Es gibt immer mehr Menschen, welche Glauben die immense Verschuldung Griechenlands kommt daher, das die Griechen faul sind und ihre Finanzen nicht ordentlich verwalten. Und wir müssen jetzt dafür zahlen? Das erscheint natürlich als ungerecht.

  • Steuergelder werden aber in jedem Land verschwendet. Solche Griechenland-Stories könnten ähnlich von jedem Land geschrieben werden.
  • Der eigentlich Grund liegt viel tiefer und schaukelt sich schon seit 40 Jahren hoch. Griechenland ist hier der erste Schwachpunkt, wird aber nicht der letzte bleiben.
  • Einen Artikel mit anschaulicher Erklärung dazu und was uns noch erwartet: Krisenmythos Griechenland.
  • Ein finanzcrash im großen Stil gäbe wenigstens die Chance auf einen Neuanfang mit einem gesünderen Fundament (Neuland-Geldsystem)

Gerne zum weitergeben. Es wäre schön, wenn der eine oder andere Stammtisch zurückgewonnen werden könnte und nicht auf den “ausländischen Sündenbock” hereinfällt… Bei der Schweinegrippe hat’s ja auch schon nicht geklappt und die Menschen waren schlauer als die Medien+Politiker… ;-)

Die 2. Wende

Die 1. Wende

Ich bin in der DDR groß geworden. Meine Eltern waren in der Kirche (dem einzigen institutionellen Gegenspieler der DDR-Diktatur) und schon immer kritisch gegenüber dem System gewesen.

Es war für die meisten offensichtlich, daß sie vom DDR-Staat verarscht werden. Die Mauer um die bösen Imperialisten abzuwehren, hatte den Stacheldraht nach innen! Ein Konstruktionsfehler?

Trotzdem gab es tatsächlich Leute, welche den Schmus glaubten (das war bei Hitler ja auch schon so). Und viele die sich anpassten+mitmachten um studieren zu können oder Karriere zu machen.

Im Herbst ’89 war die Verarschung aber zu vielen bewußt und das Anpassen zu doof. Es ging los mit Gesprächskreisen und natürlich den Montagsdemos. Die Leute wachten plötzlich auf, hatten wieder viel mehr Freude und Tatendrang. Man konnte plötzlich öffentlich frei reden und es gab tausende Gleichgesinnte. Es war eine sehr schöne Zeit! Wie Frühling!

Es lag in der Luft, daß etwas Großes passieren würde. Tatsächlich und glücklicherweise war das Große nicht eine blutige Niederschlagung wie in Prag oder Peking, sondern ein friedlicher Umsturz. Es knisterte wirklich in der Luft, als wir bei den Montagsdemos den bewaffneten Polizisten Kerzen schenkten.

Man merkte auch, daß die Sicherheitsbeamten selbst nicht richtig wußten, wie sie reagieren sollten. Sicher hatten sie vorher eine Gehirnwäsche bekommen und erwarteten böse, gewaltbereite Umstürzler. Als es dann Familien mit Kindern, Rentner und Professoren waren, kamen ihnen vielleicht spätestens jetzt die ersten Zweifel an ihrem System-Glauben.

Der Mauerfall war dann natürlich ein Highlight und es gab eine richtige Jubelstimmung wie bei einem großen Sieg der eigenen Fußballmannschaft.

1 Jahr Machtvakuum

Aber auch danach blieb es bis zur Wiedervereinigung unheimlich aufregend. Der Himmel schien das erste Mal geöffnet, alles schien möglich zu sein und viel besser zu werden. Vor allem: wir selbst hatten es in der Hand. Die Politiker waren plötzlich normale Bürger von den Montagsdemos und nicht mehr unpersönliche Typen im Elfenbeinturm. Man konnte wirklich etwas bewegen!

Vor allem gab es dieses Jahr lang soviel Freiheit wie vorher und nachher nicht mehr. Die DDR-Diktatur hatte ausgedient und konnte einem nichts mehr anhaben und der Kapitalismus hatte die Ossies noch nicht einsortiert. Wir befanden uns sozusagen für 1 Jahr in einem Macht-Vakuum wo die Bürger mal nicht über den Tisch gezogen wurden. Da wurden auch ein paar richtig gute Gesetze gemacht (z.B. die Einrichtung der Nationalparks)

Im Sommer ’90 war ich im besten Ferienlager aller Zeiten. Ich war in der größten Gruppe. Die frühere Gängelei mit Apellen und so gab es natürlich nicht mehr. Dafür gab es unglaublich viele Rechte+Möglichkeiten. Vor allem für uns Älteste. Deutschland gewann auch noch die Weltmeisterschaft!

Später war ich selbst Ferienbetreuer. Diese Freiheiten für die Jugendlichen wurden nach der Vereinigung schnell wieder kassiert aufgrund von Sicherheitsdenken/Angst oder dem Klagerecht der Eltern usw. Dafür mußte man die richtigen Markenklamotten und Videospiele haben.

Das Machtvakuum spürte man auch bei Beamten+Polizei. Weder vorher noch nachher gab es so wenig Kontrolle und Willkür (und trotzdem wurde es von den Bürgern nicht ausgenutzt, sondern als Lebensqualität erfahren)

Natürlich waren nicht alle glücklich. Es gab z.B. diejenigen, welche bis zum Schluss an die sozialistischen Märchen geglaubt haben. Als es nun in Scherben lag, passierte das bei einigen auch mit der Psyche. Oder die früheren Nutznießer, welche nicht schnell genug die Kurve kriegten und ihrer Macht entledigt wurden, verfielen dem Alkohol.

Besetzung der Macht

Der Kapitalismus brauchte nur 1 Jahr um das entstandene Vakuum zu übernehmen. Dies lief genauso wie am Anfang des Sozialismus mit Versprechungen von der besseren Welt und den “blühenden Landschaften”. Die Menschen wurden mit genau dem angefüttert, was sie vorher nicht hatten (Reisefreiheit + alles ist käuflich). Auf was es dann langfristig zu verzichten galt, stand im Kleingedruckten. Das hat aber sowieso niemand lesen wollen.

Ob nun Abschaffung der Sklaverei, Feudalismus, französische Revolution…  in der Geschichte war es bisher immer so. Nach einer Revolution (egal ob friedlich oder blutig), gab es nach nicht allzu langer Zeit wieder Strukturen, welche die einen zu Lemminge und die anderen zu einer Art von Herrschern machte. Dies sicher meist sogar unbewußt ohne wirkliche “Strippenzieher” im Hintergrund (siehe “unbewußte Ausbeutung“). Nur dadurch, daß die Möglichkeit der Ausbeutung bestand, findet sich jemand der sie nutzt. Dieses oft sogar unwissentlich (wie z.B. bei der Zinsproblematik).

Das schleichende Gift

Das jetzige System zieht genauso die Masse sowie die Natur über den Tisch. Nutznießer ist eine Minderheit. Es ist nur nicht so offensichtlich.

Finanzkrise, marode Sozialsysteme, Arbeitslosigkeit, Wirtschaftsrezessionen, sinkende Realeinkommen, globale Umweltzerstörung, vermehrter Stress auf Arbeit + “Burnouts”, unsichere Renten, sinkende Lebensqualität, Schließungen von Schulen, Bädern+Bibliotheken…

Es fehlt immer mehr am Geld für die “richtigen Sachen”. Die Milliarden, welche über den Solidarpakt nach Ostdeutschland gekippt werden, gehen zügig mit anderen Milliarden über die Filialen von Aldi+Co. in die Konzernzentralen nach Westdeutschland oder in den Rest der Welt. Inzwischen bleibt das Geld aber auch nicht mehr in Westdeutschland oder dem Rest der Welt: Täglich sind in Deutschland inzwischen mehrere Milliarden € an Zinsen fällig, welche die Unternehmer für ihre Kredite zahlen müssen. Vor wenigen Jahrzehnten waren es lediglich Millionen. Diese Milliarden stecken in den Preisen der Güter. Somit zahlt jeder inzwischen durchschnittlich 40% vom Produktpreis diese Zinsen. Wenn jeder auch wieder von den Zinsen etwas abbeckommt, wäre ja alles in Ordnung. Allerdings gewinnen nur 10% der Haushalte in Deutschland dabei (diese aber richtig!). Damit existiert eine riesige Umverteilungsmaschine, welche täglich Milliarden von 90% der Deutschen zu den 10% reichsten Deutschen verteilt. Diese können soviel gar nicht ausgeben, sondern nur wieder anlegen -> Die Schere öffnet sich weiter… Bis wann???

Nicht nur die Wirtschaft drückt auf die Arbeitnehmer, sondern auch der Staat. Obwohl er ja jedes Jahr immer soviel Geld einnimmt und zusätzlich an Krediten aufnimmt (Staatsverschuldung). Dem gegenüber beschweren sich die Volkswirte+Zentralbanker, daß zu viel Geld an den Börsenmärkten ist und die Spekulationen anheizen bis sie platzen.

Das Geld ist also da, nur an der falschen Stelle. Die einen haben soviel, dass sie nicht wissen wohin damit und andere verhungern. Damit verwehrt es nicht nur den Nutzen, den das Geld an der richtigen Stelle (z.B. Bildung) hätte, sondern es schafft sogar zusätzliche Risiken und Zusammenbrüche zuerst im Finanzmarkt und dann in der Realwirtschaft mit Arbeitslosigkeit & Co.

Die 2. Wende

Inzwischen merken immer mehr Menschen, wie damals in der DDR, dass etwas faul ist und stinkt. Immer mehr Menschen glauben nicht mehr an die Versprechungen und Hinhaltetaktik der Politiker und wissen, dass es nicht so weitergehen kann.

Irgendwann (in 2, 5 oder 10 Jahren?) wird der Kaiser so nackt wie Honecker & Co. anno ’89 dastehen. Es wird dann den meisten klar sein, wie weit der Karren im Dreck steckt und das ohne einen Systemwechsel von Altland nach Neuland nichts mehr geht.

Dann wird es eine 2. Wende geben. Da bin ich schon gespannt drauf! Es wird wieder eine ungeahnte Aufbruchstimmung geben, die Luft wird knistern und alles wird möglich sein. Die Leute sehen nicht mehr so müde aus und man sieht wieder mehr echte Freude am Leben und Sinn in der eigenen Arbeit…

Genau wie ’89 wird es wieder Menschen geben, welche bis zum Schluss den Versprechungen des Kapitalismus auf den Leim gehen und z.B. denken, dass unser Problem die ganzen Sozialhilfeempfänger und faulen Leute (“Harzer”), welche sich nur ausruhen, sind. Vielleicht sind dies die gleichen, welche damals die blühenden Landschaften versprochen und den Aberglaube an den Sozialismus der Ossis belächelt haben. Hochmut kommt vor dem Fall! Es ist natürlich nicht einfach sein eigenes Weltbild offen ändern zu müssen. Deswegen wird bis zum Schluss an dem nicht-funktionierenden Altland festgehalten. Aber am Ende begreifen es auch die Letzten oder landen im Alkohol !

Nach der 2. Wende

…Die Märchen hören dann immer auf mit “und wenn sie nicht gestorben sind…”. Im wirklichen Leben geht es aber weiter.

Kommt dann z.B.? :

  • Wir erkennen das unsere Energie komplett aus erneuerbar/Öko kommen muß. Allerdings machen das wieder die großen Energiekonzerne. Sie akkumulieren z.B. die Biomasse und nutzen sie dann in Großkraftwerken. Die Bauern bekommen weiterhin wie bei Milch, Getreide und Fleisch vorgegebene Preise. Der Gewinn fließt wieder aus der Region ab.
  • Wir erkennen, daß unser Zinssystem eine Ursache des irrsinnigen Wachstumsdrucks ist und die Schere Arm/Reich immer mehr auseinandertreibt. Wir schaffen deswegen ein gesünderes Geldsystem mit Umlaufsicherung. Dies übernimmt dann aber wieder eine Zentralbank und damit wird wieder eine Machtstruktur etabliert.
  • Wir erkennen, daß die Politiker nicht immer im Sinne des Volkes entscheiden und schaffen den Lobbyismus ab und nehmen die Politiker auch mehr in die Verantwortung bei Fehlentscheidungen (Pensionskürzung, Gehaltskürzung). Aber wer macht das? Reicht das?
  • usw.

…und wir werden wieder zu treuen Lemmingen degradiert…

…oder schaffen wir es dann uns nicht wieder die “Butter vom Brot zu nehmen”? Geben wir die Macht nicht wieder an eine Gruppe “Schlauere” ab, sondern schaffen Systeme in Wirtschaft+Gesellschaft  indenen gar keine Ausbeutung mehr erfolgen kann (s. strukturelle Nichtausbeutungsfähigkeit)? …Eine wirkliche Demokratie und freie Gesellschaft mit einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Wirtschaft + Geldsystem? z.B.

  • Wir schaffen eine dezentrale, nachaltige Energieversorgung aus frei verfügbaren oder nachwachsenden Rohstoffen. Jede Stadt hat ihren Energie-Mix angepasst an die eigene Region und stellt das meiste auch mit kleinen+mittleren Blockkraftwerken, Wind-, Sonne- und Biomasse selbst her. Somit bleibt die Wertschöpfung auch in der Region
  • Wir stellen ein komplementäres Geldsystem neben das bestehende. Dieses besteht wie die Energie aus einem gesunden Mix von Währungen, welche genau für ihren Zweck konzipiert sind.
  • Wir führen eine flüssige Demokratie ein, in der jeder ohne großen Aufwand mitbestimmen kann oder aber seine Stimme jederzeit an andere verleihen kann, denen man vertraut und die mehr Ahnung haben.

Man darf gespannt sein…

Jeder bekommt die Regierung und das System, was er verdient…

Falls es nicht klappt, dann sind die Menschen vielleicht bei der 3. Wende schlauer…?!

Monopolisierung

Die Mücke wird zum Elefanten

Neulich erhielt ich die Nachricht, dass die Ingenieurkammern Deutschlands einen Berufsausweis für Ingenieure einführen werden. In dem Artikel, der über die Ingenieursausweise berichtet, wird von “weniger Bürokratie”, “größere Mobilität”  und “Transparenz für den Verbraucher gesprochen”. Als ich das gelesen hatte, hat sich mir fast der Magen umgedreht. Vielleicht werdet Ihr Euch denken, dass ich alles  nun wirklich zu schwarz sehe, dass ich mal wieder aus einer Mücke einen Elefanten mache. Zugegeben, der Berufsausweis sieht ziemlich schnittig aus und zeugt von der Wichtigkeit eines Trägers. Da kann sich der Träger des Ausweises sich gleich doppelt so groß fühlen, als er als kleines Würstchen im Räderwerk der Wirtschaft wirklich ist. Der Ausweis ist ja auch schön und hinten drauf steht, was sein Träger so alles kann, wie qualifiziert er ist. Ein Ausweis, der von so vielen Qualifikationen seines Trägers kündet verspricht sicher ein hohes Honorar. Die Kunden werden dem Träger des Ausweises sicher zu Füßen liegen. Nun gut: Nehmen wir theoretisch mal an, es sei so. Der Ausweis macht seinen Träger zum Gottvater des Wissens in seinem Spezialgebiet. Da möchte ich Euch aber eine kleine Geschichte erzählen von Norbert dem Schweißer.

Norbert der Schweißer

Norbert ist Druckschweißer, ein sehr talentierter Schweißer mit einer ruhigen Hand und mit viel Liebe zu seinem Beruf. Er hat auch auch schon bei Schweißwettbewerben die Vorderen Plätze belegt.  Ihr wisst nicht, was ein Druckschweißer ist? Ein Druckschweißer ist ein Schweißer, der die Schweißerprüfung alle 2 Jahre ablegen muss, um dann Behälter schweißen zu dürfen, die unter Druck stehen. Solche Schweißer werden im allgemeinen sehr gut bezahlt, da zum Schweißen einerseits handwerkliches Talent und zum anderen aus Gründen der Sicherheit eine gewisse Qualität der Schweißnäte nötig ist.

Also Norbert ist ein solcher Druckschweißer, ist aber in einer Leiharbitsfirma zu einem Hungerlohn beschäftigt, so wie es heute modern ist. Das dumme ist nun, dass bald seine Schweißerprüfung ablaufen wird und dass er aufgrund seines modernen Gehalts keine 10000 € übrig hat, um seine Schweißerprüfung ablegen zu dürfen. Das ist jetzt aber dumm gelaufen … Die Institute, die die Schweißerprüfung abnehmen sind die Eigentümer der Lebensgrundlage “Schweißerhandwerk” und sie bestimmen, wer schweißen darf und wer nicht. Norbert wird bald nicht mehr als Schweißer arbeiten dürfen und durch den Ablauf seiner Schweißerprüfung eine moderne Art des Berufsverbots zu spüren bekommen.

Berufsausweise – Die Monopolisierung der Lebensgrundlage “Beruf”

Merkt Ihr was? Wenn ich also einen Berufsausweis habe, dann bestimme nicht ich, was in dem Berufsausweis steht. Wenn ich mir selbst autodidaktisch Qualifikationen aneigne und wunderbare Projekte realisiere wird das nicht in meinem Berufsausweis stehen. Ich muss irgendein Institut bitten, das es mir meine autodidaktisch erworbene Qualifikation in den Ausweis schreibt. Einen Rechtsanspruch darauf habe ich nicht. Wahrscheinlich werde ich für zusätzliche Eintragungen in den Berufsausweis viel Geld zahlen müssen. Wo ohne Berufsausweis die Reputation wichtig ist, kann jeder einzelne, auch wenn er wenig Geld hat, an seinen Fähigkeiten arbeiten und man wird ihm seine Fähigkeiten auch anerkennen. Durch den Berufsausweis wird der Einzelne zum Bittsteller, der gefällgist das zu machen hat, was Leute an Schreibtischen ihm befehlen.

Die neue Diktatur

Ich sage immer: “Schreiende, kleine, wahnsinnige Männer in brauner Uniform am Rednerpult sind out – Monopolisierung der Lebensgrundlagen ist in!” Überall wo man hinsieht werden Lebensgrundlagen monopolisiert. Einige Beispiele möchte ich Euch nennen:

  • Berufsausweise – Monopolisierung der Berufe
  • Urheberrecht – Monopolisierung der Kultur
  • Patente auf Erbgut -Monopolisierung des Lebens
  • Schulabschlüsse – Monopolisierung der Bildung
  • Kirchen – Monopolisierung des Glauben
  • CO2 Zertifikate – Monopolisierung der Luft
  • Biometrische Ausweise – Monopolisierung der Identität und des eigenen Körpers
  • Parteien - Monopolisierung der politische Meinung
  • Massenmedien – Monopolisierung der Berichterstattung
  • Telefongesellschaften – Monopolisierung der Telekommunikation
  • Beutekriege – Monopolisierung der Rohstoffe
  • Niedrige Löhne – Monopolisierung der Lebenszeit
  • Zensur - Monopolisierung der Meinungsfreiheit
  • Große Konzerne – Monopolisierung der Produktionsmittel, und des Saatguts
  • Patente – Monopolisierung von Technologie
  • GEMA – Monopolisiert der Kunst
  • Fallen Euch noch andere Beispiele ein? Schaut Euch einfach mal um…

Die Monopolisierung der Lebensgrundlagen ist die Basis für die Diktatur, die heute in dieser Welt herrscht. Als in früheren Zeiten Regierungen mit Gewalt über das Volk herrschten, haben sie sich mit der Zeit den Zorn der Menschen zugezogen und wurden gestürzt. Heute sind es nicht mehr Regierungen, die die Menschen beherrschen. Heute sind es Strukturen der Monoplisierung die die Lebensgrundlagen der Menschen kontrollieren. Die Menschen machen, was man von ihnen möchte, um an den Lebensgrundlagen teilhaben zu dürfen. Ihren Zorn über die Ausbeutung aber, können sie nur noch gegen sich selbst richten.

Was kann der einzelne dagegen tun?

  • Schaffung eigener Lebensgrundlagen gemeinsam mit Freunden und bekannten in der Region.
  • Offizielle Ablehnung von Berufsausweisen.
  • An seinen eigenen Fähigkeiten und Projekten arbeiten, unabhängig davon, ob andere Menschen das anerkennen
  • Darauf vertrauen, dass Menschen die Fähigkeiten anderer Menschen anerkennen. Meiner Erfahrung nach erkennen die Menschen die Fähigkeiten anderer Menschen gerne an, wenn wie diese persönlich kennen.

Es ist im Grunde genommen wie auf dem Kinderspielplatz. Wenn ein Kind mit einer leckeren Schokolade auftaucht, weckt es die Aufmerksamkeit der anderen Kinder. Mit den eigenen Fähigkeiten ist das genau so, wenn die Fähigkeit wie leckere Schokolade ist, die jedem schmeckt.

Auf einer kleinen Insel in Polynesien versucht ein engagiertes, internationales Netzwerk einen Neuland-Modellstaat als praktisches Beispiel aufzubauen:

Insel Moorea

Demokratie oder so

Wie war das doch gleich …

da gibt’s doch so ein so ein Stück Papier … wie heißt das noch mal  ….. ahh ich hab’s : Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. Fast hätte ich das Ding schon vergessen, da es irgendwie zu einem Stück Papier wird, auf dem man mit Füßen herumtritt und dass ständig irgendwie geändert wird. In besagtem Grundgesetz gibt es doch so einen Artikel. Da geht es irgendwie um Meinungsfreiheit in Wort, Schrift und Bild und so. Ich glaube, das steht im  Artikel 5.

So…

…. jetzt Guckt Euch doch mal dieses Video vom Bundestag auf youtube und erlebt euer blaues Wunder, wie wandlungsfähig unsere Demokratur ist.

Damals in der Schule

Ich hatte einen Geschichtslehrer, der hatte uns in der Geschichtsstunde mal gefragt, ob denn Stalin ein Verständnis von Demokratie hatte. Alle in der Klasse sagen natürlich “Nein – Stalin war doch ein Diktator!” Unser Geschichtslehrer widersprach uns mit den Worten “Doch, Stalin hatte durchaus ein Verständnis von Demokratie, aber ein anderes als wir es haben.” Ich möchte jetzt selbstverständlich nicht unsere Bundespolitiker mit Stalin vergleichen – nein – niemals – dazu müssten die sich schon etwas mehr anstrengen. Wie heißt es aber so schön: “Übung macht den Meister.” Auf jeden Fall verstehe ich jetzt viel besser, was mein Geschichtslehrer meinte…

Entwicklungshilfe

Entwicklungshilfe weit, weit weg

Ich sitze hier in meiner warmen Wohnung an meinem Schreibtisch und lasse gerade Gedanken Revue passieren, die mich seit den Gesprächen mit Ingenieuren beschäftigen, die Entwicklungshilfe betreiben. Diese Ingenieure bauen Zisternen und setzen sich für die Weitergabe von technischem Wissen ein. Dabei wächst in mir das Bedürfnis, auch etwas tun zu müssen und so denke ich darüber nach, auch irgendwie weit weit weg zu fahren, vielleicht nach Afrika oder Südamerika zu Menschen, von denen ich glaube, dass man ihnen mit Technik helfen kann. Sicher ist es eine gute Sache, anderen Menschen zu helfen und Leiden zu lindern, aber irgendwie spüre ich, dass dies nicht mein Weg ist.

Ich frage mich immer wieder, warum es vielen Menschen in anderen Ländern weit, weit weg so schlecht geht, warum viele von ihnen kein Wasser und kaum etwas zu Essen haben, warum sie täglich um ihre Existenz fürchten müssen. Ich denke, dass viele Dinge auf der Welt deshalb schief laufen, weil die Menschen in diesen Ländern durch die Gesellschaft, in der ich lebe, ausgebeutet werden. Ich bin ein Teil der Gesellschaft, die andere Menschen ausbeutet und bin irgendwie an der Ausbeutung beteiligt. Ich kaufe zwar meinen Kakao, meistens im Fair Trade Laden in der Stadt, aber irgendwie kommt mir das vor wie Schuldmanagement. Ich versuche, so wenig schädlich wie möglich zu sein, aber eigentlich ist der Versuch, möglichst wenig schädlich zu sein ziemlich unsinnig. Ich habe das Gefühl, dass ich die falsche Frage stelle. Was ist eigentlich die Frage? Warum beute ich indirekt über sieben Ecken den Rest der Welt aus, obwohl ich das gar nicht will?

Entwicklungsländer – und eine gewagte These

Was sind Entwicklungsländer? Wer stellt sich jetzt nicht viele dunkelhäutige Menschen vor, die in solchen “Entwicklungsländern” von Hilfslieferungen leben, so wie man es aus dem Fernsehen kennt? Ich denke, hier steckt ein Dankfehler. Darum möchte ich versuchen, einmal umgekehrt zu denken und die Vorstellung vom Entwicklungsland einmal bei Seite zu legen.

Was wäre, wenn nicht die Länder weit, weit weg die Entwicklungsländer sind sondern die sogenannten Industrieländer, also auch Deutschland? Warum brauchen die Industrieländer Entwicklungshilfe, wo die Menschen dort doch alles haben, was sie sich nur wünschen können? -  Stop – Haben die Menschen alles, was sie zum Leben brauchen? Ich denke, hier bin ich auf einen weiteren Gedankenfehler gestoßen. Die Menschen in den Industrieländern haben von dem, was sie zum Leben brauchen fast gar nichts. Klingt komisch oder?

Bin ich jetzt etwa völlig übergeschnappt? – ich denke nicht. Die Menschen in den Industrieländern kaufen sich das, was sie zum Leben brauchen mit Geld. Wer ist Hier in Deutschland Eigentümer des eigenen Hauses? Wer ist Eigentümer seines eigenen Ackers? Wer ist Eigentümer seiner Nähmaschine, seines kreditfinanzierten Autos, seines Abwassers, seines Giftmülls? Die Dinge, von denen wir in den Industrieländern leben liegen weit, weit weg von uns. Wir haben meist keinen Bezug zu dem was weit, weit weg von uns liegt und so bekommen wir die Auswirkungen unseres Fehlverhaltens überhaupt nicht mit. Hier liegt ein wichtiger Sachverhalt.

Entwicklungshilfe für die Industrieländer

Die Ressourcen der Industrieländer sind so konstruiert, dass sie groß sein müssen und sie sind so konstruiert, dass sie dazu neigen, nur einigen wenigen Menschen zu gehören. Deshalb habe ich mich für einen anderen Weg entschieden: Ich will Entwicklungshilfe für mich selbst und für das Industrieland Land leisten, wo ich Lebe. Ich werde versuchen meine Ressourcen so weit es mir möglich ist so zu konstruieren, dass sie dazu neigen klein zu sein und vielen Menschen zu gehören. So bekomme ich die Auswirkungen meines Fehlverhaltens direkt mit und bin nicht gezwungen, so viel Unsinn zu machen, ohne es zu merken. Dann sind der Unsinn, oder die guten Dinge, den ich mache auch nicht mehr weit,weit weg sondern in dem Dorf, in dem ich lebe. Wenn ich damit Erfolg habe, werden andere Menschen das, was ich tue nachmachen.

Verschwörungstheorie

Ich stand neulich in Dresden an der Kreuzung Pfotenhauerstraße – Fetscherstraße und habe mir die Baustelle für die Waldschlösschenbrücke von weitem angesehen. Ich habe das ganze Ambiente so auf mich wirken lassen, die unglaublich breite Fetscherstraße und die Häuser am Rande der Fetscherstraße, die schon seit langem so gebaut sind, als ob an diesem Ort schon immer eine Brücke über die Elbe gebaut werden sollte. Das hat mich ein bisschen ins Philosophieren gebracht:

Ich freue mich bereits, wenn ich zwei Wochen in die Zukunft planen kann. Was in einem Monat ist oder gar in einem Jahr, das kann ich heute noch gar nicht sagen. Schaue ich mir aber die Baustelle der Waldschlösschenbrücke an, dann komme ich zu dem Schluss, dass es in unserer Gesellschaft Leute gibt, die über  Generationen planen – zumindest scheint es so. Ich sehe im Gegensatz dazu Intellektuelle mit wenig Geld diskutieren und sehe, wie sie sich nicht einmal einig werden können, wie man einen Nagel in die Wand schlägt. Gleichzeitig sprechen Politiker und Entscheidungsträger großer Konzerne mit einer Stimme, wenn es darum geht, Steuern zu erhöhen, Gigantische Projekte zu realisieren, Gesetze zu verschärfen oder Kriege durchzuführen. Die Menschen, die wenig besitzen, tun sich unendlich schwer, gemeinsam zu handeln. Die Menschen, die viel besitzen, brauchen sich scheinbar gar nicht abzusprechen sondern scheinen nahezu immer einer Meinung zu sein.

Gibt es wirklich eine Weltverschörung, wo “Die da oben”, “die Elite” oder sonst wer beteiligt sind. Treffen sich irgendwelche Leute in geheimen Clubs, wo schon ihre Großväter und Ururgroßväter Mitglied waren, wo man hineingeboren wird und wo die Pläne für die Weltherrschaft geschmiedet werden?

Oder stelle ich vielleicht die falsche Frage?

Mit Sicherheit gibt es irgendwelche exclusiven Clubs dieser Art, aber ob die Menschen in solchen Clubs so viel Macht besitzen – irgendwie kommen mir da Zweifel auf. Wie sollen ein paar Herren in seltsamer Kleidung den gesamten, selbstorganisierenden, chaotischen Organismus namens Menschheit kontrollieren? Ich denke, diese Herren wären nur noch überfordert.

Boden und Ressourcen.

Wer selbst Gartenbau betreibt, der wird wissen, dass die Beschaffenheit des Bodens ganz stark bestimmt, welche Pflanzengesellschaften auf ihm wachsen und wie sie sich organisieren. Der Boden und das Klima sind die Ursache, die Pflanzengesellschaft und ihre Ausprägung sind die Wirkung. sicher beeinflussen die Pflanzen auch den Boden unter sich, aber trotzdem stehen ihnen nur die Stoffe zu Verfügung, die auch im Boden sind. Das bringt mich auf einen Gedanken, vielleicht nur eine Vermutung:

Was wäre wenn es sich mit der menschlichen Gesellschaft ähnlich so verhält wie mit den Pflanzen? Was wäre wenn die an einem Ort zu Verfügung stehenden Ressorucen die Struktur der Menschlichen Gesellschaft bestimmen? Angenommen, an einem Ort der Welt würde ein gigantisches Solarkraftwerk gebaut, dass alle Menschen in der Region mit Energie versorgt. Es wird immer jemanden geben, dem dieses Kraftwerk gehört und der dieses Kraftwerk in Stand hält. All die Menschen, die Eigentum an diesem Kraftwerk haben werden versuchen, ihren Besitz zu erhalten. Diese Menschen werden sich wahrscheinlich fast immer einig sein was sie in bezug auf das Kraftwerk sowie in Bezug auf die Energieversorgung zu tun haben. Die physikalisch vorhandene Struktur der Energieversorgung macht bestimmte Handlungsweisen einfach erforderlich. Die Menschen aber, die kein Eigentum an dem Solarkraftwerk haben, die abhängig vom Solarstrom sind, werden sich zu tode diskutieren, wenn es darum geht, gegen die Symptome der Anbhängigkeit zu kämpfen. Die Menschen, die nicht Eigentümer des Solarkraftwerks sind, werden darüber diskutieren, ob es besser ist, die Gewerbesteuer zu erhöhen, oder den Stromanbieter zu zerschlagen und zu verteilen, während die Eigentümer des Solarkraftwerks gerade die langfristige Vergößerung des Kraftwerks in den nächsten 20 Jahren beschließen.

Die Suche nach der richtigen Frage

Kann es sein, dass nicht die Pläne einer “herrschenden Elite”, die Generationen überdauern sondern die physikalischen Ressourcen, die an einem Ort vorhanden sind? Kann es sein, dass es eigentlich eine starre “herrschende Elite” gar nicht gibt, sondern dass vielmehr zentral sturkturierte, physikalische Ressourcen immer wieder im Laufe der Generationen “herrschende Eliten” hervorbringen? Entstehen “herrschende Eliten” erst gar nicht, wenn die physikalischen Ressourcen dezentral strukturiert sind?

Eines kann ich mit Sicherheit sagen: Wenn ich der Eigentümer meiner physikalischen Ressourcen bin, dann fällt es mir wesentlich leichter, an mich gestellte Forderungen  zu ignorieren, als wenn ich von den Ressourcen anderer abhängig bin. Wenn ich aber der Eigentümer meiner Ressourcen bin und meine Ressourcen pflegen möchte, werden meine Ressourcen auch von mir bestimmte Verhaltensweisen und Handlungen erfordern, denn sie sind der “Boden” auf dem ich wachse.

Physische Ökonomie

Angenommen …

… wir betrachten die Güterströme in der Wirtschaft – und jetzt kommts – losgelöst vom Geld. Manche mögen jetzt sagen “das geht doch nicht! Wie soll man sich ohne Geld etwas kaufen!”. Mir fällt das Denken ohne Geld sehr leicht, weil ich Ingenieur bin und beruflich mit den universellen Prinzipien der Naturgesetze arbeite und weniger mit menschlichen Prinzip des Geldes. Ich versuche deshalb einmal, Euch mit einem Beispiel deutlich zu machen, um was ich sagen möchte.

Ich habe mir gerade eine schöne heiße Tasse Kakao gemacht. Dazu habe ich etwas Kakao, heißes Wasser und einen Schuss Milch genommen. Das Wasser kommt bei mir aus dem Wasserhahn beziehungsweise aus der Wasserleitung … nein .. eigentlich wird das Wasser in einer Talsperre in der Region gesammelt und fließt über Wasserleitungen in mein Haus. Damit ich nicht jedes Kilogramm Wasser 10 Meter hoch in meine Wohnung schleppen muss, wird das Wasser in meinen Wasserhahn gepumpt. Mineralwasserflaschen kaufe ich keine, weil das Wasser dort häufig in einem anderen Teil Europas in Flaschen abgefüllt wird und dann mit Lastwagen zum Supermarkt in meiner Nähe gefahren werden müsste. Das macht doch irgendwie keinen Sinn, Wasser in Flaschen durch Europa zu fahren, obwohl es doch bei mir vor Ort vom Himmel fällt.

Das Gas, um das Wasser heiß zu machen kommt … nun ja … durch die Gasleitung zu mir. Genau genommen kommt es irgendwo in Russland aus der Erde. Ich muss nicht jedes Kilogramm Gas von Russland aus zu meiner Wohnung schleppen. Das übernehmen Pumpen für mich, die das Gas über tausende Kilometer durch Pipelines pumpen.

Diesen Sommer haben Arbeiter die Straßen vor meinem Haus aufgerissen und die Gas- und Wasserleitungen repariert. Die Arbeiter haben dies natürlich nicht mit Muskelkraft gemacht. Eigentlich waren nur drei Arbeiter da und ein großer Bagger, der die Schwerstarbeit gemacht hat. Eigentlich ist so ein Bagger doch eine Super Sache: Niemand muss sich mit Spitzhacke und Spaten in einer Baugrube die Gesundheit durch Schwerstarbeit kaputtmachen. Die Wasserleitung und auch die Gasleitung sind in gutem Zustand und so habe ich meinen heißen Kakao.

Mein Kakao kommt aus dem Laden, der Fair-Trade-Produkte in meiner Stadt verkauft. Fair-Trade deshalb, weil ich hoffe, dass die Bauern in in der Elfenbeinküste nicht vor ihren gefüllten Kakaosäcken verhungern müssen, während sie den Kakao für mich machen. Der Kakao wird dann vermutlich mit Schiffen und Lastwagen zu dem Fair-Trade-Laden gefahren wo ich ihn dann abhole. Niemand muss den Kakao von Afrika bis zum mir mit den Händen tragen.

Bald wird der Kakao auf meine Blase drücken und ich werde dann dort hin gehen, wo der Kaiser zu Fuß hingeht. Ich werde dann eine Menge chemischer Elemente wie Stickstoff aus dem Haber Bosch Verfahren sowie Wasserstoff, Sauerstoff die Toilette herunterspülen. Sollte sich mein Mittagessen von heute sich noch melden werde ich auch Phosphor aus Marokko oder den USA, Kalium, Calcium und viele andere Chemische Elemente in die Abwasserleitung spülen. Von dort aus kommen diese Chemischen Elemente dann in die Kläranlage, dann in die Müllverbrennungsanlage und dann auf eine Deponie.

Die Gedanken sind doch gar nicht so ungewöhnlich und neu, nicht wahr? Das ist physische Ökonomie – so einfach dass es schon fast banal ist – doch ist es das wirklich?

Physische Ökonomie – fremde Ökonomie

Ich war heute in der Universitätsbiliothek und habe ein bisschen im Bereich Thermodynamik geschmökert. Was es da alles gibt – ich bin immer wieder begeistert, was alles machbar ist. Unsere technischen Möglichkeiten sind enorm, nicht nur in Deutschland sondern Weltweit! Im Grunde genommen bräuchten wir Menschen auf dieser Welt heute kaum zu arbeiten und hätten genug zu essen, zu trinken und ein gemütliches Zuhause. Rein technisch gesehen ist diese Erde ein Schlaraffenland. Durch die Hilfe unserer Technik bräuchten wir nicht unser Brot auf biblische Art im Schweiße unseres Angesichts essen. Wenn jemand jetzt meint, das das nicht geht, dann kann er gleich zu mir kommen und ich sage ihm ein technisches Projekt zur technischen Verbesserung der Lebensumstände von Menschen, mit dessen Umsetzung er gleich morgen anfangen kann. Es steht jedem frei, auch zu einem anderen Ingenieur zu gehen. In den Schubladen meiner Kollegen quillen die Ideen genau so über wie in meiner.

Dafür sorgen, dass die Menschen sich vertragen uns sich nicht gegenseitig das Leben zur Hölle machen, das können meine Ingenieurskollegen und ich nicht. Sich gegenseitig respektieren und das eigene Leben gestalten, das müssen die Menschen schon selbst tun. Ich denke, dass jeder Mensch sein eigenes Leben sehr gut gestalten würde, wenn man ihn oder sie einfach nur machen läßt.

Vielleicht könnte jemand jetzt behaupten, dass in der freien Wirtschaft mit ihren Gesetzen des freien Marktes ein gutes Leben für alle nun einmal nicht geht. Das ist schließlich nicht finanzierbar  -  doch vorsicht – hier schleicht sich schon wieder das Gesetz der Geldes ein, das wie ein einzig wahrer Gott keinen Widerspruch duldet. Doch Geld ist kein universelles Prinzip sondern von Menschen gemacht.

Betrachtet man die Ökonomie rein physikalisch, also mit Hilfe der Prinzipien des Erhaltes von Masse, Energie, Impuls und der elektrischen Ladung, so kann man im Grunde genommen sagen dass jeder Mensch, der durch die Folgen von Armut stirbt, durch unsere Gleichgültigkeit und unser Wegsehen ermordet wird. Ist Physische Ökonomie immer noch banal oder erkennen wir, dass wir im grunde oft nicht wissen, was wir tun?

Aber was bleibt zu tun?

Für mich selbst zumindest weiß ich genau, was ich als Ingenieur zu tun habe. Ich nehme als Ingenieur nur Aufträge an, die mir physikalisch als sinnvoll erscheinen und selbstverständlich auch meinem Auftraggeber helfen Lebensgrundlagen zu erschaffen, sprich Erträge zu erwirtschaften. Ich versuche auch, meine Auftraggeber zu inspirieren, so dass sie die physikalischen Wirkungen ihres Handelns besser überblicken können. Oft ergeben sich hier völlig neue Geschäftsmöglichkeiten. (Hier ist ein vierteiliges Video, dass mich selbst sehr inspiriert hat und das einige Möglichkeiten aufzeigt.) Damit ich das tun kann, habe ich eigene Lebensgrundlagen in Form von nützlichen Technologien erschaffen, so dass ich im Notfall auch mal auf einen Auftrag verzichten kann, wenn dieser mir physikalisch unsinnig erscheint. Mein Lebensstandard ist meinen Lebensgrundlagen angemessen, so dass ich nicht der Sklave meines Besitzes bin. Gleichzeitig fehlt es mir an nichts. Auf diese Weise, versuche ich im Alltag, meine Verantwortung wahrzunehmen, so gut ich es eben kann. Was mein Handeln wiederum für Konsequenzen hat, wird nur die Zukunft zeigen.

Zufälle gibts …

Wer hätte das gedacht …

… in Afganistan existieren Vorkommen von Kupfer und einigen anderen wertvollen Rohstoffen. Das geht aus einem Artikel von Spiegel online vom 19.12.09 hervor. Wenn die Welt herkömmliche Solarkollektoren braucht, wird Kupfer unter Umständen an Wert zunehmen. Rein zufällig führen wir dort zusammen mit anderen Ländern Krieg. Wenn das kein Zufall ist… aber ich möchte ja nichts böses denken …

Ich sage ja immer, es gibt eine Frage, die die wichtigste Frage des Lebens ist: “Wer ist der Eigentümer der Lebensgrundlagen der Menschen“. Die Menschlichkeit bleibt hier fast immer auf der Strecke.

ELENA

Wer ist ELENA?

ELENA ist nicht etwa eine wunderschöne Frau – nein – schön wärs. Elena hat indirekt etwas mir Lebensgrundlagen zu tun. Elena ist auch kein Mensch. Ein süßes Kätzchen ist ELENA auch nicht, auch keine Pflanze. ELENA ist aber wichtig und wir alle werden sie bald kennen lernen, ob wir wollen oder nicht. Als ich über ELENA gelesen habe, sind mir nicht einmal mehr die üblichen zynischen Sprüche eingefallen. Meinem frechen Mundwerk hat es einfach nur die Sprache verschlagen, mir fehlten die Worte. ELENA ist ein Verfahren zur elektronischen Erfassung von Einkommensnachweisen für Arbeitnehmer. Das Gesetz wurde am 28. März 2009 vom Bundestag mit Zustimmung des Bundesrates beschlossen.

Nun gut: Einkommensnachweise hört sich erst einmal harmlos an. Das Finanzamt hat ja auch Einkommensnachweise. Als ich mich aber etwas näher mit dem System beschäftigt habe, hat sich mir der Magen umgedreht. Im Grunde genommen geht es um eine zentrale Datenbank, in der Arbeitgeber und Arbeitsagentur Daten über Arbeitnehmer sammeln, wobei der Arbeitnehmer nur mittelbar über ein sogenanntes Trust Center an diesem Prozess beteiligt ist. Der Datensatz, der dabei angefertigt wird ist haarsträubend.

Den Datensatz des ELENA Verfahrens kann man sich als pdf-File aus dem Netz herunterladen. Hier sein aber mal ein paar Dinge erwähnt, die über die üblichen Angaben bezüglich Arbeitgeber/ Dienstherr, Wochenarbeitsstunden, Urlaubsgeld, sonstige Zuwendungen, Name und Adresse von Arbeitgeber und Arbeitnehmer,  etc. hinausgehen:

  • Teilnahme an Streiks
  • Fehlzeiten mit Begründung
  • Abmahnungen
  • Fehlverhalten des Arbeitnehmers

Wenn Ihr die Dokumente zu ELENA durchlest, dann seid Euch darüber im Klaren: Das ganze ist kein Film und kein Spiel. Die Leute, die das schreiben meinen das, was sie sagen ernst und sie werden die mit viel finanziellem Aufwand gesammelten Daten auch verwenden. Wenn Ihr irgendwann einmal vor dem Beamten bei der Arbeitsagentur sitzt, werdet Ihr merken, dass dieser Mensch so einiges über Euch weiß und Ihr werdet das zu spüren bekommen.

Übrigens: Es ist ein ziemlich eigenartiges Gefühl, wenn man einen Menschen mit einer Akte vor sich hat, in der gesammeltes Wissen über einen selbst steht. Ich weiß das aus Erfahrung mit Arbeitgebern und der ARGE. Das einzige, was in einer solchen Situation hilft ist, sich auf die eigenen Forderungen zu konzentrieren und sich keinesfalls auf Diskussionen einzulassen. Was bleibt ist auf jeden Fall das Gefühl, auf irgendeine Weise missbraucht worden zu sein.

Vorwürfe an frühere Generationen

Ich erinnere mich noch an die Zeit während des Abiturs. Da hatte ich eine Diskussion mit einem älteren Ingenieur, der in unserer Schule die Ausgabe der Schulbücher verwaltete. Zu der Zeit hatten wir im Geschichtsunterricht zum 1000 sten Mal das 3. Reich besprochen. Wir haben mit dem Finger auf die Generation unserer Großeltern gezeigt und uns gefragt, wie diese nur so dumm gewesen sein konnten, den Nationalsozialisten nachzulaufen. Ich behauptete im Gespräch mit dem Ingenieur, dass mir so etwas niemals passieren könnte, da ich ja aus der Geschichte gelernt hätte. Der Ingenieur aber sagte zu mir, dass ich eine herannahende Diktatur nicht erkennen werde und diese genau so unterstützen werde, wie alle anderen auch. Damals glaubte ich dem Ingenieur nicht, aber heute verstehe ich, was er gemeint hat. Heute verstehe ich auch der Generation meiner Großeltern keinen Vorwurf mehr … Zeigen ich mit dem Finger auf andere, dann zeigen drei Finger auf mich. Die nächste Diktatur wird sicher nicht daran zu erkennen sein, dass ein Irrer, kleiner Mann mit fettigen Haaren in einer Uniform schreiend hinter einem Rednerpult steht. Auch Diktatoren lernen aus der Geschichte…

Was bleibt also zu tun?

Ich kann es nicht oft genug betonen:

Erschafft Euch Lebensgrundlagen, ganz gleich wie bescheiden sie auch sein mögen und teilt Euer Wissen mit anderen Menschen.

Nur derjenige, der eigene Lebensgrundlagen besitzt, muss nicht bedingungslos denen dienen, die Lebensgrundlagen besitzen. Eigene Lebensgrundlagen verhindern, dass Menschen mit Hilfe von etwas Brot gleichgeschaltet werden können. Jede Lebensgrundlage ist ein Stückchen Freiheit. Durch Tausch von Lebensgrundlagen wird das Leben aller Menschen reicher und angstfrei.

Das kann jeder einzelne tun:

  • Sammelt Wissen und teilt es bereitwillig
  • Erlernt Fähigkeiten, mit denen Ihr Essen, Kleidung, Wohnung, Medizin, Energie, Mobilität, Telekommunikation etc herstellen könnt.
  • Helft anderen Menschen
  • Nehmt Hilfe anderer Menschen freundlich an
  • Investiert in Essen, Kleidung, Wohnung, Gesundheit etc.
  • Vernetzt Euch
  • Benutzt das Euro-Geld nur dort, wo es nötig ist und tauscht Leistungen untereinander, wann immer es möglich ist.
  • Erzählt anderen von euren Schwierigkeiten und Erfolgen
  • Bevorzugt Geschäfte, die Lebensgrundlagen erschaffen. Investiert Arbeitszeit und Know How in Unternehmungen, die Lebensgrundlagen erschaffen.
  • Verlinkt die Dinge im Internet, die euch unangenehm auffallen mit euren Homepages, distanziert euch von den verlinkten Inhalten wenn nötig und verlinkt Eure Rechercheergebnisse im gleichen Artikel. So holt ihr die faulen Dinge ans Licht des skalenfreien Internets.
  • Lebt Eure Ideale sichtbar vor, anstatt nur darüber zu reden und zwar jetzt, nicht erst morgen.
  • Ihr selbst habt ein gutes Bild von Euch selbst. Vertraut auch darauf, dass auch andere Menschen ein gutes Bild von sich selbst haben.

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