<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Nuevalandia &#187; Systemtheorie</title>
	<atom:link href="http://www.nuevalandia.net/archives/tag/systemtheorie/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.nuevalandia.net</link>
	<description>Eine Reise von Altland nach Neuland</description>
	<lastBuildDate>Thu, 15 Dec 2011 12:17:18 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Der Umgang mit komplexen Systemen III</title>
		<link>http://www.nuevalandia.net/archives/246</link>
		<comments>http://www.nuevalandia.net/archives/246#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 20 Mar 2009 20:30:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michey</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technologien]]></category>
		<category><![CDATA[komplexe Systeme]]></category>
		<category><![CDATA[Kybernetik]]></category>
		<category><![CDATA[Sensitivitätsmodell]]></category>
		<category><![CDATA[Systemtheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Zusammenhänge]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nuevalandia.net/?p=246</guid>
		<description><![CDATA[Ein kleiner Einstieg in die Kybernetik In den letzten beiden Artikeln habe ich erl&#228;utert, was komplexe Systeme sind und welche Eigenschaften sie haben. In diesem Artikel m&#246;chte ich in die Kybernetik einsteigen und erl&#228;utern, welche Eigenschaften ein komplexes System aufweisen muss, damit es selbstorganisierend sein kann. Diese Eigenschaften sind in den Systemen in der Natur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein kleiner Einstieg in die Kybernetik</strong></p>
<p>In den letzten beiden Artikeln habe ich erl&#228;utert, was komplexe Systeme sind und welche Eigenschaften sie haben. In diesem Artikel m&#246;chte ich in die Kybernetik einsteigen und erl&#228;utern, welche Eigenschaften ein komplexes System aufweisen muss, damit es selbstorganisierend sein kann. Diese Eigenschaften sind in den Systemen in der Natur bereits seit Jahrmillionen in praktischer Anwendung.</p>
<p>In einem ersten Schritt m&#246;chte ich aber zuerst einmal den Begriff der Kybernetik erkl&#228;ren:</p>
<p>Die Kybernetik erforscht und beschreibt hierbei die grundlegenden Konzepte zur Steuerung und Regulation von Systemen, unabh&#228;ngig von ihrer Herkunft.<br />
[Quelle:  Wikipedia]</p>
<p><strong>Die acht goldenen Regeln der Kybernetik</strong></p>
<p>Die Kybernetik hat acht Regeln beschrieben, die f&#252;r ein selbstorganisierendes komplexes System notwenig sind.</p>
<ol>
<li><strong>Negative R&#252;ckkopplung muss &#252;ber positive R&#252;ckkopplung dominieren.</strong><br />
Die positive R&#252;ckkopplung ist selbstverst&#228;rkend und beschleunigt die Vorg&#228;nge, die negative R&#252;ckkopplung verhindert, dass sich die Selbstverst&#228;rkung bis zur Zerst&#246;rung aufschaukelt. Ein Mensch in der Steinzeit konnte kein &#220;bergewicht haben, weil er sonst zu fett gewesen w&#228;re, um seine Beute zu Jagen. Das ist ein Beispiel von der Dominanz der negativen R&#252;ckkopplung.</li>
<li><strong>Das System muss von quantitativen Wachstum unabh&#228;ngig sein.</strong><br />
Ein System, dass seine optimale Gr&#246;&#223;e erreicht hat, muss aufh&#246;ren k&#246;nnen zu wachsen, ohne dass dabei seine Funktion gef&#228;hrdet ist. Der Menschliche K&#246;rper zum Beispiel h&#246;rt irgendwann auf zu wachsen und funktioniert trotzdem &#8211; ein Jahrmillionen altes und bew&#228;hrtes Konzept. Unser Wirtschaftssystem hingegen muss exponentiell wachsen, um die exponentiell wachsende Zinsanspr&#252;che der Summe aller Verm&#246;gen erf&#252;llen zu k&#246;nnen. Wachstumsstillstand bedeutet hier den Zusammenbruch. (Anmerkung: Dieser Sachverhalt ist als der <a href="http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/gloetzl/gloetz.htm" target="_blank">2. Hauptsatz der Volkswirtschaftslehre</a> lange bekannt und Stand des Wissens)</li>
<li><strong>Das System muss funktionsorientiert und nicht produktorientiert arbeiten.</strong><br />
Nehmen wir als Beispiel die Funktion der Fortbewegung in unserer Gesellschaft. Die Funkton der Fortbewegung bestand immer wird immer bestehen. Das Produkt, also das Fortbewegungsmittel muss aber immer offen und flexibel bleiben. Es gibt F&#228;lle, da ist die Fortbewegung mit dem Auto oder dem Fahrrad sinnvoll, in einem anderen Fall ist auch das Gehen zu Fu&#223; zu bevorzugen. Sich nur auf das Auto zu fixieren, w&#252;rde eine Gesellschaft ihrer Funktionsf&#228;higkeit berauben.</li>
<li><strong>Vorhandene Kr&#228;fte werden genutzt</strong><br />
Die Kondoren in den Anden S&#252;damerikas zum Beispiel warten geduldig auf die Aufwinde, die bei Sonnenaufgang einsetzen. Erst, wenn die Aufwinde einsetzen, breiten die Kondoren ihre Fl&#252;gel aus und lassen sich energiesparend in die H&#246;he tragen.</li>
<li><strong>Produkte und Funktionen werden mehrfach genutzt</strong><br />
Unsere H&#228;nde zum Beispiel sind ein Vorbild der Mehrfachnutzung einer Funktion, ihre T&#228;tigkeiten sind &#228;u&#223;erst vielf&#228;ltig.</li>
<li><strong>Die Stoffkreisl&#228;ufe sind geschlossen</strong><br />
Das Wasser auf unserer Erde ist das gleiche Wasser, dass bereits die Dinosaurier getrunken haben. Die Atome, aus denen wir bestehen, sind die gleichen, aus denen schon die Dinosaurier bestanden haben. Wir Menschen vergessen das und haben unsere Technologie so aufgebaut, dass wir Rohstoffe aus der Erde entnehmen, um sie dann zum Schluss als &#8220;M&#252;ll&#8221; in M&#252;lldeponien einzugraben, damit wir uns nicht an ihnen vergiften.</li>
<li><strong>Die Verschiedenartigkeit von Systemen wird durch Kopplung und Austausch genutzt</strong>.<br />
Alles, was an Nebenprodukten einer Lebensform anf&#228;llt, wird von einer anderen Lebensform genutzt. Die Lebensformen sind dabei so verschiedenartig, dass sie die Nebenprodukte anderer Lebensformen nutzen k&#246;nnen. Das f&#252;hrt dazu, dass Stoffe auf kleinstem Raum ohne lange Transportwege, direkt und energiesparend ausgetauscht werden k&#246;nnen.</li>
<li><strong>Produkte, Verfahren und Organisation entwickeln sich durch R&#252;ckkopplung</strong><br />
Das Prinzip der Evolution, schafft es, durch Versuch und Irrtum die komplexesten Lebensformen zu entwickeln. (Hier eine kleine Anmerkung meinerseits: Solltet Ihr einmal ein Maschinenteil mit 20 Variablen optimieren m&#252;ssen, dann programmiert Euch einen Evolutionsalgorithmus. Ihr werdet Euch wundern, wie schnell der durch zuf&#228;llige gleichzeitige Mutation aller Variablen zu einer optimalen L&#246;sung f&#252;hrt. Man muss das gesehen haben, sonst glaubt man das nicht&#8230; )</li>
</ol>
<p>Jeder kann sich mal &#252;berlegen, wie wir Menschen jeden Tag gegen all diese Regeln versto&#223;en. Da wird schnell offensichtlich, warum die meisten Menschen gegen&#252;ber den Problemen unserer Zeit v&#246;llig ratlos gegen&#252;berstehen. Man braucht sich nur unsere &#8220;Elite&#8221; in Politik und Wirtschaft anschauen &#8211; &#252;berforderte, traurige Gestalten, die einem nur leid tun k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Ein sch&#246;nes Zitat zum Schluss</strong></p>
<p>&#8220;Ich will damit deutlich machen, dass wir in unserer komplexen Welt heute kein Problem &#8230; mehr angehen sollten, ohne zuvor eine eingehende Folgenabsch&#228;tzung durchgef&#252;hrt zu haben. &#8230; Wie im voranstehenden Kapitel betont bedeutet das vor allem, das System, in dem das Problem auftritt, zu untersuchen und nicht nur das Problem selbst.&#8221;</p>
<p>[Vester, Frederik: Die Kunst vernetzt zu denken. DTV-Verlag. M&#252;nchen, 2002. Seite 110]</p>
<p>Wie die Systemanalyse durchgef&#252;hrt werden kann, das folgt im n&#228;chsten Blogbeitrag zu diesem Thema ;)</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nuevalandia.net/archives/246/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

