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	<title>Nuevalandia</title>
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	<description>Eine Reise von Altland nach Neuland</description>
	<lastBuildDate>Thu, 15 Dec 2011 12:17:18 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Weg mit dem ganzen Ballast</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 12:16:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>viajero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausblicke auf Neuland]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft & Geld]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein netter Artikel aus der Zeit: http://www.zeit.de/2011/50/Kapitalismus-Wirtschaftskreislauf Kapitalismus Weg mit dem ganzen Ballast                       11.12.11 Wie Menschen in Deutschland versuchen, sich aus dem gro&#223;en kapitalistischen Wirtschaftskreislauf zu befreien.                          © Rainer Jensen/dpa In Neunkirchen im Hunsr&#252;ck hat der Kampf gegen den Kapitalismus ein erstes Opfer gefordert. Es ist eine Stra&#223;enlaterne. Sie steht in der Mitte des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein netter Artikel aus der Zeit:<a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=http%3A%2F%2Fwww.zeit.de%2F2011%2F50%2FKapitalismus-Wirtschaftskreislauf" target="_blank"> http://www.zeit.de/2011/50/Kapitalismus-Wirtschaftskreislauf</a></p>
<p>Kapitalismus</p>
<p><strong>Weg mit dem ganzen Ballast                       11.12.11</strong></p>
<p>Wie Menschen in Deutschland versuchen, sich aus dem gro&#223;en kapitalistischen Wirtschaftskreislauf zu befreien.                          © Rainer Jensen/dpa</p>
<p>In Neunkirchen im Hunsr&#252;ck hat der Kampf gegen den Kapitalismus ein erstes Opfer gefordert. Es ist eine Stra&#223;enlaterne. Sie steht in der Mitte des kleinen Dorfes, nicht weit vom Haus des B&#252;rgermeisters. Seit 15 Jahren steht sie dort. Jetzt steht sie schief. Der Konflikt mit dem System begann vor einem Jahr, als die Neunkirchner den Strom f&#252;r die Stra&#223;enbeleuchtung nicht l&#228;nger vom Energieriesen RWE beziehen wollten. Sie wollten ihn selbst herstellen, das halbe Dorf hat Solaranlagen auf dem Dach.</p>
<p>So einfach sei der Ausstieg nicht, lie&#223; RWE wissen. Schlie&#223;lich geh&#246;rten die Laternen dem Konzern. Dann werde man von nun an Miete verlangen, antwortete der B&#252;rgermeister. Schlie&#223;lich st&#252;nden die Laternen auf dem Grund und Boden von Neunkirchen. Es entbrannte ein ergebnisloser Streit um Paragrafen und Bestimmungen. Dann, vor sechs Wochen, knallte ein Auto gegen die Laterne. Seitdem steht sie schief. Solange nicht klar ist, wer ihr Eigent&#252;mer ist, wird das wohl so bleiben und allen vor Augen f&#252;hren, was passieren kann, wenn sich der B&#252;rgermeister eines kleinen Dorfes gegen den Kapitalismus stellt.</p>
<p>Der B&#252;rgermeister ist der 65 Jahre alte Richard Pestemer. Von seinem Holztisch mit Blick auf den eigenen Gem&#252;segarten schreibt er Protestbriefe an RWE, im Briefkopf das Ortswappen mit zwei H&#228;mmern, in seinem R&#252;cken das Regal mit Werken von Marx, Mao und Laotse. Neben den B&#252;chern steht ein Foto des jungen Pestemer. Mit langem Bart und langen Haaren schaut er dem alten, jetzt kurzhaarigen B&#252;rgermeister dabei zu, wie er den Widerstand organisiert.<br />
Pestemer schien nicht recht in dieses Dorf zu passen, als er vor 20 Jahren auf der Suche nach l&#228;ndlicher Idylle mit seiner Frau hierherzog. Im Hunsr&#252;ck w&#228;hlte man CDU, Pestemer aber war in K&#246;ln bei den Gr&#252;nen gewesen, bald sprach er davon, die Neunkirchner sollten doch den Wald hinter dem Dorf wieder selbst bewirtschaften, sie sollten Gem&#252;se anbauen. Mit solchen Reden wird man schnell zum Au&#223;enseiter in einem Dorf mit nur 159 Einwohnern. Pestemer wurde kein Au&#223;enseiter, er wurde B&#252;rgermeister, den Leuten gef&#228;llt, was »der Richie« sagt. Vor zwei Jahren haben sie ihn wiedergew&#228;hlt.</p>
<p>»Alle klagen doch &#252;ber den Kasinokapitalismus mit seinem Profitwahn«, sagt Richard Pestemer. Aber was ist die Alternative? Der Sozialismus ist gescheitert, ein anderes gro&#223;es Gegenmodell hat niemand parat. Daf&#252;r bewegt sich etwas im Kleinen. An den unterschiedlichsten Orten in Deutschland versuchen Menschen, abseits des Systems zu leben. Mit weniger Markt, weniger Wirtschaftswachstum, manchmal auch mit weniger Geld. Aber wie sieht es aus, ein solches Leben?</p>
<p>Diese Frage steht am Anfang einer Reise, die bei Richard Pestemer beginnt. Sie wird weiterf&#252;hren nach Berlin, wo es Gesch&#228;fte gibt, in denen man Waren erstehen kann, ohne daf&#252;r bezahlen zu m&#252;ssen. Ein Wirtschaftsprofessor wird unterwegs auftauchen, der aus &#220;berzeugung nicht Auto f&#228;hrt und nur selten in Z&#252;ge steigt. Er wird einem ein schlechtes Gewissen mit auf den Weg geben zur letzten Station, die im Alpenvorland liegt, in der oberbayerischen Provinz, wo ein ehemaliger Lehrer eine neue Art von Geld erfunden hat.</p>
<p>Am Anfang aber, im S&#252;dwesten des Hunsr&#252;ck, wo nur dreimal am Tag ein Bus aus Trier vorbeikommt, blickt man hinab in ein tiefes Tal, in dem an diesem Herbstmorgen noch die Wolken h&#228;ngen. Dort unten wohnt Richard Pestemer. Eine unebene Stra&#223;e ohne Mittelstreifen f&#252;hrt nach Neunkirchen hinein, alte Bauernh&#246;fe stehen neben roten Holzh&#228;usern, wie man sie sonst in Schweden oder Norwegen sieht.</p>
<p>Pestemer ist hier seit sieben Jahren parteiloser, ehrenamtlicher B&#252;rgermeister. Fr&#252;her war er Dolmetscher f&#252;r Japanisch. Mittlerweile ist er in Rente. Pestemer sagt, er suche seit fast f&#252;nfzig Jahren nach einer Alternative zum Kapitalismus. Ausgerechnet hier, in diesem Dorf, in dem es kein DSL und keinen Handyempfang gibt, scheint er sie gefunden zu haben</p>
<p>Pestemer steht in der K&#252;che und kocht Mittagessen. Ofenkartoffeln und Salat aus dem eigenen Garten. Vor dem Fenster breiten sich die Gem&#252;sefelder der Nachbarn aus, noch Anfang Dezember wachsen dort Lauch und Kohl. Pestemer hat drei H&#252;hner und ein Schwein, das bei einem Nachbarn im Stall steht. »Nach der Energiewende kommt die Nahrungsmittelwende«, sagt er voraus.</p>
<p>Weniger Kapitalismus – f&#252;r Richard Pestemer bedeutet das ganz einfach: weniger kaufen, mehr selbst machen. Selbstversorgerstrukturen seien auch in den St&#228;dten m&#246;glich, glaubt er. Pestemer spricht von der »solarangetriebenen, nachhaltigen Regionalgesellschaft«, einem regionalen Kreislaufsystem aus Produktion und Konsum. Erst vor Kurzem hat er einen Vortrag an der Uni Trier dar&#252;ber gehalten.</p>
<p>Hinterm Dorf beginnt der Wald. Auf den Lichtungen sprie&#223;en Buchensetzlinge zwischen achtzig Jahre alten Fichten. Fr&#252;her war der Wald Teil des Forstzweckverbandes, in dem mehrere Gemeindew&#228;lder der Region verwaltet wurden. Damals machte man mit dem Wald noch Verlust. Seitdem die Gemeinde ihn wieder selbst bewirtschaftet, erzielt sie daraus Gewinn. Mitunter ist auch eine Wirtschaftsform rentabel, der es nicht zuerst um dem Profit geht.</p>
<p>Ein Arbeitsplatz f&#252;r die F&#246;rsterin Anne Koch wurde geschaffen. Die Bewohner holen ihr Brennholz jetzt aus dem eigenen Wald. Seitdem Pestemer nicht mehr mit &#214;l, sondern mit Holz heizt, sind seine Energiekosten auf ein Drittel gesunken. Er ist unabh&#228;ngig vom knappen Rohstoff &#214;l, und au&#223;erdem ist Holz nachhaltig: Es wird nur so viel aus dem Wald geholt, wie auch wieder nachwachsen kann.</p>
<p>Pestemer hat vor langer Zeit ein Buch gelesen, das jetzt wieder aktuell ist. Vor fast 40 Jahren schrieb der aus Deutschland stammende, britische &#214;konom Ernst Friedrich Schumacher den Bestseller Small is beautiful. Er passt hervorragend zu Pestemers Versuch der Regionalisierung. Schumacher kritisiert in seinem Buch die Verg&#246;tterung des Gigantismus. Unendliches Wachstum, angetrieben von endlichen Ressourcen, das k&#246;nne auf Dauer nicht funktionieren. Schumacher war vor den Nazis nach Gro&#223;britannien geflohen, wo er nach dem Krieg die Regierung beriet. In seinem Buch pl&#228;diert er f&#252;r eine Philosophie der Gen&#252;gsamkeit, weil Wirtschaftswachstum nicht automatisch gut ist und »gr&#246;&#223;er« nicht »besser«. Konsum sei kein Selbstzweck, echter Wohlstand nicht an der H&#246;he des Bruttosozialproduktes messbar.</p>
<p>In Neunkirchen schneiden die Leute heute selbst die Friedhofshecke, anstatt Unternehmen zu beauftragen. Sie kehren selbst die Stra&#223;en. Das spart Geld und f&#246;rdert den Gemeinsinn. Nur dem Land Rheinland-Pfalz ist dieses Klein-Klein ein Dorn im Auge. Die Kommunalverwaltungsreform k&#246;nnte f&#252;r Neunkirchen bedeuten, dass es bald einer gr&#246;&#223;eren Einheitsgemeinde zugeschlagen wird. Dann w&#228;re die Selbstverwaltung des Dorfes dahin. Deshalb k&#228;mpft Richard Pestemer jetzt nicht nur gegen RWE, er schreibt auch w&#252;tende Briefe an die Landesregierung in Mainz.</p>
<p>Man muss nicht unbedingt aufs Land fahren, um in Deutschland kleine Inseln zu finden, die sich dem Kapitalismus widersetzen. In fast allen Gro&#223;st&#228;dten haben sich Umsonstl&#228;den gegr&#252;ndet, Gesch&#228;fte, in deren Regalen Waren liegen, die irgendjemand einmal irgendwo gekauft hat und dann irgendwann nicht mehr brauchte. Kunden, die in diese L&#228;den gehen, k&#246;nnen sich gratis bedienen. Hier wird Handel ohne Geld betrieben, praktische Kapitalismuskritik.</p>
<p>Robert Podzuweit wei&#223; noch, wie er sich wunderte, als er vor sieben Jahren vom ersten Berliner Umsonstladen h&#246;rte. Podzuweit hat ein paar Semster Betriebswirtschaftslehre studiert, er sagt, er kenne die Gesetze der &#214;konomie. Warum sollten Menschen Dinge, die sie nicht mehr brauchen, extra in einen Laden bringen, wenn sie davon keinen Nutzen haben? Er sah sich dieses Umsonstgesch&#228;ft an und war begeistert, dass eine Unternehmung, die gegen alle &#246;konomischen Gesetzm&#228;&#223;igkeiten verst&#246;&#223;t, funktioniert.</p>
<p>In Berlin-Friedrichshain gr&#252;ndete er vor f&#252;nf Jahren dann mit einer Gruppe anderer Leute den »Schenkladen Systemfehler«. Er ist jeden Tag ein paar Stunden ge&#246;ffnet. Robert Podzuweit, der eine kleine Druckerei betreibt, hat heute Abenddienst – unentgeltlich, versteht sich. Offenbar muss man erst einmal ehrenamtlich arbeiten, um einen Ausweg aus dem Kapitalismus zu finden.</p>
<p>Im Schenkladen h&#228;ngt ein Geruch wie in allen Secondhandl&#228;den, nach gebrauchten Kleidern und PVC. Es stehen B&#252;cher im Regal, Geschirr, Gl&#228;ser, Computer. Dinge, die sauber sind und nicht kaputt und von denen die Ladenbetreiber glauben, dass sie ein anderer wieder mitnehmen wird. Ein paar Dutzend Umsonstl&#228;den gibt es mittlerweile in Deutschland. »Wir nennen unseren Laden Schenkladen, weil das Wort umsonst auch eine negative Konnotation hat«, sagt Podzuweit. Systemfehler ist kein Tauschladen, man muss nichts bringen, um etwas mitnehmen zu d&#252;rfen. Die Regale sind trotzdem voll. Ein junges Paar mit kleiner Tochter st&#246;bert in den Kleidern. Ein Mann kommt herein, er bringt zwei Laptops vorbei, erst wenige Jahre alt. Er hat jetzt einen neuen Computer, die alten braucht er nicht mehr.<br />
Robert Podzuweit st&#246;rt es nicht, seinen Feierabend im Laden zu verbringen. »Ich darf hier ja auch Sachen mitnehmen, dadurch brauche ich weniger Geld und bin unabh&#228;ngig«, sagt er. Im Kapitalismus bedeutet Unabh&#228;ngigkeit, so viel Geld zu haben, dass man nicht dar&#252;ber nachdenken muss, wof&#252;r man es ausgibt. F&#252;r Podzuweit bedeutet Freiheit, ohne Gelddruck zu leben. Nicht dass Podzuweit ein Systemfeind w&#228;re, er ist SPD-Mitglied und sieht sehr b&#252;rgerlich aus mit seinen zur&#252;ckgek&#228;mmten Haaren, blauem Hemd und beiger Hose. Aber seiner Meinung nach denkt seine Partei zu wenig &#252;ber den Systemwandel nach, der dringend notwendig w&#228;re. »Indem man das, was im &#220;berfluss existiert, umverteilt, muss weniger produziert werden. Die Nachfrage sinkt, und das ist ein Angriff auf den Kapitalismus.«</p>
<p>Ganz ohne Geld aber funktioniert der Angriff auf den Kapitalismus nicht. Der Laden kostet Miete. Das Projekt kann nur &#252;berleben, weil es Spender gibt und Paten, die es unterst&#252;tzen. Solidarische &#214;konomie nennt man das im Schenkladen.</p>
<p>Postwachstums&#246;konomie sagt Niko Paech dazu. Paech lehrt an der Uni Oldenburg, er ist der vielleicht ungew&#246;hnlichste Wirtschaftsprofessor in Deutschland. Denn in einem waren sich Marxisten und Neoliberale, linke und rechte &#214;konomen immer einig: dass Wachstum etwas Gutes ist, dass es in der Wirtschaft stets darum gehen sollte, m&#246;glichst viel Geld zu verdienen.</p>
<p>Paech geht es nicht nur darum, anders zu wirtschaften, sondern vor allem darum, anders zu leben. Nur zwanzig Stunden in der Woche zu arbeiten, zum Beispiel. Mehr Freizeit, um den Kapitalismus zu &#252;berwinden, das klingt nach einem interessanten Konzept.</p>
<p>Niko Paech ist nicht leicht zu sprechen. Ein Handy besitzt er aus &#220;berzeugung nicht – f&#252;r ihn ist das Wohlstandsschrott. Man muss versuchen, ihn im B&#252;ro zu erreichen, wo er aber nur Teilzeit arbeitet. Auch seine E-Mails liest er selten. Hat man ihn dann am Apparat, erz&#228;hlt er von einer Kollegin, die ihn neulich &#252;berreden wollte, zu einer Konferenz nach Indien zu reisen. Auch die Inder h&#228;tten ein Recht darauf, von der Postwachstums&#246;konomie zu erfahren, meinte sie. Paech aber sagt, er wolle nicht Teil der »hoch dotierten Klimaschutzschickeria« sein, »die im Namen der guten Sache genauso pausen- wie wirkungslos von Kontinent zu Kontinent jettet«.</p>
<p>Fast alle wissen heute, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen &#246;kologischen Sch&#228;den und menschlichem Wohlstand. Nicht viele aber stellen deshalb ihr Leben so konsequent um wie Niko Paech. Er hat nicht nur kein Handy, er steigt auch in kein Auto, fliegt nicht, schr&#228;nkt Bahnreisen auf ein Minimum ein und teilt sich einen alten Laptop mit einem Kollegen. Paech sieht das alles nicht als Verzicht, sondern als »Befreiung von Wohlstandsballast und Wiedererlangung von Souver&#228;nit&#228;t«. In reichen L&#228;ndern wie Deutschland f&#252;hre noch mehr materieller Wohlstand l&#228;ngst nicht mehr dazu, dass die Menschen gl&#252;cklicher w&#252;rden.</p>
<p>Paech hat das Ideal des Prosumenten entwickelt: eines Menschen, der zwar noch Geld verdient und konsumiert, aber eben auch produziert. Paech selbst nutzt seine freie Zeit, um Brot zu backen oder an seinem Fahrrad herumzuschrauben. Braucht er neues Werkzeug, versucht er zuerst, es durch Tauschhandel mit seinen Freunden und Nachbarn zu bekommen. »Suffizienz und urbane Selbstversorgung« nennt er das im Wissenschaftsjargon. So f&#252;hrt der &#214;konomieprofessor ein Leben, das mit der Marktwirtschaft nur noch am Rande zu tun hat. Paech wei&#223;, dass er mit seinem Konzept nur wenige begeistern kann. Aber er glaubt, dass die Leute irgendwann nicht mehr anders k&#246;nnen, als so zu leben. Mit seinen Ideen hat er es im wachsenden Kreis der Wachstumskritiker zu einiger Prominenz gebracht. B&#252;rgermeister Richard Pestemer beruft sich auf ihn, auch Christian Gelleri, der Gelderfinder, ist begeistert von Paechs Ideen. Zu ihm f&#252;hrt die letzte Etappe dieser Reise.</p>
<p>In der oberbayerischen Stadt Rosenheim, eine halbe Zugstunde von M&#252;nchen entfernt, hat der fr&#252;here Waldorflehrer Christian Gelleri im Kleinen etwas entwickelt, von dem er glaubt, dass es eine Antwort auf die gro&#223;e Euro-Krise sein k&#246;nnte: eine andere Art des Geldes. Gelleri ist der Erfinder des Chiemgauers, einer W&#228;hrung, die nur im Chiemgau gilt. Dort ist sie zum zweiten Zahlungsmittel neben dem Euro geworden. Mehr als 600 Gesch&#228;fte und Unternehmen akzeptieren den Chiemgauer inzwischen. Die Leute benutzen das neue Geld l&#228;ngst wie das alte. Sie kaufen Semmeln, Gem&#252;se, Fernseher. Und verkleinern dabei den Kapitalismus.<br />
Alles begann im Jahr 2002 mit einem Unterrichtsprojekt. Gelleri war damals noch Wirtschaftslehrer an der Waldorfschule in Prien am Chiemsee. Gemeinsam mit seinen Sch&#252;lern entwickelte er die Idee des neuen Geldes. Eine Idee, die eigentlich sehr alt ist.</p>
<p>Als das Geld vor Tausenden von Jahren erfunden wurde, da war es ein Tauschmittel, nichts weiter. Die Leute benutzten es, weil es l&#228;stig war, Ziegen gegen Weizen zu tauschen oder K&#252;he gegen Hosen. Heute aber dient das Geld l&#228;ngst nicht mehr nur dazu, Waren auszutauschen. Es wird gehortet, gelangt an die B&#246;rsen, bl&#228;st Spekulationsblasen auf, verwandelt sich in Zinsen und Schulden und rei&#223;t die halbe Welt in die Krise. Damit das Geld keinen Schaden mehr anrichtet, muss es zum reinen Tauschmittel werden. Die Leute sollen nicht damit spekulieren, sie sollen es ausgeben. Das Geld soll in Umlauf bleiben, statt an die Finanzm&#228;rkte zu flie&#223;en. Das ist die Grundidee des Chiemgauers.</p>
<p>Ein Chiemgauer ist einen Euro wert. Aber nicht sehr lange. Jeder Schein der regionalen W&#228;hrung beh&#228;lt seinen aufgedruckten Wert nur drei Monate. Wer ihn dann immer noch im Geldbeutel hat, muss eine Marke kaufen und auf den Schein kleben. So verliert das Geld mit der Zeit seinen Wert. Au&#223;er man gibt es aus.</p>
<p>Ein schlechtes Gesch&#228;ft, m&#246;chte man meinen. Aber die Leute im Chiemgau sehen das anders. Die Ladenbesitzer m&#246;gen das neue Geld, weil der Chiemgauer die Kunden an sie bindet. Die Kunden m&#246;gen ihn, weil sie damit die regionale Wirtschaft f&#246;rdern. Und wenn ein Unternehmer die Chiemgauer in Euro zur&#252;cktauscht, flie&#223;en drei Prozent des Umsatzes an gemeinn&#252;tzige Vereine. Der Chiemgauer ist rot, gelb, blau. Die Scheine sehen aus wie Spielgeld und f&#252;hlen sich an wie bedrucktes Papier. Wertlos. Auch das ist Absicht. Die Leute sollen gar nicht erst eine emotionale Bindung zu dem neuen Geld aufbauen.</p>
<p>Vor sechs Jahren gab Christian Gelleri seinen sicheren Job als Lehrer auf. Heute ist er Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft, die den Chiemgauer herstellt und in Umlauf bringt. Etwas abgehetzt st&#252;rmt er ins B&#252;ro im Industriegebiet von Rosenheim, die Gesellschafterversammlung am Vorabend war turbulent. Es ging um die Frage, wie schnell die W&#228;hrung wachsen soll. 550.000 Chiemgauer sind im Umlauf. Demn&#228;chst wird ein dritter Mitarbeiter eingestellt, neue Investitionen w&#228;ren m&#246;glich. Gelleri geh&#246;rt zur Gruppe derer, die ein langsames Wachstum wollen, ein »organisches«, sagt er.</p>
<p>Reich wird er nicht mit seiner neuen Arbeit. Er bekommt nur ein symbolisches Gehalt, verdient sich etwas mit Tagungen und Vortr&#228;gen dazu. Er nennt es das »Prinzip Selbstausbeutung«.</p>
<p>Gelleri glaubt, eine Regionalw&#228;hrung k&#246;nnte auch in Krisenl&#228;ndern wie Griechenland funktionieren. Die Griechen k&#246;nnten damit ihre Binnenwirtschaft st&#228;rken, k&#246;nnten verhindern, dass das Geld ins Ausland abflie&#223;t. »Was hat man denn zu verlieren? Wenn alles so weitergeht wie bisher, fliegt Griechenland aus dem Euro«, sagt Gelleri.</p>
<p>L&#228;ngst ist er nicht mehr der Einzige, der glaubt, das Geldsystem m&#252;sse von Grund auf &#252;berdacht werden. Im Gegenteil, Christian Gelleri ist gerade viel gefragt. K&#252;rzlich war er in der Talkshow Beckmann in der ARD eingeladen, wenig sp&#228;ter diskutierte er auf einer Tagung &#252;ber ein nationales Parallelgeld f&#252;r Griechenland. Selbst die britische Zeitung The Guardian hat schon &#252;ber ihn berichtet.</p>
<p>Es d&#252;rfte schwierig sein, mit dem Chiemgauer Kapitalrenditen von 25 Prozent zu erzielen. Eine W&#228;hrung, die st&#228;ndig an Wert verliert, bringt keine Zinsen. Aber auch keine Krisen. Letztlich, sagt Gelleri, geht es darum, ob man ein System, das auf Risiko setzt, eintauschen will gegen eines, das auf Stabilit&#228;t baut. Das ist auch eine Mentalit&#228;tsfrage. Gelleri findet, es ist Zeit, zufrieden zu sein mit dem, was man hat, auch wenn es nicht so viel ist. Vielleicht stehen in den Tagen der Finanzkrise die Aktien gar nicht schlecht f&#252;r diese Sichtweise.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Internetzensur</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 17:11:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michey</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bewußtes Handeln]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Internet Als ich heute mal wieder einen Bericht &#252;ber Politiker gelesen hatte, die schon wieder die Zensur des Internets fordern, ist mir das erste mal aufgefallen, wie absolut schwachsinnig eine solche Forderung &#252;berhaupt ist. Die Frage, ob das Internet ein rechtsfreier Raum sei, oder ob man das Internet kontrollieren m&#252;sse, macht genau so viel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Internet</strong></p>
<p>Als ich heute mal wieder einen Bericht &#252;ber Politiker gelesen hatte, die schon wieder die Zensur des Internets fordern, ist mir das erste mal aufgefallen, wie absolut schwachsinnig eine solche Forderung &#252;berhaupt ist. Die Frage, ob das Internet ein rechtsfreier Raum sei, oder ob man das Internet kontrollieren m&#252;sse, macht genau so viel Sinn wie die die Beantwortung der Frage, ob es gef&#228;hrlich ist, wenn jemand Luft so an den Stra&#223;enrand einer engen Stra&#223;e stellt, dass die Autos nicht mehr vorbei kommen. Ich pers&#246;nlich bin sowieso der Meinung, dass Luft immer aufrecht neben den Hauseingang im Innenhof von Geb&#228;uden abgestellt werden sollte und nichts auf den &#246;ffentlichen Stra&#223;en zu suchen hat. Wie auch immer &#8230; Zun&#228;chst einmal m&#246;chte ich beschreiben, was das Internet &#252;berhaupt ist.</p>
<p>Grunds&#228;tzlich funktioniert das Internet so, dass man zwischen zwei Computern ein Stromkabel verlegt und dann Dateien von einem Computer auf den anderen &#252;bertr&#228;gt. In meinem B&#252;ro zum Beispiel stecke ich ein Netzwerkkabel zwischen meinen Arbeitsrechner und meinen Messrechner und kann so irgendwelche Messwerte vom Messrechner auf meinen Arbeitsrechner &#252;bertragen. Das gleiche kann ich auch &#252;ber die Telefonleitung machen, wenn mein Messrechner in einer anderen Stadt steht. Ich muss nur die &#8220;Telefonnummer&#8221; des anderen Rechners kennen und los geht&#8217;s. Diesen technische Vorgang nennt man Internet. Damit wir uns keine Telefonnummern merken m&#252;ssen gibt es Rechner, auf denen die Telefonnummern vieler Rechner in einem Telefonbuch gespeichert sind. Wenn ich zum Beispiel &#8220;www.nuevalandia.net&#8221; in meinen Browser eingebe, so ruft mein Rechner beim Telefonbuchrechner an und holt sich dort die Telefonnummer von &#8220;www.nuevalandia.net&#8221;. Dann ruft mein Rechner bei &#8220;www.nuevalandia.net&#8221; an und dann werden Daten zwischen &#8221;www.nuevalandia.net&#8221; und meinem Rechner &#252;bertragen. Wenn ich die Telefonnummer &#8220;www.nuevalandia.net&#8221; kenne, dann kann ich diese auch direkt in meinen Browser eingeben und brauche den Telefonbuchrechner nicht. Dann gebe ich nicht  &#8221;www.nuevalandia.net&#8221; in meinen Browser ein sondern eine Zahl, die auch IP-Adresse genannt wird. Es ist sogar m&#246;glich echte Telefonverbindungen zwischen zwei Rechnern herzustellen und dar&#252;ber Daten &#252;bertragen, so wie es in den Anfangstagen des Internets &#252;blich war.</p>
<p><strong>Kontrolle des Internets &#8211; Die Ablenkung vom Wesentlichen<br />
</strong></p>
<p>Das Internet zu kontrollieren hei&#223;t zu kontrollieren, ob jemand Daten &#252;ber ein Kabel oder Funksignale von einem Rechner auf einen anderen &#252;bertr&#228;gt. Wie soll den das funktionieren, ohne dass man das gesamte Telefonnetz au&#223;er Betrieb nimmt und alle noch so kurzen Stromkabel sowie auch alle Funkger&#228;te vernichtet?</p>
<p>Das Internet zu kontrollieren hei&#223;t zu kontrollieren, welche Dateien jeder Mensch auf seinem Computer hat, denn alle unsere Rechner, die an ein Datenkabel angeschlossen sind, <em>sind</em> das Internet. Das Internet zu kontrollieren hei&#223;t jeden einzelnen Computer Datei f&#252;r Datei zu durchsuchen und jede &#196;nderung jeder Datei auf jedem Computer zu kontrollieren. Es gibt sogar Kaffemaschinen, die in der Lage sind, mit dem hausinternen Server zu kommunizieren, um sich mit dem Wecker abzustimmen, damit der Kaffee im entfernt gelegenen B&#252;ro rechtzeitig fertig ist, wenn der Unternehmer morgens zur Arbeit kommt. Auch hier werden Daten von einem Rechner auf einen anderen &#252;bertragen. Diese Dinger sind obendrein mit einem Notebook noch frei programmierbar, so dass sie auch Rechenaufgaben l&#246;sen k&#246;nnten oder die Einkaufsliste im Server erg&#228;nzen. Will man auch das kontrollieren? Was bitte sch&#246;n soll den das werden? Unter welchem &#196;ngsten und Psychosen m&#252;ssen Leute leiden, die immer und immer wieder Kontrolle fordern? Oder liegt es eher daran, dass diese Leute keine Ahnung haben, was das Internet eigentlich ist und dass sich ihr technisches Verst&#228;ndnis noch im fr&#252;hen 20 Jahrhundert befindet? Allen, die das Internet kontrollieren wollen sei gesagt: Vergesst es ! Besch&#228;ftigt Euch mit der Technik des 21. Jahrhunderts. Das wird Euch die Angst vor der Technik nehmen.</p>
<p>&#220;brigens: Als es noch keine Computer gab hat auch kein vern&#252;nftiger Mensch davor Angst gehabt, was im Tagebuch anderer Menschen steht. Das Tagebuch anderer Menschen zu lesen war fr&#252;her sogar ein Grund, sich zu sch&#228;men.</p>
<p><strong>Das Internet als Raum &#8211; so ein Unsinn<br />
</strong></p>
<p>Wenn ich als Kind im Fernsehen die Muppet-Show etwas gruselig fand, haben meine Eltern immer zu mir gesagt, dass das, was ich im Fernsehen sehe, nur ein Film ist. Heute finde ich sogar Zombie-Filme lustig weil ich wei&#223;, dass das alles nur ein Film ist. Ich glaube nicht alles, was ich auf einem Bildschirm sehe.  Zu sagen, das Internet sei ein Raum, in dem sich  Leute treffen, ist f&#252;r mich eine unsinnige Aussage. Das Internet ist &#252;berhaupt kein Raum. Das einzige was stattfindet ist, das real existierende Menschen Nachrichten und Dateien miteinander austauschen, die sich auf den Festplatten und Arbeitsspeichern ihrer Computer befinden. Das ist das was wirklich real ist. Was Menschen tun, das ist real. Zu allen, die das Internet kontrollieren wollen, weil sie das, was sie auf ihrem Bildschirm sehen nicht verstehen, kann ich nur sagen:</p>
<p>&#8220;Es ist alles nur ein nur ein Film, Ihr m&#252;sst keine Angst haben und nicht alles glauben, was auf Eurem Bildschirm steht.&#8221;</p>
<p>Diejenigen, die das Internet als das sehen was es ist, werden von den M&#246;glichkeiten des freien Datenaustausches und des Zugangs zu Wissen profitieren, denn freies Wissen hilft, sich frei weiter entwickeln zu k&#246;nnen.</p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
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		<title>Finanzkrise: Pest oder Cholera?</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Nov 2011 21:32:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>viajero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grundsätzliches]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist schon sehr traurig (oder auch lustig?!) wie seit Monaten versucht wird dem Schuldenproblem in Europa beizukommen. Wie seit Jahren geht es dabei nur um die Behandlung von Symptomen und kurzfristiger Schadensbegrenzung. &#220;ber die tiefer liegenden Ursachen dagegen wird kaum diskutiert. Solange wir hier wegschauen, werden wir nie Ruhe bekommen. Im Gegenteil, der Kessel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist schon sehr traurig (oder auch lustig?!) wie seit Monaten versucht wird dem <strong>Schuldenproblem in Europa</strong> beizukommen. Wie seit Jahren geht es dabei nur um die Behandlung von Symptomen und kurzfristiger Schadensbegrenzung. &#220;ber die tiefer liegenden Ursachen dagegen wird kaum diskutiert. Solange wir hier wegschauen, werden wir nie Ruhe bekommen. Im Gegenteil, der Kessel wird immer hei&#223;er&#8230; ! :</p>
<p>Derzeit werden als L&#246;sung des Schuldenproblems vor allem 3 M&#246;glichkeiten gesehen:</p>
<ul>
<li>A) Einf&#252;hrung von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/EU-Anleihe" target="_blank">Euro-Bonds</a>, wobei alle L&#228;nder f&#252;r alle mithaften w&#252;rden.</li>
<li>B) Aufkauf der Schulden (Staatsanleihen der betroffenen L&#228;nder) durch die Europ&#228;ische Zentralbank (EZB)</li>
<li>C) Beschneidung der nationalen Fiskalpolitik und Bestimmung aus Br&#252;ssel</li>
</ul>
<p><strong>A) Euro-Bonds</strong></p>
<ul>
<li>Voraussichtlich w&#252;rde sich die Lage erstmal etwas beruhigen und ein Fl&#228;chenbrand vermieden: Denn jetzt haften die &#8220;besseren Schuldner&#8221; f&#252;r die &#8220;schludrigeren Schuldner&#8221; mit. Griechenland, Portugal usw. w&#228;ren auf einmal wieder viel Kreditw&#252;rdiger und k&#246;nnten wieder Kredite zu g&#252;nstigeren Zinss&#228;tzen aufnehmen.</li>
<li>Dies w&#228;re allerdings nur kurzfristig, denn die &#252;berschuldeten L&#228;nder werden es trotzdem kaum schaffen ihre Finanzen &#8220;in Ordnung&#8221; zu bringen: Dazu w&#228;ren a) die Einschnitte im sozialen Bereich viel zu hart und auch unverst&#228;ndlich, da der &#8220;kleine Mann&#8221; am wenigsten Schuld am Problem hat. b) an die &#8220;Reichen&#8221; und &#8220;Gewinner&#8221; (bzw. Verursacher der Krise) wird kaum ein &#8220;rankommen&#8221; sein bzw. haben diese einen zu gro&#223;en Einfluss. Au&#223;erdem w&#252;rde immer versucht werden das Thema aufzuschieben, da die Politiker (systembedingt) meist nur max. 4 Jahre (1 Legislaturperiode) voraus denken (also kurzfristig).</li>
<li>Die Schulden w&#252;rden also weiter wachsen und dann w&#228;ren auch die Euro-Bonds immer weniger kreditw&#252;rdig. Die Krise w&#252;rde genauso wieder vor der T&#252;r stehen, aber nur ein paar Nummern gr&#246;&#223;er und mit &#8220;Geiselhaft&#8221; aller EU-Staaten&#8230;</li>
</ul>
<p><strong>B) Ankauf Staatsanleihen durch EZB</strong></p>
<ul>
<li> Die hochverschuldeten L&#228;nder k&#246;nnten sich erstmal etwas Luft verschaffen, da die Kredite von der EZB weniger Zinsen kosten w&#252;rden als auf dem &#8220;normalen&#8221; Markt.</li>
<li>Das Problem w&#252;rde aber aller Voraussicht nach wie bei <strong>A)</strong> nur etwas nach hinten verschoben.</li>
<li>Falls dann doch der Bankrott k&#228;me, w&#252;rde die EZB (und damit alle Euro-L&#228;nder) haften.</li>
</ul>
<p><strong>C) Verlust der nationalen Unabh&#228;ngigkeit und Bestimmung aus Br&#252;ssel </strong>(als Gegenleistung zu Krediten)</p>
<ul>
<li>Damit k&#246;nnte aus Br&#252;ssel ein Sparplan in dem jeweiligen Land durchgesetzt werden.</li>
<li>In der Praxis richtet sich der Sparplan aber meist gegen den &#8220;kleinen Mann&#8221;, Sozialleistungen und Rente. Da gibt es keine so gro&#223;e Lobby-Gegner bzw. sitzen nicht mit in der Regierung.</li>
<li>Solche einseitigen und ungerechten Sparpl&#228;ne lie&#223;en sich aus Br&#252;ssel viel leichter durchsetzen, da die betroffenen Einwohner kaum nach Br&#252;ssel demonstrieren kommen w&#252;rden.</li>
</ul>
<p><strong>Was w&#228;re, wenn die Staatsschulden tats&#228;chlich nicht weiter wachsen w&#252;rden?</strong></p>
<ul>
<li>O.K., sehen wir mal nicht so schwarz. Nehmen wir tats&#228;chlich einmal an, die L&#228;nder schaffen es irgendwie ihr Schuldenproblem doch noch in den Griff zu bekommen und mittelfristig tats&#228;chlich einen ausgeglichenen Haushalt. (In der Theorie w&#228;re dies gar nicht so schwer und man br&#228;uchte nicht einmal &#8220;den kleinen Mann&#8221; schr&#246;pfen ! (aber dies ist ein anderes Thema)).</li>
<li>Was passiert am Finanzmarkt, wenn die Staaten sich nicht mehr wie seit Jahrzehnten jedes Jahr weiter Verschulden w&#252;rden? Was passiert, wenn dieser &#8220;treue Schuldner&#8221; weg f&#228;llt oder sogar Kredite zur&#252;ckzahlt?</li>
<li>Dann w&#252;rden die Gl&#228;ubiger (in erster Linie die Banken) ein gro&#223;es Problem bekommen: Wer nimmt stattdessen das viele Geld?</li>
<li>Das meiste w&#252;rde vermutlich in Spekulationen flie&#223;en und die sowieso schon wieder wachsenden Blasen weiter aufbl&#228;hen. Oder es w&#252;rde in der Politik Druck machen um weitere Anlagem&#246;glichkeiten &#8220;zu schaffen&#8221;. Z.B. mit der weiteren <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Aneignung_von_Lebensgrundlagen" target="_blank">privaten Aneignung von Lebensgrundlagen</a>.</li>
<li>Wozu das f&#252;hrt ist ja inzwischen auch bekannt&#8230;</li>
</ul>
<p>Was bleibt dem Staat also &#252;brig? Er muss weiterhin die &#8220;&#252;brigen&#8221; Gelder vom Kapitalmarkt aufnehmen und mit Zinsen vern&#252;nftig bedienen, damit das Finanzsystem nicht zusammenbricht ?!</p>
<p>Dies geht allerdings nur, wenn die Schulden nicht ewig prozentual steigen (sonst w&#228;re das Land ja irgendwann bankrott). Die prozentuale Verschuldung bliebe aber gleich, wenn im Verh&#228;ltnis der neuen Schulden auch die Wirtschaft (und damit die Staatseinnahmen) mit wachsen w&#252;rden.</p>
<p>Aha! Da haben wir doch die L&#246;sung: Wir setzen alles auf Wirtschaftswachstum und brauchen uns dann um die Schulden nicht mehr zu sorgen !!! Am besten jedes Jahr um 3-4% (also exponentiell). Dann w&#252;rden vielleicht sogar wieder Arbeitspl&#228;tze geschaffen (2% reichen daf&#252;r noch nicht!)?!</p>
<p>Aber Mist! Da gibt es auch wieder ein Problem: Exponentielles Wirtschaftswachstum geht langfristig &#252;berhaupt nicht (s. <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Wirtschaftswachstum" target="_blank">Wirtschaftswachstum</a> und <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Bruttoinlandsprodukt" target="_blank">Bruttoinlandsprodukt</a>). Schon jetzt erreichen wir unser hoch gelobtes Wirtschaftswachstum haupts&#228;chlich aus Sch&#228;den an Natur und Gesellschaft.</p>
<p>Aha, nun kommen wir dem <strong>Wurm in unserem Wirtschaftssystem </strong>langsam auf die Schliche:</p>
<ul>
<li>Wir haben eigentlich nicht nur zu wenig Geld (zu viel Schulden), sondern wir haben (mindestens genauso schlimm) viel zu viel Geld, welches um die Welt vagabundiert (die summe aller Schulden und Geldverm&#246;gen ist immer 0, den riesigen Schuldenbergen stehen also genauso riesige Verm&#246;gensberge gegen&#252;ber, diese aber eher selten beim Ottonormalb&#252;rger):</li>
<li>Es gibt mehrere Billionen! Euro, welche um die Welt schwappen auf der Suche nach guten Anlagem&#246;glichkeiten. Diese vielen Billionen stammen haupts&#228;chlich aus den zur&#252;ckgelegten Geldern von Versicherungen (z.B.Lebensversicherungen), Rentenanspr&#252;chen, Bankspar-Produkten (z.B. Investmentfonds) und sonstige Finanzinvestoren (z.B.HedgeFonds).</li>
<li>Nun ist allerdings eine gute Rendite mit geringem Risiko in der <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Altland#Realwirtschaft_.28Konkurrenzwirtschaft.29" target="_blank">Realwirtschaft</a> nicht mehr zu machen. Die Renditen sind zum allergr&#246;&#223;ten Teil nur noch auf Kosten der Gesellschaft (bzw. kommenden Generationen) oder der Umwelt zu erzielen. Z.B:</li>
<li>- In der<a href="http://wiki.nuevalandia.net/Altland#Leistungslose_Wirtschaft_.28Monopolwirtschaft.2C_Profite_aus_Verknappung.29" target="_blank"> leistungslosen Wirtschaft</a>, wobei einfach nur anderen etwas weggenommen wird.</li>
<li>- Durch Raubbau und Zerst&#246;rung der Natur &#252;ber die <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Externalisierung_von_Umweltkosten" target="_blank">Externalisierung von Umweltkosten</a></li>
<li>- Durch Aufnahme des Kapitals durch Staaten, die sich immer mehr Verschulden (eben das oben besprochene Thema) oder</li>
<li>- sonstige Spekulationsgewinne mit der Entstehung von Blasen (z.B. die<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Finanzkrise_ab_2007" target="_blank"> Immobilienblase der USA,</a> welche sich zur Weltfinanzkrise entwickelte).</li>
</ul>
<p>Man sieht hier, dass alle diese attraktiven Anlagem&#246;glichkeiten f&#252;r die immer schneller wachsenden und suchenden Billionen €, <strong>allesamt sch&#228;dlich sind</strong>.</p>
<p>Aber das ist noch nicht alles: Zudem vermehrt und konzentriert sich das Geld bei der Hochfinanz immer weiter  (diese Leute haben soviel Geld, dass man es beim besten Willen nicht mehr ausgeben kann, man legt es also wieder an usw. usw&#8230; &#252;ber die Zinskosten in den Produkten d&#252;rfen es dann alle zahlen)  -&gt; Dadurch geht die<strong> Schere zwischen Arm und Reich</strong> immer weiter auseinander. Dann muss oft der Staat wieder einspringen (um das gr&#246;bste zu verhindern)</p>
<p><em><strong>Was also tun?</strong></em></p>
<p>Was w&#228;re, wenn wir diese attraktiven aber sch&#228;dlichen Anlageformen &#8220;auschalten&#8221; ? Das k&#246;nnten wir ziemlich gut machen mit:</p>
<ul>
<li>der Schaffung von<a href="http://wiki.nuevalandia.net/Freie_Lebensgrundlagen" target="_blank"> freien Lebensgrundlagen</a> anstatt der leistungslosen Wirtschaft, welche auf der privaten Aneignung der Lebensgrundlagen basiert.</li>
<li>der Einf&#252;hrung einer Art (bzw. ein Mix daraus) <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Minderwertsteuer" target="_blank">Minderwertsteuer</a> um die Umwelt- &amp; Sozialkosten in die Produktpreise einzurechnen</li>
<li>Die Staaten gleichen ihre Haushalte aus (z.B. durch Streichung von <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Beispiele_struktureller_Ineffizienz#Beispiele_aus_der_Politik" target="_blank">sinnlosen Subventionen</a> und durch Einf&#252;hrung von <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Neuland-Steuersystem" target="_blank">zukunftsf&#228;higeren Steuern</a> (auch im Austausch gegen unzeitgem&#228;&#223;e Steuern).</li>
<li>Die Spekulationen mit Instrumenten wie einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Finanztransaktionssteuer" target="_blank">Finanztransaktionssteuer</a> unterbinden.</li>
</ul>
<p>-&gt; Aber was passiert mit dem angelegten Geld? Es w&#252;rde sich kaum mehr lohnen!</p>
<p>-&gt; Ein Gro&#223;teil des Geldes w&#252;rde:</p>
<ul>
<li>in Sachg&#252;ter flie&#223;en: dann bek&#228;men wir eine ordentliche Inflation, die k&#246;nnte sich selbstverst&#228;rken und es kommt zum W&#228;hrungscrash mit Geldentwertung. oder</li>
<li>w&#252;rde einfach abgezogen und &#8220;unter der Matraze&#8221; (bzw. auf dem Girokonto) gehortet (da die Anlage ja kaum etwas bringt). Damit steht das Geld der Wirtschaft nicht mehr zur Verf&#252;gung. Diese m&#252;ssen aber ihre Kredite nach Ablauf durch neue Abl&#246;sen, was dann nicht mehr richtig klappt (bzw. nur zu einem viel h&#246;herem Zinssatz).  Es k&#228;me zur Deflation. Auch diese k&#246;nnte sich schnell selbstverst&#228;rkend entwickeln und am Ende st&#252;nde genauso ein Crash des W&#228;hrungssystems.</li>
</ul>
<p>O.K., so geht das also auch nicht. Wie war nochmal das Problem? Ach ja:</p>
<ul>
<li>wir haben eigentlich zu viel Geld (bzw. eigentlich ist dies ja Geldverm&#246;gen, f&#252;r Volkswirte die Geldmenge M3). Diese (aufgrund der Zinsen/Renditen) <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Altland-Geldsystem" target="_blank">immer weiter wachsenden Geldverm&#246;gen</a> brauchen immer weitere Anlagem&#246;glichkeiten, damit es nicht zum Crash kommt.</li>
<li>Diese Anlagem&#246;glichkeiten richten aber inzwischen immer gr&#246;&#223;ere Sch&#228;den an.</li>
</ul>
<p><strong>Was nun? Pest oder Cholera?</strong></p>
<p>Es gibt vermutlich nur einen Ausweg um langfristig Ruhe zu bekommen und die o.g. Ma&#223;nahmen gegen die derzeitigen Sch&#228;digungen durchzuf&#252;hren:</p>
<ul>
<li>Die extremen Geldverm&#246;gen ohne Nachfrage in der Realwirtschaft m&#252;ssen Schritt f&#252;r Schritt zur&#252;ckgefahren werden. Dies z.B. durch hohe Steuern auf Geldverm&#246;gen.  Wenn nicht, wird dies durch einen zuk&#252;nftigen Crash erledigt, dann aber chaotisch &amp; unkontrolliert.</li>
<li>Es sollten <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Freie_Geldsysteme" target="_blank">parallele, selbstregulierte Geldsysteme</a> (die nicht selbstverst&#228;rkend immer weiter wachsen, sondern sich selbst&#228;ndig an den optimalen Bedarf anpassen) geschaffen  bzw. vorhandene unterst&#252;tzt werden. Dann w&#252;rde ein Crash auch weniger chaotisch werden. Wir h&#228;tten dann auch eine bedeutend krisenfreiere Wirtschaft, denn das Geld w&#228;re dann f&#252;r die Wirtschaft in dem Moment da, wo es wirklich gebraucht w&#252;rde. Im Moment ist es dagegen so, dass die Wirtschaft sich dem Gelddruck anpassen muss (s.auch: <a href="http://konsumpf.de/?p=13423" target="_blank">Die Euro-Krise beschleunigt sich</a>).</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><em><strong>Na dann schauen wir mal, die Spiele sind er&#246;ffnet&#8230;.!</strong></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
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		<title>Internet-Zensur stoppen</title>
		<link>http://www.nuevalandia.net/archives/447</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Nov 2011 21:08:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>viajero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt einen neuen, aktuellen Versuch der US-Regierung weiteres Wissen zu monopolisieren.  Ein aktueller Aufruf des Netzwerkes Avaaz zur Verteidigung des freien Wissens: Gerade ber&#228;t der US-Kongress &#252;ber ein Gesetz, das ihm eine weltweite Internet-Zensur erlauben w&#252;rde &#8212; mit einer schwarzen Liste, die auf YouTube, WikiLeaks und sogar Gruppen wie Avaaz abzielen k&#246;nnte! Das Gesetz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt einen neuen, aktuellen Versuch der US-Regierung weiteres <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Monopolisiertes_Wissen" target="_blank">Wissen zu monopolisieren</a>.  Ein aktueller Aufruf des Netzwerkes <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Verantwortliches_Handeln#B.C3.BCrger_beeinflu.C3.9Fen_Politik" target="_blank">Avaaz</a> zur Verteidigung des <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Freies_Wissen" target="_blank">freien Wissens</a>:</p>
<p><strong>Gerade ber&#228;t der US-Kongress &#252;ber ein Gesetz, das ihm eine weltweite Internet-Zensur erlauben w&#252;rde</strong> &#8212; mit einer schwarzen Liste, die auf YouTube, WikiLeaks und sogar Gruppen wie Avaaz abzielen k&#246;nnte!</p>
<p>Das Gesetz w&#252;rde es den USA erlauben, <strong>Internetanbieter zur Sperrung von Webseiten zu zwingen &#8212; wenn auch nur der Verdacht einer Verletzung eines Urheberrechts oder Markenzeichens besteht</strong>, oder wenn ein Anbieter die Aktivit&#228;t der Nutzer nicht ausreichend &#252;berwacht. Da sich der Gro&#223;teil der Datenbank- und Hardwarebetreiber in den USA befinden, w&#252;rde diese schwarze Liste f&#252;r uns alle eine Bedrohung des freien Internets darstellen.</p>
<p><strong>Die Abstimmung steht kurz bevor</strong>, aber wir k&#246;nnen mithelfen, das Gesetz aufzuhalten &#8212; Verfechter der Meinungsfreiheit im Kongress teilten uns mit, dass ihnen ein weltweiter Sturm der Emp&#246;rung den R&#252;cken st&#228;rken w&#252;rde. Lassen Sie uns dringend &#252;berall auf der Welt Alarm schlagen. Mit einem gewaltigen internationalen Aufruf dr&#228;ngen wir die Entscheidungstr&#228;ger in den USA dazu, das Gesetz abzulehnen und <strong>Internet-Zensur zu stoppen</strong>. Klicken Sie auf den Link zum Unterzeichnen und leiten Sie die Email an alle weiter &#8212; unsere Botschaft wird vor der entscheidenden Abstimmung direkt an wichtige Abgeordnete &#252;berreicht:</p>
<p><a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=http%3A%2F%2Fwww.avaaz.org%2Fde%2Fsave_the_internet%2F%3Fcl%3D1393972937%26amp%3Bv%3D11164" target="_blank">http://www.avaaz.org/de/save_the_internet/?vl</a></p>
<p>Jahrelang <strong>hat die US-Regierung L&#228;nder wie China und Iran f&#252;r ihre Internet-Kontrolle verurteilt.</strong> Doch nun k&#246;nnten die Auswirkungen von Amerikas neuen Zensurgesetzen viel schwerwiegender sein &#8212; indem Webseiten f&#252;r jeden Internetnutzer auf der Welt blockiert werden.</p>
<p>Letztes Jahr wurde ein &#228;hnliches Internet-Zensurgesetz verhindert, bevor es den Senat erreichte, aber jetzt ist es in einer neuen Form zur&#252;ckgekehrt. Urheberrechte existieren bereits und werden gerichtlich vollstreckt. Doch dieses Gesetz geht viel weiter &#8212; es gibt der Regierung und <strong>Gro&#223;konzernen die Macht, Anbieter und Suchmaschinen zum Blockieren von Webseiten zu zwingen</strong>, wenn nur ein Verdacht besteht, ohne Prozess oder Beweis, dass eine Straftat vorliegt!</p>
<p>Bef&#252;rworter der Meinungsfreiheit in den USA haben bereits Alarm geschlagen, und einige Senatoren versuchen, genug Unterst&#252;tzung zu sammeln, um dieses gef&#228;hrliche Gesetz aufzuhalten. Wir d&#252;rfen keine Zeit verlieren. <strong>St&#228;rken wir ihnen den R&#252;cken um sicherzustellen, dass Amerikas Gesetzgeber das Recht auf ein freies und offenes Internet sch&#252;tzen</strong> &#8212; unerl&#228;sslich f&#252;r den weltweiten Gedankenaustausch, Kommunikation, und gemeinsame Arbeit an der Welt, die wir alle wollen. Unterzeichnen Sie unten um US-Zensur zu stoppen und unser Internet zu retten:</p>
<p><a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=http%3A%2F%2Fwww.avaaz.org%2Fde%2Fsave_the_internet%2F%3Fcl%3D1393972937%26amp%3Bv%3D11164" target="_blank">http://www.avaaz.org/de/save_the_internet/?vl</a></p>
<p>Ob beim arabischen Fr&#252;hling oder der weltweiten Occupy-Bewegung &#8212; die vergangenen Monate zeigen uns, wie das Internet die Welt wachr&#252;tteln, vereinen und ver&#228;ndern kann. Wenn wir uns jetzt alle daf&#252;r einsetzen, k&#246;nnen wir diesen neuen Angriff auf Internet-Freiheit aufhalten. Wir haben’s schon einmal geschafft &#8212; in Brasilien und Italien haben Avaaz-Mitglieder wichtige Erfolge f&#252;r ein freies Internet errungen. <strong>Lassen Sie uns auch global aktiv werden und gemeinsam die gr&#246;&#223;te Gefahr, die das Internet bisher gesehen hat, bek&#228;mpfen.</strong></p>
<p>Voller Hoffnung,</p>
<p>Luis, Dalia, Diego, Emma, Ricken, Aaron, Antonia, Benjamin und das ganze Avaaz-Team</p>
<p>Weitere Informationen:</p>
<p>USA: bisher unerreichte Web-Zensur droht (Die Presse)<br />
<a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=http%3A%2F%2Fdiepresse.com%2Fhome%2Ftechscience%2Finternet%2F708838%2FUSA_Bisher-unerreichte-WebZensur-droht%3F_vl_backlink%3D%2Fhome%2Ftechscience%2Finternet%2Findex.do" target="_blank">http://diepresse.com/home/techscience/internet/708838/USA_Bisher-unerreichte-WebZensur-droht?_vl_backlink=/home/techscience/internet/index.do</a></p>
<p>Infografik: SOPA – weltweite Internetzensur aus den USA (Vasistas blog)<br />
<a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=http%3A%2F%2Fvasistas-blog.net%2F2011%2F11%2F16%2Finfografik-sopa-weltweite-internetzensur-aus-den-usa%2F" target="_blank">http://vasistas-blog.net/2011/11/16/infografik-sopa-weltweite-internetzensur-aus-den-usa/</a></p>
<p>USA: Entw&#252;rfe f&#252;r Anti-Piraterie-Gesetz eingebracht (Golem.de)<br />
<a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=http%3A%2F%2Fwww.golem.de%2F1110%2F87333.html" target="_blank">http://www.golem.de/1110/87333.html</a></p>
<p>SOPA: Die USA auf weltweitem Feldzug (Netzpolitik.org)<br />
<a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=http%3A%2F%2Fnetzpolitik.org%2F2011%2Fsopa-die-usa-auf-weltweitem-feldzug%2F" target="_blank">http://netzpolitik.org/2011/sopa-die-usa-auf-weltweitem-feldzug/</a></p>
<p>Op-Ed: Schwarze Liste erlaubt es Webseiten vom Internet zu sperren (Digital Journal auf Englisch)<br />
<a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=http%3A%2F%2Fdigitaljournal.com%2Farticle%2F313463" target="_blank">http://digitaljournal.com/article/313463</a></p>
<p>Katastrophales IP-Gesetz ist zur&#252;ck – Und es ist schlimmer denn je (EFF, auf Englisch)<br />
<a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=https%3A%2F%2Fwww.eff.org%2Fdeeplinks%2F2011%2F10%2Fdisastrous-ip-legislation-back-%25E2%2580%2593-and-it%25E2%2580%2599s-worse-ever" target="_blank">https://www.eff.org/deeplinks/2011/10/disastrous-ip-legislation-back-%E2%80%93-and-it%E2%80%99s-worse-ever</a></p>
<p>Immer mehr Opposition gegen den &#8220;Stop Online Piracy Act&#8221; (auf Englisch)<br />
<a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=https%3A%2F%2Fwww.cdt.org%2Freport%2Fgrowing-chorus-opposition-stop-online-piracy-act" target="_blank">https://www.cdt.org/report/growing-chorus-opposition-stop-online-piracy-act</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Von der Freiheit zur Demokratie</title>
		<link>http://www.nuevalandia.net/archives/445</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 17:57:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michey</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ausblicke auf Neuland]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine Zusammenfassung des Buches von Gene Sharp Quelle: Sharp, Gene: Von der Diktatur zur Demokratie &#8211; ein Leitfaden f&#252;r die Befreiung. Beck Verlag. M&#252;nchen, 2011 Der Grund, warum ich diese Zusammenfassung schreibe ist, dass das Buch von Gene Sharp zwar in Deutscher Sprache &#252;bersetzt wurde, aber die deutsche &#220;bersetzung im Gegensatz zu anderen Sprachen im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine Zusammenfassung des <a href="http://www.aeinstein.org/organizations/org/FDTD.pdf" rel="nofollow">Buches</a> von</strong> <strong>Gene Sharp</strong></p>
<p><em>Quelle: Sharp, Gene: Von der Diktatur zur Demokratie &#8211; ein Leitfaden f&#252;r die Befreiung. Beck Verlag. M&#252;nchen, 2011</em></p>
<p>Der Grund, warum ich diese Zusammenfassung schreibe ist, dass das Buch von Gene Sharp zwar in <a href="http://books.google.ch/books?id=NwDY1WXOR6EC&amp;printsec=frontcover" rel="nofollow">Deutscher Sprache</a> &#252;bersetzt wurde, aber die deutsche &#220;bersetzung im Gegensatz zu anderen Sprachen im Internet nicht frei verf&#252;gbar ist. Diese Zusammenfassung aber, die einige aus meiner Sicht wesentlichen Informationen enth&#228;lt, soll frei Verf&#252;gbar sein.</p>
<p>Das Buch &#8220;Von der Diktatur zur Demokratie&#8221; ist meiner Ansicht nach ein wesentliches Werk von gr&#246;&#223;ter Wichtigkeit und es geh&#246;rt in jedes B&#252;cherregal sowie zur Ausbildung jedes frei denkenden Menschen. Dieses Buch beschreibt das Wesen von Diktaturen, ganz gleich ob sie als Staat, als Konzern, als Unternehmen oder im zwischenmenschlichen Bereich auftreten, ganz gleich, ob sie ihre eiserne Faust in ein Samthandschuh h&#252;llen oder ob sie mit offener Brutalit&#228;t durchgreifen.</p>
<p>Eine der wesentlichen Aussagen von Gene Sharp &#252;ber Diktaturen ist, dass jede Diktatur die Zusammenarbeit der Bev&#246;lkerung ben&#246;tigt. Erst durch die Produktivit&#228;t und die Kooperation der vielen Menschen, die im Machtbereich der Diktatur leben, bekommt die Diktatur ihre Macht. Diktatoren wissen das genau und sie werden darauf achten, dass die Menschen mit ihnen kooperieren und die Ressourcen der Diktatur mehren. Um die Menschen zur Zusammenarbeit zu bringen, erschaffen Diktaturen Symbole und Ideologien, machen Versprechungen, bieten vermeintliche Sicherheit und Ordnung oder sie sch&#252;chtern die Menschen ein, die nicht kooperieren wollen. Sinkt die Motivation der Menschen zur Zusammenarbeit mit der Diktatur und schaffen es die Menschen, sich der effektiven Zusammenarbeit mit der Diktatur zu entziehen, so zersetzt sich Macht der Diktatur. [S. 32 ff]</p>
<p>Diktaturen haben Stellen, an denen sie verwundbar sind. Sie haben zwar gro&#223;e Macht, aber sie kommen nur schwer mit schnellen Ver&#228;nderungen zurecht, weil viele Entscheidungen von wenigen Menschen getroffen werden. Die Erf&#252;llungsgehilfen der Diktatur sind fest in eine Hierarchie eingebunden und versuchen, in dieser Hierarchie nach oben zu steigen und k&#246;nnen schnell in der Hierarchie nach unten fallen. Untergebene haben oft Angst vor ihren Vorgesetzten und teilen ihnen Probleme oft nicht rechtzeitig mit. [S. 40 ff] Das macht Diktaturen instabil. Die Erf&#252;llungsgehilfen k&#246;nnen sich unter Umst&#228;nden schnell gegen den Diktator wenden.</p>
<p>Diktaturen haben ihre gr&#246;&#223;te St&#228;rke im polizeilichen und milit&#228;rischen Bereich. Gewaltsamer Widerstand trifft eine Diktatur dort, wo sie am st&#228;rksten ist und hat wenig Aussicht auf Erfolg. Sollte es dennoch gelingen, eine Diktatur gewaltsam zu bezwingen, ist es oft so, dass eine neue Diktatur der alten folgt. Bewaffnete Hilfe aus dem Ausland kann dazu f&#252;hren, dass die alte Diktatur durch eine neue Diktatur unter ausl&#228;ndischer Vorherrschaft abgel&#246;st wird. [S.18 ff]</p>
<p>Um eine Diktatur zu &#252;berwinden ist es deshalb zuerst wichtig, die demokratischen Kr&#228;fte im Land zu st&#228;rken, was durchaus Generationen dauern kann. Bevor eine Diktatur &#252;berwunden werden kann, m&#252;ssen zuerst gesellschaftliche und wirtschaftliche Strukturen heranwachsen, die es erm&#246;glichen, dass die Menschen ihr Leben auch ohne die Hilfe des Diktators selbst regeln k&#246;nnen. [S. 36 ff] Davor ist an die Zerschlagung einer Diktatur gar nicht zu denken. Zentren demokratischer Macht sind z.B. Familien, D&#246;rfer, Vereine, Nachbarschaftshilfegruppen, freie Schulen, Unternehmen, kurzum alles, was den Menschen hilft, ihre materiellen und nicht materiellen Bed&#252;rfnisse zu befriedigen. Dabei ist es enorm wichtig, dass diese Aktivit&#228;ten nicht heimlich geschehen sonder ganz offen gezeigt werden. Hohe Verhaltensstandards sind die Voraussetzung solcher Aktivit&#228;ten [S. 48] Das bewirkt den Eindruck, dass diese demokratischen Aktivit&#228;ten extrem m&#228;chtig sind und kann auch dazu f&#252;hren, dass selbst Polizisten und Beamte Handlungsalternativen zu ihrem vorgeschriebenen Dienst erkennen. Es ist zudem wichtig, dass sich Arbeitskreise herausbilden, die sich mit politischen Fragen jenseits der Diktatur besch&#228;ftigen, damit Konzepte f&#252;r den &#220;bergang von der Diktatur in eine Demokratie entwickelt sind. [S. 91]</p>
<p>Konspiratives verhalten der demokratischen Aktivit&#228;ten verursacht dagegen nur Misstrauen der Menschen untereinander und erleichtert die Infiltration und Spaltung der Demokratischen Kr&#228;fte, sowie das Sch&#252;ren von Angst bei der Bev&#246;lkerung vor den demokratischen Aktivit&#228;ten.</p>
<p>Die Verweigerung der Kooperation ist das wirksamste Mittel des Widerstandes gegen eine Diktatur. Die Verweigerung der Kooperation kann entweder offen oder verdeckt geschehen und sie sollte m&#246;glichst vielf&#228;ltig auf allen Ebenen gleichzeitig durchgef&#252;hrt werden. [S. 101] Hier z&#228;hlt Gene Sharp 198 M&#246;glichkeiten des gewaltlosen Widerstandes auf. Diese M&#246;glichkeiten lassen sich grob in f&#252;nf Kathegorien einteilen: Gewaltloser Protest, soziale Nicht Zusammenarbeit, Wirtschaftliche Nicht Zusammenarbeit, politische Nicht Zusammenarbeit, Gewaltlose Aktionen.</p>
<p>Die Methoden der Nicht Zusammenarbeit bestehen in der offenen Verweigerung der Befehle, Dienst unter exakter Ber&#252;cksichtigung aller Vorschriften, ineffektives Arbeiten, ineffizientes Arbeiten, absichtlich Fehler machen, langsam arbeiten, krank feiern. Hierdurch wird die Macht der Diktatur geschw&#228;cht.</p>
<p>Die Methoden der Protestes vor allem alle Aktivit&#228;ten die die Kommunikation mit der &#214;ffentlichkeit beinhalten wie z.B. Publikationen, &#246;ffentliche Reden, Karikaturen, Symbole. Durch den Protest wird die &#214;ffentlichkeit auf die demokratischen Aktivit&#228;ten aufmerksam.</p>
<p>Die Methoden der Interventionen sind vor allem die Schaffung paralleler, demokratischer Verwaltungsstrukturen, wodurch ein &#220;bergang zur Demokratie f&#252;r die gesamte Gesellschaft, aber auch f&#252;r Polizisten und Soldaten m&#246;glich wird.</p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
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		<title>Wirtschaft ohne Geld – Die Befreiung von der Unm&#252;ndigkeit II</title>
		<link>http://www.nuevalandia.net/archives/437</link>
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		<pubDate>Sun, 12 Jun 2011 07:07:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michey</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausblicke auf Neuland]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft & Geld]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Hintergrund Zur Zeit wird in den Medien viel &#252;ber die Online-W&#228;hrung Bitcoin diskutiert.  Dabei f&#228;llt mir auf, dass die Menschen, die in den Medien diskutieren, aber auch die Macher und Nutzer von Alternativw&#228;hrungen geistig immer noch in den Reflexen gefangen sind, die ihnen durch Konditionierung antrainiert wurden. Die Diskutierenden glauben das Geld ein Wertaufbewahrungsmittel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hintergrund</strong><br />
Zur Zeit wird in den <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,768071,00.html">Medien</a> viel &#252;ber die Online-W&#228;hrung <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bitcoin">Bitcoin</a> diskutiert.  Dabei f&#228;llt mir auf, dass die Menschen, die in den Medien diskutieren, aber auch die Macher und Nutzer von Alternativw&#228;hrungen geistig immer noch in den Reflexen gefangen sind, die ihnen durch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Konditionierung">Konditionierung</a> antrainiert wurden. Die Diskutierenden glauben das Geld ein Wertaufbewahrungsmittel ist. Geld muss sicher sein. Eine zentrale Stelle muss &#252;ber das Geld wachen, dass auch ja keiner den anderen betr&#252;gen kann. Es ist schon irgendwie drollig. Viele Menschen, die versuchen, Regionalw&#228;hrungen und Online-W&#228;hrungen als Alternativen zum Geldsystem der Zentralbanken zu erschaffen, folgen weiterhin den Denkmustern, die sie von Kindesbeinen an gelernt haben. <strong> </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was ist Geld?</strong><br />
Die meisten Menschen wurden daraufhin konditioniert zu glauben,  dass Geld ein Mittel ist, um Werte aufzubewahren. Genau das stimmt  nicht. Der Wert des Geldes ist lediglich dadurch gest&#252;tzt, dass  Schuldner alles daf&#252;r tun m&#252;ssen, um an Geld zu kommen. Ansonsten wird  der Gl&#228;ubiger mit Hilfe von Polizei und Milit&#228;r die materiellen  Ressourcen des Schuldners beschlagnahmen, inklusive seines K&#246;rpers. Wer glaubt, dass diese Sichtweise etwas radikal ist, der sollte sich mal &#252;berlegen, was eine Bank verlangt, wenn man einen Kredit haben m&#246;chte &#8230; richtig &#8230; Sicherheiten. Was macht die Bank, wenn man seinen Kredit nicht bezahlen will? &#8230; richtig &#8230; Das Haus, das Auto oder Wertgegenst&#228;nde werden gepf&#228;ndet. Was passiert, wenn man die gepf&#228;ndeten Gegenst&#228;nde nicht hergeben will und droht, sich zu wehren? &#8230; richtig &#8230; Der Gerichtsvollzieher r&#252;ckt mit der Polizei an. Genau darauf basiert der Wert des Geldes. Dieser Sachverhalt steht &#252;brigens klipp und klar auf der <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Dollarnote_hq.jpg&amp;filetimestamp=20090315172511">1 US-Dollar Note</a> oben links drauf.<br />
Die Definition von Geld ist also eher so zu formulieren:</p>
<p><em>&#8220;Geld ist ein Mittel zur Begleichung der Anspr&#252;che auf den Zugriff auf die eigenen Materiellen Ressourcen durch andere&#8221;.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was ist Geld noch?</strong><br />
Wirtschaft ist die Summe aller T&#228;tigkeiten, die n&#246;tig sind, um unsere Bed&#252;rfnisse zu befriedigen. Wirtschaft ist also lebensnotwendig im wahrsten Sinne des Wortes, denn ein Mensch &#252;berlebt ca. drei Tage aus ohne Wasser und ca. zwei Wochen ohne Essen. F&#252;r die Organisation einer so komplexen Wirtschaft wie der unseren ist es wichtig zu wissen, ob f&#252;r ein Gut gerade &#220;ber- oder Unterproduktion herrscht. Wir m&#252;ssen bedenken: In einer arbeitsteiligen Wirtschaft arbeiten wir immer f&#252;r andere und nur selten f&#252;r uns selbst. Geld ist hierf&#252;r auf einem freien Markt ein  Informations&#252;bermittler. &#220;ber den Preis kann jeder Marktteilnehmer  ablesen, ob bez&#252;glich eines Gutes gerade Mangel oder &#220;berfluss herrscht.  Beim Tausch Informationen &#252;ber den Aufwand zur Bereitstellung eines  Gutes auszutauschen, ist also durchaus sinnvoll.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Rosinen aus dem Kuchen picken</strong><br />
Ich habe zu Hause gelernt, dass man sich nicht die Rosinen aus dem Kuchen picken sollte oder vom Ei nur das Eigelb isst. Wer die guten Seiten des Geldes haben will, muss eben die negativen Seiten in Kauf nehmen. Ich sehe das aber anders. Warum solle man sich nicht die Rosinen aus dem Kuchen picken? Warum sollte man nicht die Vorteile des Geldes genie&#223;en und die Nachteile abschaffen? Doch wie soll das gehen. Ganz einfach: Es werden beim Tausch die Informationen bez&#252;glich des Bereitstellungsaufwandes f&#252;r ein Gut &#252;bermittelt, aber keine Anspr&#252;che auf den Zugriff auf die Ressourcen des anderen. Dabei wird wie folgt vorgegangen:</p>
<ul>
<li> Der Leistungsnehmer soll sich vor Erbringung der Leistung  erkundigen, welcher Aufwand hinter der erbrachten Leistung steht, damit  er den Aufwand hinter dieser Leistung einsch&#228;tzen kann.</li>
<li> Der Leistungsgeber soll sich vor der Zusage der Leistung  dar&#252;ber im Klaren sein, wie viel Aufwand hinter einer Leistung steht und  ober er sie auch erbringen kann.</li>
<li> Eine Leistung soll nur dann gegeben werden, wenn diese zur  Erschaffung und Nutzung von Lebensgrundlagen dient und nicht sinnlos  verschwendet wird.</li>
<li> Eine Leistung soll nur dann angenommen werden, wenn diese zur  Erschaffung und Nutzung von Lebensgrundlagen dient und nicht sinnlos  verschwendet wird.</li>
<li> Jeder Teilnehmer rechnet das, was er gibt oder nimmt in Punkte um.</li>
<li> Beide Tauschpartner einigen sich vor Erbringung der Leistung  &#252;ber eine Punktezahl, die dem Wert der erbrachten Leistung entspricht.</li>
<li> Der Wert der erbrachten Leistung in Form von Punkten tr&#228;gt jeder Tauschpartner f&#252;r sich in seine eigene Liste ein.</li>
<li> Als Ma&#223; f&#252;r den Aufwand kann die Arbeitsstunde gleich 10 Punkte gesetzt werden.</li>
<li> Der Aufwand des Gebens und Nehmens sollte f&#252;r jeden Teilnehmer  selbst stets miteinander im Gleichgewicht sein. Die Punkte sind aber <strong>kein</strong> soziales Gewissen.</li>
<li>Die Punkte haben auch keinen Wert. Es ist sehr  wichtig, das immer im Kopf zu behalten! Die Punkte haben lediglich die  Aufgabe, Informationen bez&#252;glich &#220;ber- oder Unterproduktion zu  ermitteln. Derjenige, seine Punkte nicht ordentlich zusammenrechnet,  betr&#252;gt sich nur selbst, weil er seine eigenen Informationen bez&#252;glich  der Marktlage verf&#228;lscht.</li>
<li> Das staatliche Geld ist lediglich eine Ware.</li>
<li> Leistung muss bevorzugt durch Technik unterst&#252;tzt oder erbracht werden, um Menschen zu entlasten.</li>
<li> Ressourcen m&#252;ssen erschaffen und gepflegt werden, Stoffkreisl&#228;ufe m&#252;ssen geschlossen sein.</li>
<li> Das Konzept der Schuld wird abgelehnt, da es dazu f&#252;hrt, dass Menschen die Leistungen anderer nur widerwillig annehmen.</li>
<li> Die M&#246;glichkeit, eigene Anteile an den geschaffenen Lebensgrundlagen zu erwerben, sollten genutzt werden. Es ist besser, die Kr&#228;fte der Natur in Form von Maschinen f&#252;r sich arbeiten zu lassen, als allein durch die Arbeit der eigenen H&#228;nde sein Einkommen zu bestreiten.</li>
</ul>
<p><strong>Was ist daf&#252;r notwendig?</strong><br />
Diese Vorgehensweise kann jeder hier und jetzt Vorleben. Der erste Vorteil davon ist, dass man selbst anhand der eigenen Liste erkennt ob man seine eigenen Ressoucen verbraucht, indem man zu viel f&#252;r andere tut und zu wenig erh&#228;lt, oder ob man die Ressourcen anderer verbraucht, indem man zu viel von anderen nimmt und zu wenig f&#252;r andere tut. Der zweite Vorteil davon ist, dass man anhand der Auskunft des Tauschpartners bez&#252;glich des Aufwandes der erbrachten Leistung erkennt, ob bez&#252;glich der erbrachten Leistung Mangel oder &#220;berfluss herrscht. Man bekommt also Informationen &#252;ber die vorhandenen Ressourcen in der Gesellschaft.</p>
<p>&#8230; und was ist, wenn jemand trotzdem versucht, andere auszunutzen, indem er seine Punkte nicht ordnungsgem&#228;&#223; zusammenz&#228;hlt? W&#228;re dann nicht das ganze System des Gleichgewichts von Geben und Nehmen gef&#228;hrdet? &#8230; Hier lauert wieder die Falle der Konditionierung. Ein gerissener Betr&#252;ger nutzt wehrlose, anst&#228;ndige Menschen aus? Sind die Menschen wirklich wehrlos? Ist es nicht vielmehr so, dass es sich schnell herum spricht, wenn ein Mensch andere arglistig ausnutzt? Die Gesellschaft als Ganzes sollte das Betr&#252;gen einiger Weniger ohne Probleme verkraften k&#246;nnen. Wenn sie das nicht kann, ist das ohnehin ein Zeichen daf&#252;r, dass der Gesellschaft massive Umbr&#252;che bevorstehen,die nicht aufzuhalten sind. So etwas kommt eher selten vor. Es ist vielmehr so, dass Menschen immer die M&#246;glichkeit haben, jemandem , dem sie nicht vertrauen, die Zusammenarbeit zu verweigern &#8230; solange sie nicht vom Geld abh&#228;ngig sind. Man &#252;berlege sich, ob die Menschen im unserem jetzigen Euro-Dollar-Geldsystem die M&#246;glichkeit haben, die Zusammenarbeit zu verweigern. Ich denke, das Heer der Lohnsklaven sprich f&#252;r sich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>SUPER-GAU vs. Rationalem Handeln</title>
		<link>http://www.nuevalandia.net/archives/430</link>
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		<pubDate>Sat, 19 Mar 2011 04:17:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>viajero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausblicke auf Neuland]]></category>
		<category><![CDATA[Größenproblematik]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Masse der Menschen handelt nicht rational (erst denken, dann handeln), sondern rationalisierend: Erst wenn man auf dem Scherbenhaufen sitzt, wird nachgedacht wie das denn passieren konnte&#8230; Atomkatastrophe Japan Ein trauriges Beispiel dazu liefert die aktuelle Atomreaktorkatastrophe in Japan: Allen die sich objektiv mit der Atomkraft besch&#228;ftigt haben, d&#252;rfte klar sein, da&#223; diese Art der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Masse der Menschen handelt nicht rational (erst denken, dann handeln), sondern <strong>rationalisierend</strong>: Erst wenn man auf dem Scherbenhaufen sitzt, wird nachgedacht wie das denn passieren konnte&#8230;</p>
<p><strong>Atomkatastrophe Japan</strong></p>
<p>Ein trauriges Beispiel dazu liefert die aktuelle <a href="http://nachrichten.t-online.de/liveticker-japans-kampf-gegen-die-atomkatastrophe/id_45096292/index" target="_blank">Atomreaktorkatastrophe in Japan</a>:</p>
<ul>
<li>Allen die sich objektiv mit der Atomkraft besch&#228;ftigt haben, d&#252;rfte klar sein, da&#223; diese Art der Energieerzeugung zum derzeitigen Stand der Technik und der Menschen unverantwortlich (irrational) ist. Gute Gr&#252;nde daf&#252;r gibt&#8217;s hier: <a href="http://100-gute-gruende.de/lesen.xhtml" target="_blank">100 Gute Gr&#252;nde</a>. Fundierter:  <a href="http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=208864" target="_blank">Was bedeutet die Atomkatastrophe f&#252;r uns?</a></li>
<li>Trotzdem wurden (und werden) vermehrt Reaktoren gebaut. Warum? Vielleicht weil vielen Menschen die Problematik gar nicht so bekannt ist und sie den Politikern + Atomkonzernen glauben? Und diejenigen, welche Bescheid wissen m&#252;ssten gr&#246;&#223;tenteils ihr Geld damit verdienen und sich also nicht gegen ihren Arbeitsplatz (oder Dividendenbezug) aussprechen w&#252;rden?</li>
<li>Vielleicht sind aber die meisten einfach zu bequem und man kann ja auch nicht &#252;berall informiert sein und die Welt retten?!</li>
<li>Erst nach einer Trag&#246;die wie derzeit in Japan, werden die Menschen mal wieder aus dem Tagesablauf gerissen und erschrecken, was da eigentlich gerade passiert und warum es denn soweit kommen konnte&#8230;</li>
<li></li>
</ul>
<p><strong>Fehlende Einsicht</strong></p>
<p>Meistens reichen allerdings leider auch solche Beispiele wie Tschernobyl oder Fukushima nicht aus um wirklich eine Kehrtwende zu vollziehen. Was wird passieren? Aus bisherigen Erfahrungen, wird vorraussichtlich :</p>
<ul>
<li>global weiter kr&#228;ftig an Atomkraftwerken gebaut! Auch in Deutschland wird nach einer Beruhigung der Massen durch Sicherheitskontrollen &amp; Stress-Tests wieder alles seinen gewohnten Gang nehmen (vielleicht bleiben 1-2 alte Reaktoren wirklich aus)</li>
<li>Irgendwann wird der n&#228;chste &#8220;Ausrutscher&#8221; passieren. Vielleicht st&#252;rmt mal eine Guerilla-Rebellen-Gruppe in Ru&#223;land, China oder Indien einen Reaktor mit ausgebildeten Ingenieuren und halten das Land als Geisel im Atem? Oder&#8230; (&#220;brigens ist das schleichende Gift der bis heute nicht gekl&#228;rten Endlagerung langfristig vielleicht viel gravierender?)</li>
</ul>
<p><strong>Kein Spielraum f&#252;r neue Scherbenhaufen</strong></p>
<p>&#8230;Und dann? Wie weit wollen wir es drauf ankommen lassen? Bisher sind die gro&#223;en Zivilisationen (R&#246;mer, Maya, Inka, Alexander d. Gro&#223;e, &#196;gypter&#8230;) allesamt an ihrem rationalisierenden anstatt rationalem Verhalten von der Erde verschwunden.</p>
<p>&#8230;damals war das alles f&#252;r die Weltgeschichte nicht so tragisch. Anstelle der einen Hochkultur trat eben eine andere (nicht immer &#8220;Hochkultur&#8221;)</p>
<p>&#8230;Aufgrund der heutigen Globalisierung w&#252;rde ein Super-Gau in gro&#223;em Stil allerdings nahezu alle betreffen.</p>
<p>Das w&#228;re sehr Schade. F&#252;r unseren Planet und die Menschheit.</p>
<p style="text-align: center;"><em>-&gt; Wir sollten demnach langsam dazu &#252;bergehen etwas rationaler zu handeln und</em><strong><em> vorher anstatt nachher &#252;berlegen !</em></strong></p>
<p style="text-align: center;">(das betrifft Wirtschaft, Politiker und B&#252;rger alle gemeinsam!)<strong><em><br />
</em></strong></p>
<p><strong>Neue L&#246;sungen</strong></p>
<ul>
<li>Wozu diese absurden Risiken eingehen? Um ein paar Dollar bei der Energieerzeugung zu sparen, welche am Ende beim Scherben wegr&#228;umen den Steuerzahler und betroffene B&#252;rger ein vielfaches kostet (<a href="http://wiki.nuevalandia.net/Bruttoinlandsprodukt#Bewertungsproblem" target="_blank">s.BIP</a>)?</li>
<li>Technisch und organisatorisch k&#246;nnten wir uns ohne Probleme gut und friedlich zu 10-milliardend auf unserem Planeten zukunftsf&#228;hig weiterentwickeln und Spa&#223; am Leben haben&#8230;</li>
</ul>
<ul>
<li>Ein Schritt in eine &#8220;gesichertere&#8221; Zukunft w&#228;re unsere &#252;bergro&#223;en, riskanten Systeme und Strukturen in  kleinere, kontrollierbarere Systeme umzuwandeln. Wobei diese kleineren Systeme beim Kollaps nicht soviel Schaden anrichten k&#246;nnen.</li>
<li>Den &#8220;Vogel abgeschossen&#8221; zu dieser &#8220;Gr&#246;&#223;enproblematik&#8221; hat wohl der t&#252;rkische Ministerpr&#228;sident  Erdogan. Er bekannte sich &#246;ffentlich weiterhin zum Bau der Atommeiler im  Erdbebenland. Er meinte sinngem&#228;&#223;: Man kann ja sowieso nicht alle  Risiken ausschlie&#223;en, wenn es danach ginge d&#252;rfte in keiner K&#252;che mehr  eine Gasflasche zum kochen stehen. Der kleine Unterschied zwischen  explodierender Gasflasche und Kernschmelze  ist ihm wohl dabei entgangen? Vielleicht sollte Herr Erdogan ein paar Wochen bei der Rettungsmannschaft in Fukushima verbringen und nochmal &#252;ber das gesagte nachdenken ?!</li>
<li>Es geht also nicht nur darum immer perfekter zu werden um m&#246;glichst alle Fehler auszuschliessen. Vor allem geht es darum einzusehen, da&#223; es nie Gewissheit geben wird und man nie alles 100% kontrollieren kann. -&gt; Die Schlu&#223;folgerung daraus ist dann, da&#223; wir Systeme entwickeln, welche im &#8220;Worst case&#8221; immer noch tragbare Sch&#228;den anrichten k&#246;nnen.</li>
</ul>
<p>Den gleichen Ansatz sollte man nicht nur in der Technik, sondern auch in der Organisation unserer Wirtschaft und Politik verwenden:</p>
<ul>
<li>Derzeit kranken unsere gro&#223;en Organisationen an einer<a href="http://wiki.nuevalandia.net/Strukturelle_Verantwortungslosigkeit" target="_blank"> &#8220;strukturellen Verantwortlichkeit&#8221;</a>. Diese kann man organisatorisch z.B. mittels <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Peer-Management" target="_blank">&#8220;Peer-Management&#8221;</a> ausschlie&#223;en.</li>
<li>Neben dem Schritt der &#8220;Umorganisation&#8221;, m&#252;sste u.a. auch mit einigen falschen <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Grundannahmen_%26_Steuerungsinstrumente" target="_blank">Grundannahmen &amp; Steuerungsinstrumenten</a> aufger&#228;umt werden&#8230;</li>
</ul>]]></content:encoded>
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		<title>Was Sie sofort tun koennen um die Welt zu retten</title>
		<link>http://www.nuevalandia.net/archives/429</link>
		<comments>http://www.nuevalandia.net/archives/429#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Mar 2011 16:17:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>viajero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausblicke auf Neuland]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[ideen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nuevalandia.net/?p=429</guid>
		<description><![CDATA[Artikel, erschienen in der FAZ am 27.12.2010: Rettung der Welt Was Sie sofort tun k&#246;nnen:  Zehn Empfehlungen Beginnen Sie, einfache Fragen zu stellen; h&#246;ren Sie auf, Europapolitikern zu glauben; nutzen Sie Ihre Handlungsspielr&#228;ume; haben Sie Spa&#223; dabei: Die Rettung der Welt zum Mitmachen in zehn Empfehlungen. Von Harald Welzer 1. Selber denken. 2. Trauen Sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Artikel, erschienen in der FAZ am 27.12.2010:</p>
<p>Rettung der Welt</p>
<p>Was Sie sofort tun k&#246;nnen:  Zehn Empfehlungen</p>
<p>Beginnen Sie, einfache Fragen zu stellen; h&#246;ren Sie auf, Europapolitikern zu<br />
glauben; nutzen Sie Ihre Handlungsspielr&#228;ume; haben Sie Spa&#223; dabei: Die<br />
Rettung der Welt zum Mitmachen in zehn Empfehlungen.</p>
<p>Von Harald Welzer</p>
<p>1. Selber denken.</p>
<p>2. Trauen Sie endlich Ihrem Gef&#252;hl, dass um Sie herum ein gro&#223;es<br />
Illusionstheater stattfindet. Die Kulissen simulieren Stabilit&#228;t, aber das<br />
St&#252;ck ist eine Farce: Immerfort treten dicke M&#228;nner auf und br&#252;llen<br />
&#8220;Wachstum!&#8221;, Spekulanten spielen L&#228;nderdomino, und dauernd t&#228;nzeln<br />
Nummerngirls mit Katastrophenbildern &#252;ber die B&#252;hne. Das Publikum ist<br />
genervt und w&#252;tend, bleibt gleichwohl bis zum Ende der Vorstellung sitzen.<br />
Aber: Wann wird das wohl kommen?</p>
<p>3. Verlassen Sie besser die Vorstellung und beginnen Sie, ganz einfache<br />
Fragen zu stellen. Zum Beispiel: Warum muss man immer mehr arbeiten, wenn<br />
man immer mehr arbeitet? Warum werden die Schulden gr&#246;&#223;er, wenn immer mehr<br />
gespart wird? Warum schrumpft alles andere, wenn die Wirtschaft w&#228;chst?<br />
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<p>4. Suchen Sie zusammen mit Ihren Freundinnen und Freunden nach Antworten.<br />
Zum Beispiel: Weil alle Idioten auch mehr arbeiten. Weil das Gesparte in<br />
fremde Taschen wandert. Weil viele b&#246;rsennotierte Unternehmen staatsferne<br />
Parallelgesellschaften bilden.</p>
<p>5. Beschlie&#223;en Sie, ab sofort nicht mehr mitzumachen, falls Ihre Antworten<br />
Sie beunruhigen.</p>
<p>6. Fangen Sie damit an, aufzuh&#246;ren. H&#246;ren Sie auf, Europapolitikern zu<br />
glauben. H&#246;ren Sie erst recht auf, Wirtschaftsforschungsinstituten zu<br />
glauben. Und h&#246;ren Sie um Gottes willen damit auf, sich widerspruchslos<br />
erz&#228;hlen zu lassen, irgendeine Entscheidung sei alternativlos gewesen. So<br />
etwas gibt es in Demokratien nicht.</p>
<p>7. Wenn Sie jetzt so weit sind, dass Sie nicht mehr jeden Bl&#246;dsinn<br />
tolerieren, nutzen Sie Ihre Handlungsspielr&#228;ume. Sie leben in einem der<br />
reichsten L&#228;nder der Erde, Sie sind hervorragend ausgebildet, Sie haben Spa&#223;<br />
am Leben und finden sich ganz gut. Warum zum Teufel machen Sie jeden Tag<br />
dasselbe und nie etwas anderes?</p>
<p>8. Wie Sie Ihre Spielr&#228;ume nutzen sollen? Schauen Sie sich einfach an, was<br />
andere machen. Es gibt doch unglaublich tolle Ans&#228;tze und Projekte:<br />
Energiegenossenschaften, Nachbarschaftsg&#228;rten, fairen Konsum, lokale<br />
W&#228;hrungen, gro&#223;artige Stiftungen, Unternehmen, die sich dem Wachstumszwang<br />
verweigern. Schreiben Sie politischer, falls Sie Journalist sind. Forschen<br />
Sie f&#252;r eine andere Zukunft, falls Sie in der Wissenschaft sind. Wechseln<br />
Sie die Pausenthemen, falls Sie am Band arbeiten. Kaufen Sie anders ein,<br />
falls Sie ein Restaurant haben. Fragen Sie, wo der Fisch herkommt, wenn Sie<br />
essen gehen. Interessieren Sie sich f&#252;r die Zukunft Ihrer Sch&#252;ler, falls Sie<br />
Lehrerin oder Lehrer sind. Fusionieren Sie mit einem Kindergarten, wenn Sie<br />
ein Seniorenheim leiten. Denken Sie ans H&#246;llenfeuer, wenn Sie einem der vier<br />
gro&#223;en Energiekonzerne vorstehen. Produzieren Sie cradle to cradle, wenn Sie<br />
eine Fabrik besitzen. Riskieren Sie etwas, wenn Sie sich f&#252;r intellektuell<br />
halten.</p>
<p>9. Versuchen Sie irgendwo dazuzugeh&#246;ren, wo Sie stolz sagen k&#246;nnen: &#8220;Wir<br />
machen das anders!&#8221; Zum Beispiel eine Kultur der Achtsamkeit entwickeln,<br />
Ideen interessanter finden als Erfahrung, nicht auf Kosten anderer leben,<br />
oder was Ihnen sonst noch einf&#228;llt. Zukunftsf&#228;hig zu sein bedeutet das<br />
Gegenteil vom business as usual: lernend, fehlerfreundlich, reversibel zu<br />
handeln.</p>
<p>10. Bilden Sie Labore der Zukunft und haben Sie Spa&#223; dabei. Vergessen Sie<br />
das &#8220;5-vor-12&#8243;-Blabla der &#214;kobewegung und das Gerede von der<br />
&#8220;Weltgemeinschaft&#8221; und der Notwendigkeit globaler L&#246;sungen. Niemand hat an<br />
Ihrer Wiege gestanden und mit hohler Stimme gesagt: &#8220;Lars, du bist zu uns<br />
gekommen, um die Welt zu retten!&#8221; Es gen&#252;gt v&#246;llig, wenn Sie beginnen, mit<br />
Ihrem Leben, Ihren Lieben und Ihrem Land verantwortungsvoll und<br />
zukunftsf&#228;hig umzugehen. Das aber bitte gleich.</p>
<p>Stornieren Sie Ihre n&#228;chste bl&#246;de Flugreise (Sie wollen da sowieso nicht<br />
hin), bestellen Sie Ihr n&#228;chstes Auto erst gar nicht (es wird Sie<br />
ungl&#252;cklicher machen, weil Sie glaubten, es mache Sie gl&#252;cklicher), kaufen<br />
Sie nichts mehr, was zu billig ist (denn dann hat irgendjemand zu wenig<br />
bekommen). S&#228;beln Sie in Ihre Weihnachtsgans und teilen Sie Ihren Kindern<br />
oder Enkeln mit, dass Sie ab jetzt Ihr Leben &#228;ndern werden. Das wird Ihnen<br />
helfen, es tats&#228;chlich zu tun (denn jetzt k&#246;nnen Sie nicht mehr zur&#252;ck).</p>
<p>Harald Welzer, 52, lehrt am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen und<br />
ver&#246;ffentlichte zuletzt mit Claus Leggewie &#8220;Das Ende der Welt, wie wir sie<br />
kannten&#8221; (S. Fischer).</p>
<p><a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=http%3A%2F%2Fwww.kwi-nrw.de%2Fhome%2Fprofil-hwelzer.html" target="_blank">http://www.kwi-nrw.de/home/profil-hwelzer.html</a><br />
<a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=http%3A%2F%2Fwww.fischerverlage.de%2Fbuch%2F9783100433114" target="_blank">http://www.fischerverlage.de/buch/9783100433114</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Staatsbankrott Griechenland</title>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 12:33:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>viajero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Altland]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft & Geld]]></category>
		<category><![CDATA[geld]]></category>
		<category><![CDATA[Verschuldung]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt immer mehr Menschen, welche Glauben die immense Verschuldung Griechenlands kommt daher, das die Griechen faul sind und ihre Finanzen nicht ordentlich verwalten. Und wir m&#252;ssen jetzt daf&#252;r zahlen? Das erscheint nat&#252;rlich als ungerecht. Steuergelder werden aber in jedem Land verschwendet. Solche Griechenland-Stories k&#246;nnten &#228;hnlich von jedem Land geschrieben werden. Der eigentlich Grund liegt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt immer mehr Menschen, welche Glauben die immense Verschuldung Griechenlands kommt daher, das die Griechen faul sind und ihre Finanzen nicht ordentlich verwalten. Und wir m&#252;ssen jetzt daf&#252;r zahlen? Das erscheint nat&#252;rlich als ungerecht.</p>
<ul>
<li> Steuergelder werden aber in jedem Land verschwendet. Solche Griechenland-Stories k&#246;nnten &#228;hnlich von jedem Land geschrieben werden.</li>
<li>Der eigentlich Grund liegt viel tiefer und schaukelt sich schon seit 40 Jahren hoch. Griechenland ist hier der erste Schwachpunkt, wird aber nicht der letzte bleiben.</li>
<li>Einen Artikel mit anschaulicher Erkl&#228;rung dazu und was uns noch erwartet: <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32551/1.html" target="_blank">Krisenmythos Griechenland</a>.</li>
<li>Ein finanzcrash im gro&#223;en Stil g&#228;be wenigstens die Chance auf einen Neuanfang mit einem ges&#252;nderen Fundament (<a href="http://wiki.nuevalandia.net/Neuland-Geldsystem" target="_blank">Neuland-Geldsystem</a>)</li>
</ul>
<p>Gerne zum weitergeben. Es w&#228;re sch&#246;n, wenn der eine oder andere Stammtisch zur&#252;ckgewonnen werden k&#246;nnte und nicht auf den “ausl&#228;ndischen S&#252;ndenbock” hereinf&#228;llt… Bei der Schweinegrippe hat&#8217;s ja auch schon nicht geklappt und die Menschen waren schlauer als die Medien+Politiker&#8230; ;-)</p>]]></content:encoded>
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		<title>Die 2. Wende</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Apr 2010 17:12:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>viajero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausblicke auf Neuland]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[neubeginn]]></category>
		<category><![CDATA[Verschuldung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Die 1. Wende Ich bin in der DDR gro&#223; geworden. Meine Eltern waren in der Kirche (dem einzigen institutionellen Gegenspieler der DDR-Diktatur) und schon immer kritisch gegen&#252;ber dem System gewesen. Es war f&#252;r die meisten offensichtlich, da&#223; sie vom DDR-Staat verarscht werden. Die Mauer um die b&#246;sen Imperialisten abzuwehren, hatte den Stacheldraht nach innen! Ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die 1. Wende</strong></p>
<p>Ich bin in der DDR gro&#223; geworden. Meine Eltern waren in der Kirche (dem einzigen institutionellen Gegenspieler der DDR-Diktatur) und schon immer kritisch gegen&#252;ber dem System gewesen.</p>
<p>Es war f&#252;r die meisten offensichtlich, da&#223; sie vom DDR-Staat verarscht werden. Die Mauer um die b&#246;sen Imperialisten abzuwehren, hatte den Stacheldraht nach innen! Ein Konstruktionsfehler?</p>
<p>Trotzdem gab es tats&#228;chlich Leute, welche den Schmus glaubten (das war bei Hitler ja auch schon so). Und viele die sich anpassten+mitmachten um studieren zu k&#246;nnen oder Karriere zu machen.</p>
<p>Im Herbst &#8217;89 war die Verarschung aber zu vielen bewu&#223;t und das Anpassen zu doof. Es ging los mit Gespr&#228;chskreisen und nat&#252;rlich den Montagsdemos. Die Leute wachten pl&#246;tzlich auf, hatten wieder viel mehr Freude und Tatendrang. Man konnte pl&#246;tzlich &#246;ffentlich frei reden und es gab tausende Gleichgesinnte. Es war eine sehr sch&#246;ne Zeit! Wie Fr&#252;hling!</p>
<p>Es lag in der Luft, da&#223; etwas Gro&#223;es passieren w&#252;rde. Tats&#228;chlich und gl&#252;cklicherweise war das Gro&#223;e nicht eine blutige Niederschlagung wie in Prag oder Peking, sondern ein friedlicher Umsturz. Es knisterte wirklich in der Luft, als wir bei den Montagsdemos den bewaffneten Polizisten Kerzen schenkten.</p>
<p>Man merkte auch, da&#223; die Sicherheitsbeamten selbst nicht richtig wu&#223;ten, wie sie reagieren sollten. Sicher hatten sie vorher eine Gehirnw&#228;sche bekommen und erwarteten b&#246;se, gewaltbereite Umst&#252;rzler. Als es dann Familien mit Kindern, Rentner und Professoren waren, kamen ihnen vielleicht sp&#228;testens jetzt die ersten Zweifel an ihrem System-Glauben.</p>
<p>Der Mauerfall war dann nat&#252;rlich ein Highlight und es gab eine richtige Jubelstimmung wie bei einem gro&#223;en Sieg der eigenen Fu&#223;ballmannschaft.</p>
<p><strong>1 Jahr Machtvakuum</strong></p>
<p>Aber auch danach blieb es bis zur Wiedervereinigung unheimlich aufregend. Der Himmel schien das erste Mal ge&#246;ffnet, alles schien m&#246;glich zu sein und viel besser zu werden. Vor allem: wir selbst hatten es in der Hand. Die Politiker waren pl&#246;tzlich normale B&#252;rger von den Montagsdemos und nicht mehr unpers&#246;nliche Typen im Elfenbeinturm. Man konnte wirklich etwas bewegen!</p>
<p>Vor allem gab es dieses Jahr lang soviel Freiheit wie vorher und nachher nicht mehr. Die DDR-Diktatur hatte ausgedient und konnte einem nichts mehr anhaben und der Kapitalismus hatte die Ossies noch nicht einsortiert. Wir befanden uns sozusagen f&#252;r 1 Jahr in einem Macht-Vakuum wo die B&#252;rger mal nicht &#252;ber den Tisch gezogen wurden. Da wurden auch ein paar richtig gute Gesetze gemacht (z.B. die Einrichtung der Nationalparks)</p>
<p>Im Sommer &#8217;90 war ich im besten Ferienlager aller Zeiten. Ich war in der gr&#246;&#223;ten Gruppe. Die fr&#252;here G&#228;ngelei mit Apellen und so gab es nat&#252;rlich nicht mehr. Daf&#252;r gab es unglaublich viele Rechte+M&#246;glichkeiten. Vor allem f&#252;r uns &#196;lteste. Deutschland gewann auch noch die Weltmeisterschaft!</p>
<p>Sp&#228;ter war ich selbst Ferienbetreuer. Diese Freiheiten f&#252;r die Jugendlichen wurden nach der Vereinigung schnell wieder kassiert aufgrund von Sicherheitsdenken/Angst oder dem Klagerecht der Eltern usw. Daf&#252;r mu&#223;te man die richtigen Markenklamotten und Videospiele haben.</p>
<p>Das Machtvakuum sp&#252;rte man auch bei Beamten+Polizei. Weder vorher noch nachher gab es so wenig Kontrolle und Willk&#252;r (und trotzdem wurde es von den B&#252;rgern nicht ausgenutzt, sondern als Lebensqualit&#228;t erfahren)</p>
<p>Nat&#252;rlich waren nicht alle gl&#252;cklich. Es gab z.B. diejenigen, welche bis zum Schluss an die sozialistischen M&#228;rchen geglaubt haben. Als es nun in Scherben lag, passierte das bei einigen auch mit der Psyche. Oder die fr&#252;heren Nutznie&#223;er, welche nicht schnell genug die Kurve kriegten und ihrer Macht entledigt wurden, verfielen dem Alkohol.</p>
<p><strong>Besetzung der Macht<br />
</strong></p>
<p>Der Kapitalismus brauchte nur 1 Jahr um das entstandene Vakuum zu &#252;bernehmen. Dies lief genauso wie am Anfang des Sozialismus mit Versprechungen von der besseren Welt und den &#8220;bl&#252;henden Landschaften&#8221;. Die Menschen wurden mit genau dem angef&#252;ttert, was sie vorher nicht hatten (Reisefreiheit + alles ist k&#228;uflich). Auf was es dann langfristig zu verzichten galt, stand im Kleingedruckten. Das hat aber sowieso niemand lesen wollen.</p>
<p>Ob nun Abschaffung der Sklaverei, Feudalismus, franz&#246;sische Revolution&#8230;  in der Geschichte war es bisher immer so. Nach einer Revolution (egal ob friedlich oder blutig), gab es nach nicht allzu langer Zeit wieder Strukturen, welche die einen zu Lemminge und die anderen zu einer Art von Herrschern machte. Dies sicher meist sogar unbewu&#223;t ohne wirkliche &#8220;Strippenzieher&#8221; im Hintergrund (siehe &#8220;<a href="http://wiki.nuevalandia.net/Unbewu%C3%9Fte_Ausbeutung" target="_blank">unbewu&#223;te Ausbeutung</a>&#8220;). Nur dadurch, da&#223; die M&#246;glichkeit der Ausbeutung bestand, findet sich jemand der sie nutzt. Dieses oft sogar unwissentlich (wie z.B. bei der <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Altland-Geldsystem" target="_blank">Zinsproblematik</a>).</p>
<p><strong>Das schleichende Gift</strong></p>
<p>Das jetzige System zieht genauso die Masse sowie die Natur &#252;ber den Tisch. Nutznie&#223;er ist eine Minderheit. Es ist nur nicht so offensichtlich.</p>
<p>Finanzkrise, marode Sozialsysteme, Arbeitslosigkeit, Wirtschaftsrezessionen, sinkende Realeinkommen, globale Umweltzerst&#246;rung, vermehrter Stress auf Arbeit + &#8220;Burnouts&#8221;, unsichere Renten, sinkende Lebensqualit&#228;t, Schlie&#223;ungen von Schulen, B&#228;dern+Bibliotheken&#8230;</p>
<p>Es fehlt immer mehr am Geld f&#252;r die &#8220;richtigen Sachen&#8221;. Die Milliarden, welche &#252;ber den Solidarpakt nach Ostdeutschland gekippt werden, gehen z&#252;gig mit anderen Milliarden &#252;ber die Filialen von Aldi+Co. in die Konzernzentralen nach Westdeutschland oder in den Rest der Welt. Inzwischen bleibt das Geld aber auch nicht mehr in Westdeutschland oder dem Rest der Welt: T&#228;glich sind in Deutschland inzwischen mehrere Milliarden € an Zinsen f&#228;llig, welche die Unternehmer f&#252;r ihre Kredite zahlen m&#252;ssen. Vor wenigen Jahrzehnten waren es lediglich Millionen. Diese Milliarden stecken in den Preisen der G&#252;ter. Somit zahlt jeder inzwischen durchschnittlich 40% vom Produktpreis diese Zinsen. Wenn jeder auch wieder von den Zinsen etwas abbeckommt, w&#228;re ja alles in Ordnung. Allerdings gewinnen nur 10% der Haushalte in Deutschland dabei (diese aber richtig!). Damit existiert eine riesige Umverteilungsmaschine, welche t&#228;glich Milliarden von 90% der Deutschen zu den 10% reichsten Deutschen verteilt. Diese k&#246;nnen soviel gar nicht ausgeben, sondern nur wieder anlegen -&gt; Die Schere &#246;ffnet sich weiter&#8230; Bis wann???</p>
<p>Nicht nur die Wirtschaft dr&#252;ckt auf die Arbeitnehmer, sondern auch der Staat. Obwohl er ja jedes Jahr immer soviel Geld einnimmt und zus&#228;tzlich an Krediten aufnimmt (<a href="http://wiki.nuevalandia.net/Staatsverschuldung" target="_blank">Staatsverschuldung</a>). Dem gegen&#252;ber beschweren sich die Volkswirte+Zentralbanker, da&#223; zu viel Geld an den B&#246;rsenm&#228;rkten ist und die Spekulationen anheizen bis sie platzen.</p>
<p>Das Geld ist also da, nur an der falschen Stelle. Die einen haben soviel, dass sie nicht wissen wohin damit und andere verhungern. Damit verwehrt es nicht nur den Nutzen, den das Geld an der richtigen Stelle (z.B. Bildung) h&#228;tte, sondern es schafft sogar zus&#228;tzliche Risiken und Zusammenbr&#252;che zuerst im Finanzmarkt und dann in der Realwirtschaft mit Arbeitslosigkeit &amp; Co.</p>
<p><strong>Die 2. Wende</strong></p>
<p>Inzwischen merken immer mehr Menschen, wie damals in der DDR, dass etwas faul ist und stinkt. Immer mehr Menschen glauben nicht mehr an die Versprechungen und Hinhaltetaktik der Politiker und wissen, dass es nicht so weitergehen kann.</p>
<p>Irgendwann (in 2, 5 oder 10 Jahren?) wird der Kaiser so nackt wie Honecker &amp; Co. anno &#8217;89 dastehen. Es wird dann den meisten klar sein, wie weit der Karren im Dreck steckt und das ohne einen Systemwechsel von Altland nach Neuland nichts mehr geht.</p>
<p>Dann wird es eine 2. Wende geben. Da bin ich schon gespannt drauf! Es wird wieder eine ungeahnte Aufbruchstimmung geben, die Luft wird knistern und alles wird m&#246;glich sein. Die Leute sehen nicht mehr so m&#252;de aus und man sieht wieder mehr echte Freude am Leben und Sinn in der eigenen Arbeit&#8230;</p>
<p>Genau wie &#8217;89 wird es wieder Menschen geben, welche bis zum Schluss den Versprechungen des Kapitalismus auf den Leim gehen und z.B. denken, dass unser Problem die ganzen Sozialhilfeempf&#228;nger und faulen Leute (&#8220;Harzer&#8221;), welche sich nur ausruhen, sind. Vielleicht sind dies die gleichen, welche damals die bl&#252;henden Landschaften versprochen und den Aberglaube an den Sozialismus der Ossis bel&#228;chelt haben. Hochmut kommt vor dem Fall! Es ist nat&#252;rlich nicht einfach sein eigenes Weltbild offen &#228;ndern zu m&#252;ssen. Deswegen wird bis zum Schluss an dem nicht-funktionierenden Altland festgehalten. Aber am Ende begreifen es auch die Letzten oder landen im Alkohol !</p>
<p><strong>Nach der 2. Wende</strong></p>
<p>&#8230;Die M&#228;rchen h&#246;ren dann immer auf mit &#8220;und wenn sie nicht gestorben sind&#8230;&#8221;. Im wirklichen Leben geht es aber weiter.</p>
<p>Kommt dann z.B.? :</p>
<ul>
<li>Wir erkennen das unsere Energie komplett aus erneuerbar/&#214;ko kommen mu&#223;. Allerdings machen das wieder die gro&#223;en Energiekonzerne. Sie akkumulieren z.B. die Biomasse und nutzen sie dann in Gro&#223;kraftwerken. Die Bauern bekommen weiterhin wie bei Milch, Getreide und Fleisch vorgegebene Preise. Der Gewinn flie&#223;t wieder aus der Region ab.</li>
<li>Wir erkennen, da&#223; unser Zinssystem eine Ursache des irrsinnigen <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Wirtschaftswachstum" target="_blank">Wachstumsdrucks</a> ist und die Schere Arm/Reich immer mehr auseinandertreibt. Wir schaffen deswegen ein ges&#252;nderes Geldsystem mit Umlaufsicherung. Dies &#252;bernimmt dann aber wieder eine Zentralbank und damit wird wieder eine Machtstruktur etabliert.</li>
<li>Wir erkennen, da&#223; die Politiker nicht immer im Sinne des Volkes entscheiden und schaffen den <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Lobbyismus" target="_blank">Lobbyismus</a> ab und nehmen die Politiker auch mehr in die Verantwortung bei Fehlentscheidungen (Pensionsk&#252;rzung, Gehaltsk&#252;rzung). Aber wer macht das? Reicht das?</li>
<li>usw.</li>
</ul>
<p>&#8230;und wir werden wieder zu treuen Lemmingen degradiert&#8230;</p>
<p>&#8230;oder schaffen wir es dann uns nicht wieder die &#8220;Butter vom Brot zu nehmen&#8221;? Geben wir die Macht nicht wieder an eine Gruppe &#8220;Schlauere&#8221; ab, sondern schaffen Systeme in Wirtschaft+Gesellschaft  indenen gar keine Ausbeutung mehr erfolgen kann (s. <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Strukturelle_Nichtausbeutungsf%C3%A4higkeit" target="_blank">strukturelle Nichtausbeutungsf&#228;higkeit</a>)? &#8230;Eine wirkliche Demokratie und freie Gesellschaft mit einer nachhaltigen und zukunftsf&#228;higen Wirtschaft + Geldsystem? z.B.</p>
<ul>
<li>Wir schaffen eine <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Neuland-Energie" target="_blank">dezentrale, nachaltige Energieversorgun</a>g aus frei verf&#252;gbaren oder nachwachsenden Rohstoffen. Jede Stadt hat ihren Energie-Mix angepasst an die eigene Region und stellt das meiste auch mit kleinen+mittleren Blockkraftwerken, Wind-, Sonne- und Biomasse selbst her. Somit bleibt die Wertsch&#246;pfung auch in der Region</li>
<li>Wir stellen ein <a href="http://wiki.nuevalandia.net/Neuland-Geldsystem" target="_blank">komplement&#228;res Geldsystem</a> neben das bestehende. Dieses besteht wie die Energie aus einem gesunden Mix von W&#228;hrungen, welche genau f&#252;r ihren Zweck konzipiert sind.</li>
<li>Wir f&#252;hren eine<a href="http://wiki.nuevalandia.net/Neuland-Politik#Mitspracherechte" target="_blank"> fl&#252;ssige Demokratie</a> ein, in der jeder ohne gro&#223;en Aufwand mitbestimmen kann oder aber seine Stimme jederzeit an andere verleihen kann, denen man vertraut und die mehr Ahnung haben.</li>
</ul>
<p><em>Man darf gespannt sein&#8230;</em></p>
<p><em>Jeder bekommt die Regierung und das System, was er verdient&#8230;<br />
</em></p>
<p><em>Falls es nicht klappt, dann sind die Menschen vielleicht bei der 3. Wende schlauer&#8230;?!</em></p>]]></content:encoded>
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