong></p>
<p>Die Kybernetik hat acht Regeln beschrieben, die f&#252;r ein selbstorganisierendes komplexes System notwenig sind.</p>
<ol>
<li><strong>Negative R&#252;ckkopplung muss &#252;ber positive R&#252;ckkopplung dominieren.</strong><br />
Die positive R&#252;ckkopplung ist selbstverst&#228;rkend und beschleunigt die Vorg&#228;nge, die negative R&#252;ckkopplung verhindert, dass sich die Selbstverst&#228;rkung bis zur Zerst&#246;rung aufschaukelt. Ein Mensch in der Steinzeit konnte kein &#220;bergewicht haben, weil er sonst zu fett gewesen w&#228;re, um seine Beute zu Jagen. Das ist ein Beispiel von der Dominanz der negativen R&#252;ckkopplung.</li>
<li><strong>Das System muss von quantitativen Wachstum unabh&#228;ngig sein.</strong><br />
Ein System, dass seine optimale Gr&#246;&#223;e erreicht hat, muss aufh&#246;ren k&#246;nnen zu wachsen, ohne dass dabei seine Funktion gef&#228;hrdet ist. Der Menschliche K&#246;rper zum Beispiel h&#246;rt irgendwann auf zu wachsen und funktioniert trotzdem &#8211; ein Jahrmillionen altes und bew&#228;hrtes Konzept. Unser Wirtschaftssystem hingegen muss exponentiell wachsen, um die exponentiell wachsende Zinsanspr&#252;che der Summe aller Verm&#246;gen erf&#252;llen zu k&#246;nnen. Wachstumsstillstand bedeutet hier den Zusammenbruch. (Anmerkung: Dieser Sachverhalt ist als der <a href="http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/gloetzl/gloetz.htm" target="_blank">2. Hauptsatz der Volkswirtschaftslehre</a> lange bekannt und Stand des Wissens)</li>
<li><strong>Das System muss funktionsorientiert und nicht produktorientiert arbeiten.</strong><br />
Nehmen wir als Beispiel die Funktion der Fortbewegung in unserer Gesellschaft. Die Funkton der Fortbewegung bestand immer wird immer bestehen. Das Produkt, also das Fortbewegungsmittel muss aber immer offen und flexibel bleiben. Es gibt F&#228;lle, da ist die Fortbewegung mit dem Auto oder dem Fahrrad sinnvoll, in einem anderen Fall ist auch das Gehen zu Fu&#223; zu bevorzugen. Sich nur auf das Auto zu fixieren, w&#252;rde eine Gesellschaft ihrer Funktionsf&#228;higkeit berauben.</li>
<li><strong>Vorhandene Kr&#228;fte werden genutzt</strong><br />
Die Kondoren in den Anden S&#252;damerikas zum Beispiel warten geduldig auf die Aufwinde, die bei Sonnenaufgang einsetzen. Erst, wenn die Aufwinde einsetzen, breiten die Kondoren ihre Fl&#252;gel aus und lassen sich energiesparend in die H&#246;he tragen.</li>
<li><strong>Produkte und Funktionen werden mehrfach genutzt</strong><br />
Unsere H&#228;nde zum Beispiel sind ein Vorbild der Mehrfachnutzung einer Funktion, ihre T&#228;tigkeiten sind &#228;u&#223;erst vielf&#228;ltig.</li>
<li><strong>Die Stoffkreisl&#228;ufe sind geschlossen</strong><br />
Das Wasser auf unserer Erde ist das gleiche Wasser, dass bereits die Dinosaurier getrunken haben. Die Atome, aus denen wir bestehen, sind die gleichen, aus denen schon die Dinosaurier bestanden haben. Wir Menschen vergessen das und haben unsere Technologie so aufgebaut, dass wir Rohstoffe aus der Erde entnehmen, um sie dann zum Schluss als &#8220;M&#252;ll&#8221; in M&#252;lldeponien einzugraben, damit wir uns nicht an ihnen vergiften.</li>
<li><strong>Die Verschiedenartigkeit von Systemen wird durch Kopplung und Austausch genutzt</strong>.<br />
Alles, was an Nebenprodukten einer Lebensform anf&#228;llt, wird von einer anderen Lebensform genutzt. Die Lebensformen sind dabei so verschiedenartig, dass sie die Nebenprodukte anderer Lebensformen nutzen k&#246;nnen. Das f&#252;hrt dazu, dass Stoffe auf kleinstem Raum ohne lange Transportwege, direkt und energiesparend ausgetauscht werden k&#246;nnen.</li>
<li><strong>Produkte, Verfahren und Organisation entwickeln sich durch R&#252;ckkopplung</strong><br />
Das Prinzip der Evolution, schafft es, durch Versuch und Irrtum die komplexesten Lebensformen zu entwickeln. (Hier eine kleine Anmerkung meinerseits: Solltet Ihr einmal ein Maschinenteil mit 20 Variablen optimieren m&#252;ssen, dann programmiert Euch einen Evolutionsalgorithmus. Ihr werdet Euch wundern, wie schnell der durch zuf&#228;llige gleichzeitige Mutation aller Variablen zu einer optimalen L&#246;sung f&#252;hrt. Man muss das gesehen haben, sonst glaubt man das nicht&#8230; )</li>
</ol>
<p>Jeder kann sich mal &#252;berlegen, wie wir Menschen jeden Tag gegen all diese Regeln versto&#223;en. Da wird schnell offensichtlich, warum die meisten Menschen gegen&#252;ber den Problemen unserer Zeit v&#246;llig ratlos gegen&#252;berstehen. Man braucht sich nur unsere &#8220;Elite&#8221; in Politik und Wirtschaft anschauen &#8211; &#252;berforderte, traurige Gestalten, die einem nur leid tun k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Ein sch&#246;nes Zitat zum Schluss</strong></p>
<p>&#8220;Ich will damit deutlich machen, dass wir in unserer komplexen Welt heute kein Problem &#8230; mehr angehen sollten, ohne zuvor eine eingehende Folgenabsch&#228;tzung durchgef&#252;hrt zu haben. &#8230; Wie im voranstehenden Kapitel betont bedeutet das vor allem, das System, in dem das Problem auftritt, zu untersuchen und nicht nur das Problem selbst.&#8221;</p>
<p>[Vester, Frederik: Die Kunst vernetzt zu denken. DTV-Verlag. M&#252;nchen, 2002. Seite 110]</p>
<p>Wie die Systemanalyse durchgef&#252;hrt werden kann, das folgt im n&#228;chsten Blogbeitrag zu diesem Thema ;)</p>]]></content:encoded>
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		<title>Der Umgang mit Komplexen Systemen II</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Feb 2009 23:10:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michey</dc:creator>
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		<category><![CDATA[komplexe Systeme]]></category>
		<category><![CDATA[Sensitivitätsmodell]]></category>
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		<description><![CDATA[Eines der interessantesten Themen, auf die ich bisher gesto&#223;en bin, ist das Thema des Sensitivit&#228;tsmodells, wie es von Professor Frederic Vester in seinem Buch &#8220;Die Kunst vernetzt zu denken &#8211; Der neue Bericht an den Club of Rome&#8221; beschrieben wird. Es ist ein ein Buch, das ich jedem Menschen nur ans Herz legen kann. Warum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eines der interessantesten Themen, auf die ich bisher gesto&#223;en bin, ist das Thema des Sensitivit&#228;tsmodells, wie es von <a href="http://www.frederic-vester.de/" target="_blank">Professor Frederic Vester</a> in seinem Buch &#8220;Die Kunst vernetzt zu denken &#8211; Der neue Bericht an den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Club_of_Rome" target="_blank">Club of Rome</a>&#8221; beschrieben wird. Es ist ein ein Buch, das ich jedem Menschen nur ans Herz legen kann. Warum ist die F&#228;higkeit, vernetzt zu denken im Umgang mit Komplexen Systeme so wichtig? Ist der Umgang mit komplexen Systemen nur etwas f&#252;r Wissenschaftler oder betrifft dieses Thema uns alle? Die meisten Menschen nehmen das Wort System oft in den Mund. Was aber ist ein System? Was ist ein Komplexes System? Diese Fragen m&#246;chte ich gerne in diesem Artikel erl&#228;utern. Ziel dieses Artikels ist es, ein Bewu&#223;tsein daf&#252;r zu vermitteln, dass komplexe Systeme allgegenw&#228;rtig sind und dass sie ein Eigenleben haben &#8211; aber eins nach dem Anderen &#8230;</p>
<p><strong>Was ist ein System?</strong></p>
<p>&#8220;Ein<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/System" target="_blank"> System</a> ist eine <strong>Gesamtheit von Elementen</strong>, die so aufeinander bezogen sind und in einer Weise wechselwirken, dass sie als eine Aufgaben-, sinn- oder zweckgebundene Einheit angesehen werden k&#246;nnen und sich in dieser Hinsicht gegen&#252;ber der sie umgebenden Umwelt abgrenzen.&#8221; [Quelle: Wikipedia] Also kann ein Auto zum Beispiel als System gesehen werden. Der Motor des Autos ist wiederum ein eigenes Untersystem, dass in das System Auto integriert ist. Der K&#252;hlkreislauf des Automotors ist wiederum ein Untersystem des Automotors.</p>
<p>Auch ein Mensch ist ein System, das aus vielen unterschiedlichen Organen besteht. Der Blutkreislauf ist ein Untersystem des Systems &#8220;Mensch&#8221;. Ein rotes Blutk&#246;rperchen ist ein Untersystem des Systems &#8220;Blutkreislauf&#8221;. Der Zellkern des roten Blutk&#246;rperchens ist ein Untersystem des Systems &#8220;rotes Blutk&#246;rperchen&#8221; usw.</p>
<p>Diese Denkweise bezeichnet man als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Systemdenken" target="_blank">Systemdenken</a>. Das Systemdenken erm&#246;glicht es, bei komplexen Vorg&#228;ngen den &#220;berblick zu behalten. Zwischen dem System &#8220;Auto&#8221; und dem System &#8220;Mensch&#8221; gibt es aber wesentliche Unterschiede. Einem Auto fehlen viele Eigenschaften, die typisch f&#252;r komplexe Systeme wie z.B. dem Menschen sind.</p>
<p><strong>Was ist ein komplexes System?</strong></p>
<p>Die Beantwortung dieser Frage liegt mit besonders am Herzen, weil sie ganz wesentliche Grundlagen dar&#252;ber enth&#228;lt, womit man es bei einem komplexen System zu tun hat. Die Antwort auf diese Frage soll dem Leser auch ein Gef&#252;hl daf&#252;r vermitteln, einem Komplexen System mit einem gewissen Respekt gegen&#252;ber zu treten. Man hat es bei komplexen Systemen immer mit einem System zu tun, das ein Eigenleben besitzt. Ein solches System l&#228;sst sich nicht einfach so unbeschadet &#228;ndern, aber dazu komme ich sp&#228;ter. Zun&#228;chst soll der Begriff des komplexen Systems gekl&#228;rt werden:</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Komplexe_Systeme" target="_blank">Komplexe Systeme</a> zeigen eine Reihe von Eigenschaften:</p>
<ol>
<li>Nichtlinearit&#228;t: Kleine St&#246;rungen verursachen gravierende und unterschiedliche Ergebnisse.</li>
<li>Emergenz: Komplexe Systeme bilden spontan Ph&#228;nomene heraus.</li>
<li>Wechselwirkung: Einfl&#252;sse auf ein Systemteil haben globale Auswirkungen bezogen auf das gesamte System.</li>
<li>Offenes System: Komplexe Systeme sind abh&#228;ngig vom Durchfluss von Energie und Materie</li>
<li>Selbstorganisation: Komplexe Systeme k&#246;nnen &#8220;lernen&#8221;</li>
<li>Selbstregulation: Komplexe Systeme haben die F&#228;higkeit zur Selbstregulation und zur Selbstheilung.</li>
<li>Komplexe Systeme sind abh&#228;ngig von ihrer Vorgeschichte</li>
<li>Attraktoren: Komplexe Systeme streben gewisse <strong>stabile Zust&#228;nde</strong> an, die aber <strong>chaotisch</strong> variieren k&#246;nnen.</li>
</ol>
<p>Die menschliche Gesellschaft zum Beispiel ist ein komplexes System mit einem Eigenleben. Eine Gesellschaft hat das Bestreben, gewisse stabile Zust&#228;nde anzustreben. Zum Beispiel kann ein stabiler Zustand darin bestehen, dass eine Gesellschaft eine demokratische Regierungsform ausbildet, die dann eine Zeit lang stabil bleibt. Durch &#228;u&#223;ere Einfl&#252;sse oder durch innere Vorg&#228;nge k&#246;nnen in einer menschlichen Gesellschaft Umbr&#252;che in Gang gesetzt werden, die dazu f&#252;hren, dass zum Beispiel ein Diktator die macht ergreift und die Bev&#246;lkerung tyrannisiert. Dieser Zustand kann dann wieder &#252;ber Jahrzehnte hinweg stabil bleiben. Die Gesellschaft wird immer versuchen, stabile Zust&#228;nde anzustreben, um weiter zu funktionieren und zu &#252;berleben.</p>
<p>Angenommen, wir denken uns ein erfundenes Land, das von einer Parteidiktatur tyrannisiert wird. Wir sehen die Zust&#228;nde in diesem Land und wollen den Menschen in diesem erfundenen Land helfen. Die Menschen sollen so leben k&#246;nnen, so wie wir uns ein gl&#252;ckliches erf&#252;lltes leben vorstellen. Wir behalten im Hinterkopf, dass dieses erfundene Land ein komplexes System ist &#8211; das ist sehr wichtig. Wie k&#246;nnen wir den Menschen in diesem Land helfen? Angenommen, wir greifen in dieses Land milit&#228;risch ein, st&#252;rzen die dortige Regierung und st&#246;ren die gewachsenen Strukturen der dortigen Gesellschaft sprunghaft. Die Folge ist, dass durch die Zerschlagung der gesellschaftlichen Strukturen auch die Selbstheilungskr&#228;fte der Gesellschaft stark geschw&#228;cht sind, und das Land wird f&#252;r lange Zeit in noch gr&#246;&#223;eres Elend st&#252;rzen. Die Menschen in dem erfundenen Land haben &#252;ber Jahrzehnte gelernt, das beste aus der Tyrannei zu machen und m&#252;ssen nun nach der Zerst&#246;rung ihrer Systemstrukturen ihre Kraft dazu aufwenden, neue Strukturen aufzubauen und gleichzeitig zu &#252;berleben. Die Folge ist meist, dass ein neuer Tyrann die Macht in dem Land ergreift und noch mehr Elend erzeugt wird.</p>
<p>Was w&#228;re, wenn wir das erfundene Land einfach in Ruhe lassen und den Menschen dort nicht &#8220;helfen&#8221;? Was w&#228;re, wenn wir auf die Selbstheilungskr&#228;fte von komplexen Systemen vertrauen, sprich wenn wir den Menschen dort zutrauen, dass sie eigene L&#246;sungen entwickeln k&#246;nnen? Was w&#228;re, wenn wir den Menschen in diesem erfundenen Land einfach ein guter Nachbar sind und die Idee einer freien Gesellschaft selbst praktizieren, anstatt sie anderen aufzuzwingen? Die Menschen in dem erfundenen Land w&#252;rden sehen, wie wir leben und sie w&#252;rden die Dinge von uns &#252;bernehmen, mit denen sie etwas anfangen k&#246;nnen. Sie h&#228;tten vor allem Zeit, sich an die fremden Ideen zu gew&#246;hnen und diese Dinge auf ihre Bed&#252;rfnisse anzupassen. Ver&#228;nderungen w&#252;rden sich so ohne eine Zerst&#246;rung der Systemstruktur vollziehen, wenn die Zeit reif daf&#252;r ist.</p>
<p><strong>Sechs Fehler im Umgang mit komplexen Systemen</strong></p>
<p>Wir Menschen neigen dazu, linear zu denken. Wir sehen eine Ursache und die wesentlichste Wirkung dieser Ursache. Wir sto&#223;en zum Beispiel ein Glas Milch um und sehen, wie die Milch &#252;ber den Tisch auf den Boden l&#228;uft. Das k&#246;nnen wir begreifen. Wir begreifen auch, dass wir die Milch wieder aufwischen m&#252;ssen, weil die Milch auf dem Boden nach einigen Tagen beginnt zu stinken. Das ist dann ekelig und wir begreifen diese Wirkungskette relativ gut, weil wir solche Situationen gewohnt sind.</p>
<p>Ein Glas umgesch&#252;tteter Milch hat aber weitreichende Konsequenzen, die sich auf das ganze weitere Leben auswirken k&#246;nnen. Ein Beispiel: Wenn ich das Glas Milch umsch&#252;tte, dann &#228;rgere ich mich. Warum ich mich &#228;rgere? Wahrscheinlich, weil sich meine Eltern schon ge&#228;rgert haben, wenn sie eine Tasse Kaffee umsch&#252;tteten? Die Ursachen sind vielf&#228;ltig und liegen im Dunkeln. Auf jeden Fall &#228;rgere ich mich und verliere wertvolle Zeit beim aufwischen. Warum ist die zeit so wertvoll, dass mich der Verlust der Zeit &#228;rgert. Nun ja, wir leben in einer Gesellschaft,  in der man einen Gro&#223;teil des Tages mit Erwerbsarbeit verbringen muss, um zu &#252;berleben. Auch hier sind die Ursachen komplex. Nun gut, ich &#228;rgere mich wegen der Milch und fahre dann schlecht gelaunt und unvorsichtig zu einem Gesch&#228;ftstermin. Ich fahre zu schnell und nehme einem Autofahrer die Vorfahrt. Der Autofahrer erschrickt und bremst scharf. Der Unfall wird verhindert aber der Autofahrer ist f&#252;r den Rest des Tages schlecht gelaunt. Die Geschichte des Autofahrers ver&#228;ndert sich an diesem Tag durch den Schreck, aber das ist eine andere Geschichte. So hinterl&#228;sst das versch&#252;ttete Glas Milch seine Spur komplexen System der menschlichen Gesellschaft.</p>
<p>Diese kleine Geschichte war ein Beispiel des vernetzten Denkens im Gegensatz zum linearen Denken. Aus der Vernachl&#228;ssigung des vernetzten Denkens folgen wesentliche Fehler im Umgang mit komplexen Systemen.</p>
<ol>
<li>Falsche Zielbeschreibung: Probleme werden durch Bek&#228;mpfung der Symptome nur scheinbar beseitigt.</li>
<li>Unvernetzte Situationsanalyse: Es werden nur ausgew&#228;hlte aspekte eines komplexen Systems isoliert betrachtet</li>
<li>Irreversible Schwerpunktbildung: Die wesentlichen Mechanismen werden nicht erkannt. Es wird an Symptomen manipuliert, deren Auswirkungen aber nur unwesentlich sind.</li>
<li>Unbeachtete Nebenwirkungen: Die Nebenwirkungen von Ma&#223;nahmen werden nicht beachtet.</li>
<li>Tendenz zur &#220;bersteuerung: Das komplexe System reagiert mit Verz&#246;gerung auf Steuerungsversuche. Darum wird der Steuerungsversuch &#252;bertrieben.</li>
<li>Tendenz zu Autorit&#228;rem Verhalten: Das komplexe System wird willk&#252;rlich umstrukturiert, ohne R&#252;cksicht auf Regelkreise, die unterst&#252;tzend wirken k&#246;nnten. Es wird au&#223;erdem von au&#223;en entschieden, was gut oder schlecht zu sein hat.</li>
</ol>
<p>Wie ist also mir komplexen Systemen umzugehen, nachdem wir uns ihre grundlegenden Eigenschaften bewu&#223;t gemacht haben? Das soll in der Fortsetzung dieses Artikels mit dem einstieg in die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kybernetik" target="_blank">Kybernetik</a> erl&#228;utert werden.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Der Umgang mit komplexen Systemen</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Feb 2009 17:10:52 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Links f&#252;hren zu der Pr&#228;sentation eines Vortrages &#252;ber das Sensitivit&#228;tsmodell von Professor Frederic Vester, den ich im Rahmen des Evoluzzer &#8211; Montagstreffs gehalten habe. Ein beschreibender Text folgt demn&#228;chst.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-208" href="http://www.nuevalandia.net/archives/206/sensitivitaetsmodell-12-2">sensitivitaetsmodell-12 (MS power point) konvertierte Datei</a></p>
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