Eine wichtige Frage ist: Können sich die hier beschriebenen Neuland-Ideen wirklich durchsetzen oder bleiben sie eine für die “Masse” nicht realisierbare, idealistische Idee?

  • Viele Neuland-Projekte sind inzwischen soweit gediehen, dass sie sich aus der anfänglichen Idealisten- bzw. Liebhaberei-Ecke  lösen. Es gibt immer mehr Nutzer, welche aufgrund persönlicher Vorteile “Neuland” dem equivalenten Altland-Projekt vorziehen. Z.B. wird Wikipedia inzwischen viel mehr genutzt als der Brockhaus. Linux bekommt immer mehr Anhänger aufgrund höherer Sicherheit, Innovation und einfacherer Handhabung gegenüber Windows. Regionalgeld wird von den Unternehmern meist nicht mehr aus Idealismus akzeptiert, sondern aus geschäflichem Nutzen zur Werbung, Kundenbindung und Umsatzsteigerung. Peer to Peer – Prinzipien werden immer mehr in der traditionellen Wirtschaft genutzt um zusätzliches Know How und Kreativität zu erschließen und Kosten zu senken. Ohne diese Kooperationen und teilen auf Augenhöhe wird es für viele Unternehmen immer schwieriger am Markt zu bestehen (siehe Buch “Wikinomics” von Tapscott).
  • Aber reicht das? Werden bzw. können sich alle Neuland-Projekte so entwickeln, das sie auch langfristig gerecht sind? In der Geschichte gibt es viele Beispiele guter Neuland-Ideen. Solange sie im “Kleinen” bleiben, funktionieren sie meist auch sehr gut und demokratisch. Wenn sie aus den Kinderschuhen rauswachsen und “groß” werden, wecken sie plötzlich auch das Interesse von großen “Altländern”. Es werden dann meist diese Lichtblicke vereinahmt und für die eigenen, egoistischen Interessen genutzt. Dies sieht man z.B. bei neu entstehenden Neuland-Internetplattformen, die dann von “großen” aufgekauft werden, sobald sie gut geworden sind (Ebay, Google…). Wikipedia ist inzwischen auch “zu groß” geworden und hat “zu viele” Nutzer, so daß derjenige, der es kontrolliert eine potentielle Goldrube besitzt. Es beginnt dann immer ein Kampf zwischen Altland-Denkweisen und Neuland-Denkweisen. Oft gewinnt hier noch Altland und die Ideale bleiben auf der Strecke. Wenigstens bleibt dann trotzdem noch ein Rest der Neuland-Struktur übrig (Wikipedia würde nie wieder zum Brockhaus der alten Zeiten werden).
  • Man kann zwar versuchen (und das ist auch notwendig), diese “Übergriffe” aufgrund von Kleinteiligkeit (s. Neuland-Prinzipien) und breiten, demokratischen Mitspracherechten (Verein, Genossenschaft etc.) zu vermeiden. Aber dieser Schutz wird kaum zu 100% zu gewährleisten sein.
  • Es sollte also parallel zu einer Neuland-Struktur auch eine Neuland-Denkweise (bewußteres Handeln) entwickelt werden.  Diese stellt der normalen, egoistische Denkweise eine Alternative entgegen.

Parallel zur Weiterentwicklung von Neuland-Projekten für die breite Masse sollte die breite Masse dem Neuland-Gedanken entgegenkommen, ansonsten wird langfristig die “breite Masse” aus den schönen Ideen wieder graueres Altland machen!

  • Hier sind Umdenken und bewußteres Handeln gefragt.
  • Gerechtere Strukturen ohne Ausbeutungsmöglichkeiten kann jeder im kleinen in seinem Umfeld umsetzen.
  • Dies ist nicht neu. Philosophie, Religion, Ethik und neuerdings auch die Quantenphysik beschreiben uns den Egoismus und einseitiges Konkurrenzdenken schon lange als gefährliche Sackgasse. Dies wissen auch die meisten ohne das sich aber wirklich etwas ändert.

Was können wir tun um nicht nur zu wissen, sondern auch anzuwenden? Wie können wir die Intelligenz der Menschen in Weisheit verwandeln damit sich ein bewusstes Handeln durchsetzen kann?